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Leselupe.de > Ungereimtes
Jederzeit
Eingestellt am 28. 07. 2004 20:08


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Jederzeit

Windhauch hat sich m├╝d gestreichelt,
wird wohl heim nun ziehen m├╝ssen,
hat dem Bach sich eingeschmeichelt
mit den wei├čen Schaumesk├╝ssen.
Rotes schwimmt ins Violett.
Mond schiebt sich ins Wolkenbett.

Nachtigall schluchzt aus der Ferne,
s├╝├čer duftet der Jasmin.
Kind ruht unter seinem Sterne.
Engel sanft vor├╝ber ziehn.
Leid steigt aus der Weltenwunde,
ankert sich in diese Stunde.



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Svalin
???
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Hallo Vera-Lena,

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du die Titel deiner Texte mit Bedacht w├Ąhlst. Hier aber gelingt es dir, mich einigerma├čen zu verwirren So sehr ich auch suche, ich finde im Text nicht einmal andeutungsweise Aussagen zu irgendeiner universellen Zeitqualit├Ąt. Ganz im Gegenteil: insbesondere in seinem Ausklang scheint er die Existenz eines besonderen Zeitabschnitts ("diese Stunde") hervorheben zu wollen. Was daran ist "jederzeit"? Vielleicht, dass Jeder einmal zu irgendeiner Zeit ├Ąhnliche Empfindungen haben kann oder wird? Das w├Ąre in meinen Augen eine etwas gew├Âhnungsbed├╝rftige (kontraintuitive) Lesart.

Viele Gr├╝├če
Martin
__________________
Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Martin,

danke, dass Du Dich mit diesem Text besch├Ąftigt hast. Ich dachte, es sei wieder ganz eindeutug, aber das denke ich ja oft. Ich wollte eigentlich aussagen, dass das Leid jederzeit in ein Leben hineinbrechen kann. diese Stunde ist so honigs├╝├č, friedvoll und und begl├╝ckend, dass der, der sie erlebt, vergisst, dass sich jederzeit pl├Âtzlich alles ver├Ąndern kann, nat├╝rlich nicht wirklich, die Nachtigallen werden auch weiterhin schlagen, sondern in seiner Wahrnehmung, die sich durch das Leid, das aus der Weltenwunde heraus auch ihn ganz pers├Ânlich erreicht hat, tr├╝bt. So hatte ich das gemeint.

Ich w├╝nsche Dir ein sch├Ânes Wochenende.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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Svalin
???
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Hallo Vera-Lena,

Ich finde, dass eindeutige Texte ziemlich langweilig w├Ąren Lyrik lebt von Assoziationen, die eben bei jedem Menschen "eigen-willig" sind. Da w├Ąre es fast ein Wunder, wenn bei allen Lesern die gleichen Wahrnehmungen hervorgerufen werden k├Ânnten. Dass ich z.B. in deinem Text kein (dramatisches) Hereinbrechen des Leidens gesehen habe, liegt nach meinem Empfinden ein wenig an der Bildersprache:

> Leid steigt aus der Weltenwunde,

Hierzu assoziiere ich (sanftes) Emporsteigen und in der Weiterf├╝hrung ein ├ťber-die-Welt-Erheben und Wegfliegen ... eben nichts wirklich Bedrohliches. Beklemmender w├Ąren da eher Bilder des In-die-Welt-Herabflie├čens, etwas Infiltrierendes wie vielleicht "Leid sickert aus der Weltenwunde".

> ankert sich in diese Stunde.

Mit dem Ankern verh├Ąlt es sich da recht ├Ąhnlich: ein vor├╝bergehender Aufenthalt, dem sich ein Weiterziehen (In-See-Stechen) anschlie├čen wird. Dadurch dr├╝cken diese Bilder f├╝r mich eher etwas Optimistisches, wenn nicht sogar Tr├Âstliches aus. Die zuvor gezeichneten romantischen Impressionen k├Ânnen sie auf diese Weise jedenfalls nicht ernstlich gef├Ąhrden. Zumal sie auch gar nicht (Bestand)Teil dieser geschilderten Welt zu sein scheinen: im Gegensatz zu den gegenst├Ąndlichen Motiven (Natur, Mensch, Engel) handelt es sich bei Leid und Weltenwunde um nichts Greifbares mehr, es sind Abstraktionen, die jenseits der Ebene des Real-Existierenden liegen. Und in Abwandlung eines Sprichworts scheint mir: Abstrahiertes Leid ist halbes Leid. Wie du siehst, man kann beim Schreiben gar nicht so dumm denken ... wie der Leser

Viele Gr├╝├če
Martin
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Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Vera-Lena
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Lieber Martin,

ja, ich sehe, mit Assoziationen hat es wirklich so seine Bewandtnis. Beim ankern hatte ich an eine Verankerung, also etwas L├Ąngerfristiges vielleicht sogar Dauerhaftes gedacht.

Ich hatte auch "hakt sich fest" in Erw├Ągung gezogen, mich aber wegen des Klanges f├╝r "ankert sich" entschieden.

Leid steigt aus der Weltenwunde, dabei hatte ich etwa an einen Pesthauch gedacht, der aufsteigt und sich einen festen Ort sucht, wo er Verheerendes anrichtet. Auf jeden Fall hatte ich die Weltenwunde mehr im Inneren der Erde gesehen und dass sie von dort unten nach oben ihre giftigen Keime aussendet.

Das Leid wird zwar nicht in seiner Spezialit├Ąt benannt zB Krankheit, Tod usw, aber f├╝r mich hat das Wort Leid immer etwas Konkretes an sich und auch die Weltenwunde ist f├╝r mich dermassen farbig, dass ich sie lieber so pauschal heibei zitiere.

Ja, das finde ich jetzt hochinteressant, und ich danke Dir, dass Du mir Deine Vorstellungen aufgedr├Âselt hast.

Ganz liebe Gr├╝├če!
Vera-Lena
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megan
Guest
Registriert: Not Yet

... und schon wieder, wunderbare bilder, die du mit leichtem federstrich malst ... macht freude zu lesen
lg meg

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Vera-Lena
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Hallo megan,

Deine Antwort ist mir auch eine Freude!

So puste ich Dir einen von den wei├čen Schaumesk├╝ssen durch die LL zu einem erfreulichen Sonntag.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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