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Leselupe.de > Kindergeschichten
Jonas Abenteuer
Eingestellt am 10. 08. 2019 11:17


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Sharry
Hobbydichter
Registriert: Aug 2019

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Vor vielen Jahren lebte ein Mann namens Jona. Jona lebte in einem fernen Land, das so weit weg ist, dass man mit dem Auto ĂŒber eine Woche lang fahren mĂŒsste, um es zu erreichen. Zu Fuß mĂŒsste man ĂŒber 100 Tage laufen.

Jona wohnte in der NĂ€he einer großen Stadt. Die Stadt hieß Ninive und man brauchte drei Tage um sie zu durchqueren. Sie war sehr modern und es gab dort einen großen Markt mit Waren aus verschiedenen LĂ€ndern. Auch viele KĂŒnstler konnte man dort bestaunen und es gab GasthĂ€user mit leckerem Essen. Trotzdem ging Jona nur selten nach Ninive. Denn dort gab es viele Banditen und Gauner. Sie raubten Reisende aus, wurden gewalttĂ€tig oder fingen SchlĂ€gereien an. Wenn man allein unterwegs war, musste man sich ganz schön in Acht nehmen.

Der liebe Gott im Himmel, der die ganze Welt erschaffen hat, beobachtete besorgt die Leute in Ninive. Immer öfter hörte er die Hilferufe der Gerechten. Da wurde er sehr traurig und wĂŒtend. Gott wollte dem bösen Treiben nicht lĂ€nger tatenlos zusehen. Deshalb sagte er zu Jona: „Jona, du bist ein gerechter Mann. Du weißt, dass es in Ninive viele Menschen gibt, die Böses tun. Ich habe dich ausgesucht, um sie zu ermahnen. Geh zu ihnen und schimpfe sie. Sag ihnen, dass ich die Rufe der Gerechten gehört habe und warne sie, dass sie aufhören sollen. Wenn du sie warnst und sie sich trotzdem nicht Ă€ndern, dann wird sie meine Bestrafung treffen. Aber ich will ihnen noch die Chance geben, sich zu bessern.“

Als Jona das hörte, bekam er schreckliche Angst. Er wusste, dass Gott mĂ€chtig ist und dass er den Schutzlosen hilft. Aber er kannte die unermessliche Bosheit der Banditen und fĂŒrchtete sich sehr vor ihnen. Sein Magen zog sich zusammen und ihm wurde ganz schlecht bei dem Gedanken, dass er allein zu diesen grausamen Leuten gehen und ihnen die Nachricht ĂŒberbringen sollte. In seinen Gedanken sah er schon, wie eine ganze Bande ihn verprĂŒgeln wĂŒrde.

Deshalb beschloss Jona weit wegzugehen. Er wollte so weit fliehen, dass er die Stadt Ninive nie mehr sehen wĂŒrde. Er wollte ganz weit weg, am besten bis ans andere Ende der Welt, um sich vor Gott und seinem Auftrag zu verstecken. Da fielen Jona die ErzĂ€hlungen seines Großvaters ein. Sein Opa hatte ihm von einem fernen Hafen erzĂ€hlt, an dem riesengroße Schiffe anlegten, die weit ĂŒbers Meer reisten. Jona beschloss, dorthin zu gehen. Weit weg von dem gefĂ€hrlichen Ninive.

So machte sich Jona bereit fĂŒr eine lange Reise. Er zog seine Sandalen an und packte nur eine kleine Tasche, um möglichst wenig Gewicht tragen zu mĂŒssen. Alles andere ließ er daheim zurĂŒck. Er besaß nur noch die Kleidung, die er am Körper trug. Weil Pferde schon damals sehr teure Tiere waren, konnte er es sich nicht leisten, zu reiten. Er musste zu Fuß laufen. Der Weg war sehr anstrengend, die Sonne brannte erbarmungslos auf ihn herab und es gab damals kaum Wegweiser. NatĂŒrlich gab es damals auch noch keine Navis, wie wir sie heute in unseren Autos haben. Jona musste also sehr aufpassen, sich nicht zu verlaufen. Er schlief im Freien und versteckte sich im Schutz von StrĂ€uchern und BĂ€umen, damit keine RĂ€uber ihn nachts ĂŒberfielen. Nur selten erlaubte er sich eine Übernachtung in einem Gasthaus. Meistens war das Gasthaus sehr teuer und man schlief trotzdem nur auf Strohballen und nicht auf einem richtigen Bett. Die Strohballen waren aber immerhin bequemer als der blanke, staubige Boden, auf dem er sonst im Freien schlief. Reisen war zu der damaligen Zeit wirklich kein VergnĂŒgen. Es hatte nichts von dem entspannenden Urlaub, den wir heute kennen.

Mehr als vier Wochen war Jona schon gelaufen, als er endlich Meeresluft schnupperte und die hohen Maste der Schiffe in den Himmel ragen sah. Sein Großvater hatte sich die Geschichte also nicht ausgedacht. Es gab tatsĂ€chlich so riesige Wasserfahrzeuge. Mit dunklen Augenringen und heruntergekommener Kleidung kam er am Hafen an. Verzweifelt musste er feststellen, dass er keine Ahnung von der Seefahrt und von Booten hatte. Mit seinen zerfetzten Klamotten und dem unrasierten Gesicht sah er nicht gerade vertrauenserweckend aus. Kein Wunder, dass ihm niemand ein Boot ĂŒberlassen wollte. Jona blieb nichts anderes ĂŒbrig, als eine weitere Nacht auf staubiger Erde zu schlafen. Weit weg von daheim, von seiner Verwandtschaft, seiner gewohnten Umgebung und seinem warmen Bett.

In dieser Nacht sprach Gott im Traum zu Jona:
„Jona, was tust du da? Warum lĂ€ufst du davon? Ich sehe deine Probleme und ich habe gesehen, was die Banditen in Ninive alles verbrochen haben. Sie schlagen Unschuldige, sie rauben und erpressen. Ich habe auch gesehen, dass sie stehlen und morden. Ich möchte, dass du zurĂŒck nach Hause gehst. Es ist dein Auftrag, zu diesen Schurken zu gehen und sie zur Vernunft zu bringen. Geh zu ihnen und ruf ihnen zu, dass sie sich Ă€ndern sollen. Sag ihnen, dass ich ihnen eine letzte Chance zur Umkehr gebe. Du musst ihnen ehrlich erklĂ€ren, dass wenn sie sich nicht Ă€ndern, dann werde ich sie schwer bestrafen.“

Jona schreckte aus dem Schlaf hoch. Ringsum war alles dunkel, nur ĂŒber ihm leuchteten die Sterne. Jona zitterte so sehr am ganzen Körper, dass sogar seine ZĂ€hne klapperten. Er war sich nicht sicher, ob er wegen der KĂ€lte oder wegen seiner ungeheuerlichen Angst bibberte.

Gott wusste, dass in Ninive nicht nur Diebe und Raufbolde, sondern auch Mörder lauerten. Und er sollte ganz allein zu diesen Verbrechern gehen und sie schimpfen? Jona war ĂŒberzeugt davon, dass er nicht der Richtige fĂŒr diesen Job war. Er war kein Held. Er war ein ganz normaler, junger Mann ohne SuperkrĂ€fte. Wie hĂ€tte er das denn ĂŒberleben sollen? Und er bezweifelte stark, dass die Halunken auf ihn hören wĂŒrden. Jonas Entschluss stand fest: Er wollte bis ans Ende der Welt segeln und sich dort verstecken. Was Jona aber nicht wusste: Auch Gottes Entschluss stand fest.

Am nĂ€chsten Tag wachte Jona frĂŒh auf. Der ganze Hafenplatz war ein einziges Gewusel. Leute in verschiedenen Sprachen und mit verschiedener Hautfarbe rannten ĂŒber den Platz. Alle hatten es eilig und keiner hatte bei dem geschĂ€ftigen Treiben Zeit und Nerven auf einen verĂ€ngstigten Neuankömmling RĂŒcksicht zu nehmen. Schiffe wurden be- und entladen. KapitĂ€ne, Matrosen und Schiffsjungen schrien sich aus voller Kehle an, um trotz des Meeresrauschens und dem rauen Wind etwas zu verstehen. Jona sah sich um: Überall nur fremde Leute. Alle rannten geschĂ€ftig hin und her. Kein einziges Gesicht kam ihm bekannt vor. Jona ließ seinen Kopf hĂ€ngen und schaute auf den Boden unter seinen staubigen FĂŒĂŸen. Die vielen neuen EindrĂŒcke machten ihn schwindelig. Krampfhaft versuchte er die aufsteigenden TrĂ€nen in seinen Augen wegzublinzeln. Er schluckte.

Jona nahm all seinen Mut zusammen und lief auf eines der großen Schiffe zu. Das Schiff war aus libanesischem Zedernholz gebaut und wurde mit Hilfe lĂ€ngs gespannter Taue zusammengehalten. Es erschien Jona stabil genug, um eine weite Reise zu meistern. „Wohin fĂ€hrt dieses Schiff“, sprach Jona einen Arbeiter an. Jona musste jetzt auch gegen den Wind anschreien, dass der Arbeiter seine Frage verstehen konnte. „Wir fahren bis nach Tarschisch“, brĂŒllte ihm der Arbeiter zu und rief noch hinterher: „Wir können dich mitnehmen, aber so eine weite Reise ist nicht billig.“ Der Arbeiter lĂ€chelte verschmitzt. Wahrscheinlich fragte er sich, wer so verrĂŒckt wĂ€re freiwillig mitzufahren, wenn er stattdessen auf dem sicheren Land bleiben konnte. Doch Jona war der Preis egal. Er war froh, ein Schiff gefunden zu haben, das so weit reiste und dass ihm erlaubt wurde, mitzufahren. Er bezahlte das Fahrgeld und bekam einen Raum im untersten Teil des Schiffes gezeigt. Dort konnte er sich hinlegen und die endlose Reisezeit verbringen, ohne den Seeleuten im Weg umzugehen. Erleichtert und völlig erschöpft ließ er sich auf die Dielen plumpsen, legte seine Reisetasche als Kissen unter seinen Kopf und schlief sofort ein. Er schlief und schlief, als ob er seit Jahren kein Auge mehr zugetan hĂ€tte. Er verpasste sogar den großen Moment, als das GefĂ€hrt in See stach.

Auch nachdem sie bereits mehrere Tage auf dem Meer unterwegs waren, war Jona noch ganz erschöpft und mĂŒde von seinem tagelangen Fußmarsch. Er schlief so erschöpft, dass er nicht mal das polternde Rennen der Matrosen mitbekam. Er hörte auch nichts von den besorgten Schreien des KapitĂ€ns, der gegen den Wind seiner Mannschaft Befehle zubellte. Schwarze Wolken waren am Himmel aufgezogen. Obwohl es Vormittag war, konnte man kaum den Schiffsjungen neben sich erkennen, so dunkel war es geworden. Wellen peitschten unbarmherzig gegen die Bretter des Schiffsdecks. Wasser schwappte ĂŒber die Reling nach innen und das Boot neigte sich stark zur Seite. Selbst die erfahrenen SeemĂ€nner mit den grauen BĂ€rten hatten noch nie zuvor einen solch schweren Sturm erlebt. Die tapferen MĂ€nner begannen zu beten. Sogar die, die sonst nie in die Kirche gehen, riefen plötzlich zu Gott. „Unser Schiff ist zu schwer. So schaffen wir es nicht durch den Sturm!“, schrie der KapitĂ€n seiner Mannschaft zu. Seine Stimme ĂŒberschlug sich. Ich bin mir nicht sicher, ob er schon heiser war vor lauter Schreien oder ob es die Angst war, die seinen Körper durchschlich.

Verzweifelt begannen die Matrosen Ladung ĂŒber Bord zu werfen. Bei dem heftigen Seegang mussten sie aufpassen nicht selbst mit ĂŒber Bord zu stĂŒrzen. Zur Sicherheit wickelten sie Schiffstaue um ihre HĂŒften und knoteten sich am Schiff oder an Kollegen fest. Fast die ganze Ladung hatten sie den Wellen geopfert. Es sah aus, als wĂŒrden sie die Wellen fĂŒttern. Doch je mehr das Meer fraß, desto hungriger schien es zu werden. Verzweifelt schrien sie in Richtung Himmel: „Wir verstehen nicht, warum wir bestraft werden. Wer von uns hat solch eine Strafe verdient?“ Doch sie bekamen keine Antwort.

In ihrer Verzweiflung bastelten sie kleine Zettel und warfen das Los. Da hatte Gott Mitleid mit ihnen und das Los traf Jona.

Erschrocken rannte der KapitĂ€n unter Deck zu Jona und rĂŒttelte ihn wach: „Wie kannst du bei diesem Sturm nur schlafen?“ Er schĂŒttelte Jona an beiden Schultern: „ Wir drohen alle unterzugehen. Gott ist zornig, weil wir dich an Bord haben. Wer bist du und zu welchem Volk gehörst du?“

BestĂŒrzt rieß Jona seine Augen auf und versuchte ruckartig aufzustehen. Aber der Seegang ließ das Boot so heftig wackeln, dass Jona gleich wieder auf seinem Hosenboden landete. „Ich heiße Jona und bin HebrĂ€er. Ich bin der Sohn Amittais.“, erklĂ€rte Jona. „Ich komme aus einer Stadt in Israel und ich glaube an den Herrn, den Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat.“ Die Mannschaft löcherte Jona mit weiteren Fragen und wollte wissen, warum er mit ihnen reisen wollte.

Da erkannte Jona, dass Gott auf ihn wĂŒtend war, weil er sich vor seiner Aufgabe verkriechen wollte. Jona wusste, das Boot wĂŒrde wegen ihm untergehen, wenn er nicht nach Ninive marschiert. Doch er war noch immer nicht mutig genug. Er weigerte sich weiterhin zurĂŒck nach Ninive zu gehen. „Wir werden sterben wegen dir“, brĂŒllte ein muskelbepackter Riese aus dem hinteren Teil des Schiffs. Und der KapitĂ€n gab den Befehl, das Schiff zu wenden und zurĂŒck zum Hafen zu rudern.

„Zuuuu gleich. Zuuuu gleich. Zuuu gleich.“, ertönte das Kommando fĂŒr die starken Ruderer. Doch sie hatten keine Chance gegen den Sturm. Das Boot war nicht zu steuern und wurde von den Wellen wie ein Spielball hin- und hergeworfen.

Jona spĂŒrte, dass sie gemeinsam keine Chance zu ĂŒberleben hatten. Wenn er sich weiter im Boot versteckte, dann wĂŒrde nicht nur er sterben, sondern auch alle anderen MĂ€nner an Bord. Notgedrungen machte er den Vorschlag: „Ich werde ins Meer springen. Dann könnt ihr ĂŒberleben.“ Dieser Vorschlag klang ziemlich bekloppt. Wer wĂŒrde bei diesem Sturm freiwillig baden gehen? Die Gefahr zu ertrinken war mehr als wahrscheinlich. Doch nach einer weiteren schlaflosen und aufreibenden Nacht, in der die kraftstrotzenden Ruderer keinen Meter vorangekommen waren, packten die MĂ€nner Jona und warfen ihn ĂŒber das SchiffsgelĂ€nder.

Kaum hatten sie Jona ĂŒber die BrĂŒstung geworfen, klarte der Himmel auf und der Orkan beruhigte sich. Verdattert standen die SeemĂ€nner auf Deck und konnten ihren Augen kaum trauen. Es war, als wĂŒrde man von einem bösen Traum erwachen. Das Meer beruhigte sich schlagartig. Da begannen die Seeleute Gott zu loben und ihm zu danken. Sie nahmen ihren Kurs wieder auf und setzten ihre Fahrt ohne Jona fort.

Jona plantschte hilflos im Wasser und versuchte sich unbeholfen das Salzwasser aus seinen Augen zu reiben und nicht unterzugehen. Panisch sah er zu, wie sich das Boot langsam entfernte. Er hatte keine Chance mehr, es einzuholen. Links und rechts von ihm gab es nur Wasser und kleine Fische, die in Gruppen umherschwammen. Die Gedanken ĂŒberschlugen sich in Jonas Kopf. Deshalb bemerkte er auch nicht, dass ein riesiges Tier auf ihn und den Sardinenschwarm zuschwamm. Erst im letzten Augenblick entdeckte Jona den Wal. Der Wal hatte eine stromlinienförmige Gestalt und besaß zwei vordere Flossen, eine Flosse auf dem RĂŒcken und eine riesige Schwanzflosse, mit der er sich trotz seiner unglaublichen GrĂ¶ĂŸe flink und elegant durchs Meer bewegte. Jona verstand nicht, wie sich ein so großes Tier so lautlos anschleichen konnte. Der Wal war bestimmt achtmal so groß wie Jona und offensichtlich ein wesentlich besserer Schwimmer.

Ehe sich Jona versah, da öffnete der Wal sein riesiges Maul und das Wasser zog Jona direkt hinein. Jona fĂŒhlte einen Druck um seine HĂŒfte und wusste sofort, was passierte. „Der Wal verschluckt mich aus Versehen zusammen mit seinem Mittagsessen“, dachte Jona und plumpste in den riesigen Bauch des Wals. Jona war im Magen gefangen, aber er hatte dort immerhin Luft und konnte atmen. Verzweifelt begann Jona zu weinen und endlich sah er seinen Fehler ein. Er betete: „Gott, ich brauche deine Hilfe! Du hast mich in das tiefe Meer geworfen, weil ich nicht auf dich hören wollte. Ich wollte deinen Plan nicht ausfĂŒhren, aber jetzt geht es mir noch viel schlimmer als in Ninive. Lieber Gott, ich will deinen Plan erfĂŒllen, wenn du mir nur das Leben rettest.“ Jona betete lange, immer wieder fielen ihm die Augen vor MĂŒdigkeit zu. Er hatte kein ZeitgefĂŒhl mehr und wusste nicht, dass er schon drei Tage im Bauch des Wales war. Gott aber hörte die Gebete von Jona und hatte Mitleid mit ihm. Gott ließ den Wal in Richtung Hafen schwimmen und nach drei Tagen spuckte der Wal Jona mit einem mĂ€chtigen Wasserstrahl ins Freie. Es fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde Jona mit Tonnen von Wasser herausgespĂŒlt werden.

Jona freute sich riesig, als er den blauen Himmel ĂŒber sich sah. Mit letzter Kraft schwamm er zum Ufer. Die Leute im Hafen hatten gesehen, wie der Wal ihn ausgespuckt hatte und rannten ihm entgegen. Sie zogen Jona an Land und brachten ihm frische Kleider. Kinder rannten los und holten fĂŒr ihn Essen und Trinken. Dann wollten alle hören, was Jona passiert war. Jona erzĂ€hlte ihnen seine unglaubliche Geschichte und ruhte bei ihnen aus, um wieder zu KrĂ€ften zu kommen.

In der folgenden Nacht hörte Jona wieder Gottes Rufen: „Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, zu der großen Stadt. Ruf den Leuten in Ninive all das zu, was ich dir sagen werde!“ Dieses Mal hörte Jona auf Gott. Er sprang gleich beim ersten Sonnenstrahl auf und machte sich auf den Weg.

Als er nach seiner langen Reise in Ninive ankam, lief er einen ganzen Tag durch die Stadt und rief aus voller Kehle den Bewohnern zu: „Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört, wenn ihr so weitermacht!“ Die Leute in Ninive hörten auf Jona und nahmen ihn ernst, denn sie hatten die Geschichte von seiner Reise gehört und wussten, wie mĂ€chtig Gott ist. Sie glaubten Gott. Sogar der König von Ninive hörte die Geschichte von Jonas Reise und befahl seinem Volk deshalb, Gott um Verzeihung zu bitten und zu fasten. Die Erwachsenen und die Kinder zogen ihre FestgewĂ€nder aus und legten BußgewĂ€nder an. Der König stand von seinem Thron auf und zog sogar seinen Königsmantel aus. Da sah Gott, dass die Einwohner seine Warnung ernst nahmen und dass sie alles versuchten, sich zu bessern. Da hatte Gott Mitleid mit ihnen und er verschonte die Stadt Ninive mit ihren hundertzwangigtausend Menschen und mit all den Tieren, die dort lebten.

Jona lernte damals, dass wir Menschen die PlĂ€ne Gottes oft nicht verstehen können. Aber Gottes Plan wird sich immer – frĂŒher oder spĂ€ter – erfĂŒllen und Gott greift den Menschen unter die Arme, damit sie die Kraft haben, seinen Plan umzusetzen.

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Registriert: Oct 2000

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