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Leselupe.de > Gereimtes
Joshua Harris und Roger Pew
Eingestellt am 16. 05. 2007 09:46


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AlexT
Autorenanw├Ąrter
Registriert: May 2006

Werke: 9
Kommentare: 20
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Zwei "Fr├Âsche", beide gleich an Rang und W├╝rde,
Davon ein jeder christlich supertoll,
Die nehmen in der Welt fast jede H├╝rde
Uns zu erz├Ąhlen, was dem Herren wohl.

Wie man begegnet jenem Druck im Bauch
Und wie man dann verf├Ąhrt beim ersten Kuss
Was wahre Liebe ist, was Schall und Rauch
Und wann man soll gef├Ąlligst machen Schluss.

Denn wir sind Toren. Sie allein sind weise
Und sie sind gut, und wir doch arm und schlecht,
Und aus der Welt verkehrtesten Geleisen
Sie wollen alle Christen leiten recht.

Wollt ihr geduldig euer Ohr dem leihen,
So wirds von allen ├ťbeln euch befreien.

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1536
Kommentare: 9780
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Hallo AlexT,

heldenhaft an das Sonett gewagt! Wunderbar, da├č Du das tust, im Ernst. Es ist schlie├člich mit die K├Ânigsdisziplin im Reimgedicht.

quote:
Wie man begegnet Schmetterlingen im Bauch
Und wie man dann verf├Ąhrt beim ersten Kuss
Was wahre Liebe ist, was Schall und Rauch
Und wann man soll gef├Ąlligst machen Schluss.
Diese Strophe hat allerdings im ersten Vers eine Silbe zuviel f├╝r den gew├Ąhlten f├╝nfhebigen Jambus. Es ist die blau unterlegte.

So w├╝rde es aufgehen:
quote:
Wie man begegnet jenem Druck im Bauch
Und wie man dann verf├Ąhrt beim ersten Kuss
Was wahre Liebe ist, was Schall und Rauch,
Und wann man soll gef├Ąlligst machen Schluss.
Der letzte Vers ist der inhaltlich am wenigsten "ausgereifte", hier ist Arbeit n├Âtig, weil gereimt wird um des Reimes willen und deshalb auch das Bild nicht wirklich ├╝berzeugt.

Ebenso Strophe 1:
quote:
Zwei "Fr├Âsche", beide gleich an Rang und W├╝rde,
Davon ein jeder christlich supertoll,
Die nehmen in der Welt fast jede H├╝rde
Uns zu erz├Ąhlen, was der Herr gewollt.
Hier ist ein unreiner Reim, der in diese streng komponierte Gedichtform nicht so recht passen will. Selbst meine Alternative
quote:
Zwei "Fr├Âsche", beide gleich an Rang und W├╝rde,
Davon ein jeder christlich supertoll,
Die nehmen in der Welt fast jede H├╝rde
Uns zu erz├Ąhlen, was dem Herren wohl.
├╝berzeugt nicht ganz, ist aber in jedem Falle der jetzigen Formulierung vorzuziehen. In der ersten Strophe st├Ârt auch, weil mit dem Wort "supertoll" irgendwie der getragene Sprachduktus durchbrochen wird, ohne da├č damit etwas ausgesagt w├╝rde, es ist wohl des sonst nicht erreichbaren Reimes wegen.

Nicht ganz erschl├şe├čt sich mir, was das Thema "Christ" hier zu suchen hat, wenn man die "Moral von der Geschicht", die doch eher platt ausf├Ąllt und deren ironischer Zwischensinn nicht eigentlich ├╝berzeugt, nicht auf dieses sehr eng ausgelegte "Christentum" (Vaterunser) bezieht. Die "Fr├Âsche" sind wohl eher schwarzgewandete Kirchenf├╝hrer aus einer Glaubensrichtung, deren Chef in Rom angesiedelt ist, spekuliere ich einmal ins Gr├╝ne (der Fr├Âsche wegen). Es nag allerdings sein, da├č ich die beiden literarischen Gestalten, denen das Werk gewidmet ist, im Augenblick nicht richtig zuordnen kann.

Nichts f├╝r ungut: Ich ziehe alle H├╝te vor dem formal schon sehr gut gelungenen Sonettversuch. Allerdings verf├╝hrt diese Form des Lehrgedichts gerne dazu, die Form ├╝ber den Inhalt zu stellen, und das ist meist nicht von Erfolg gekr├Ânt. Ein Hinweis ├╝brigens, den auch ich mir sicher immer wieder vorhalten lassen mu├č. Aber auch wenn er wohlfeil ist, hier ist er dennoch angebracht.

Liebe Gr├╝├če vom Sonetter zu Sonetter

W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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AlexT
Autorenanw├Ąrter
Registriert: May 2006

Werke: 9
Kommentare: 20
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Hallo Walther,

erstmal danke f├╝r die Anerkennung. Auch wenn Sonette in Wahrheit mit die ersten Werke bzw. Versuche sind, die es von mir hier auf LL zu sehen gibt. Nur so - wenn Du in meinem Profil st├Âberst, wird, glaub ich, ein Sonett chronologisch als Erstes kommen, und nicht nur eins. Es war halt die erste spezielle Gedichtform, die ich verstanden habe und die mich fasziniert hat. Zumal wir das dauernd in der Schule besprachen - Barock, Shakespeare, Expressionismus...

Dieses ganze Werk ist eine Satire, wie Du richtig erkannt hast. Die "Fr├Âsche" sind eine Anspielung auf den Buchtitel "Ungek├╝sst und doch kein Frosch" von Joshua HArris, den es in jedem christlichen Buchladen vor Ort geben d├╝rfte. Er und die andere Titelgestalt sind zwei christliche Liebesberater aus den USA, die per Buch und/oder Vortrag ihre spezielle Sichtweise zum Thema NUmmer eins popul├Ąr machen und sich dabei mehr oder weniger wie Tr├Ąger absoluter Wahrheit benehmen. Das "supertoll" war absichtlich so "herablassend" eingebaut, denn es zeigt ganz gut, wie diese wohlmeinendnen aber beschr├Ąnkten Menschen f├╝r ihr Publikum das Image total toller Christen genie├čen (hoffentlich nicht ganz so willig, grenzt manchmal an G├Âtzendienst!)und das Motto "ICh bin gut, du bist schlecht" unweigerlich irgendwie durchsickern lassen. ZUmindest der eine "ungek├╝sste Frosch" da, der Joshua - er bem├╝ht sich zwar, das zu vermeiden, aber es klappt nicht anders. Der andere war zu einem Vortrag an unserer Schule eingeladen, wo ich nat├╝rlcih nicht hingegangen, schon ungef├Ąhr wissend, in welchem Gesit sich solche B├╝cher, Foren(!), Vortr├Ąge et cetera bewegen,und nach den ZEugnissen der Schulkollegen waren die INhalte dem "Ungek├╝sst und doch kein Frosch" in der Tat ├Ąhnlcih. Diese "merkw├╝rdigen" Sachen, die h├Âchstens f├╝r ewig Pubertierende und anderweitig Engstirnige - erfahrungsgem├Ą├č die Mehrheit - gut sind, waren schon ein nerviges KApitel in meienm Geistesleben.

Deine Anmerkungen werde ich mir zu Herzennehmen. Ich glaube, die ├änderugnen werd eich gleich einbauen und die Reihenfloge der Verse 2 und 3 ├Ąndern, dass es logishcer wird. Nochmal vielen Dank.

Dein Kollege
Alex

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