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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Jugendgeschichte / Liebesgeschichte
Eingestellt am 04. 01. 2016 15:00


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Caro
Hobbydichter
Registriert: Dec 2015

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Und sie war wie der Mond

Leider war ich nie gut darin, Geschichten zu erz├Ąhlen, jedoch habe ich das Gef├╝hl, dass heute der Tag sein sollte, zumindest meine Geschichte zu Papier zu bringen. Besser gesagt ihre Geschichte.
Ich hoffe, dass diese Geschichte vielleicht nie enden wird, aber ist es nicht gerade das, was wir uns in unserem Leben w├╝nschen ? Eine nie endende Liebesgeschichte?
Dies hier soll nur an den wahrscheinlich epischsten Dialog meines Lebens erinnern. Aber dazu komme ich noch.

Ich kannte sie bisher nur vom Sehen. Was f├╝r ein Narr ich gewesen sein muss, sie nicht fr├╝her bemerkt zu haben. Wie konnte man ihre leuchtend roten Haare nur ignorieren? Doch vielleicht war jetzt in den Herbstferien meine Zeit. Jetzt, wo ich endlich ├╝ber meine vergangenen Liebesbeziehungen hinweg war. Dennoch, ich w├╝nschte mir ich h├Ątte jetzt schon mehr Zeit mit ihr verbracht, mehr Unterhaltungen gef├╝hrt und sie ├Âfter im Arm neben mir liegen gehabt. Ich liebte es, wie sie meinen langweiligen Geschichten lauschte, ohne nur einmal das Interesse zu verlieren. Ich liebte es, wie sie grinste wenn sie meine Grammatik berichtigte, obwohl sie es nie besser machte. Ich liebte es wie sie meine Bettdecke in Anspruch nahm und sie nicht mehr hergeben wollte.
Dies alles liebte ich an ihr, und ich wusste, dass ich ihr das irgendwann offenbaren musste.

\"Ich wei├č, dass klingt jetzt total bescheuert, aber ich liebe den Mond.\", sagte sie gedankenverloren durch das Fenster starrend.
\"Keine Ahnung wieso, irgendwie habe ich mich nachts immer wohler gef├╝hlt, dass ist dann so, als w├Ąre die Welt nur f├╝r mich da und niemand k├Ânnte sie mir je wegnehmen.\"
\"Das klingt nicht bescheuert.\", beteuerte ich, doch sie schien mich kaum wahrzunehmen. Das Mondlicht schien ins Zimmer und lie├č ihre Haut wie Marmor schimmern.

\"Wei├čt du, was mich an Filmen immer fasziniert? Die Menschen k├Ânnen dort unheimlich sch├Âne Dialoge halten. Es ist faszinierend, wie sie ohne gro├č nachzudenken die sch├Ânsten Liebeserkl├Ąrungen machen k├Ânnen, ohne rot zu werden oder sich zu versprechen. Ich w├╝nschte, ich k├Ânnte auch derartige Dialoge f├╝hren, die die Leute zum Nachdenken bringen.\", sie sagte dies ohne mich nur einmal anzusehen. Sie tr├Ąumte von ihrem eigenen kleinen Film, in dem sie die Hauptrolle spielen sollte.
\"Leider bef├╝rchte ich, dass die Dialoge in Filmen ganz anders in der Wirklichkeit wahrgenommen werden w├╝rden.\" Ich wollte nicht an ihr zweifeln, jedoch war ich einfach ein hoffnungsloser Besserwisser.
\"Aber das ├Ąndert doch nichts an dem Dialog an sich! Wenn man ihn ausdrucken w├╝rde und an die Wand bringen w├╝rde, bleibt er in seiner Botschaft wundersch├Ân und ich k├Ânnte ihn mir immer noch an meinen Schrank h├Ąngen.\"
Ich erinnerte mich an ihren Kleiderschrank. Er war wei├č und an ihm hingen Papierschnipsel mit Zitaten ihres Lieblingsautors. Sie sagte, sie w├╝rde manchmal da sitzen und sich die Zitate ansehen und sich dadurch erinnern, wer sie ist und wer sie sein will. \'Denn es liegt immer in unserer Hand wer wir sind, nur viele vergessen diese Tatsache.\' und ich liebte sie so, wie sie ist.
Und so beschloss ich, ihr einen epischen Dialog zu halten, denn den verdiente sie, und ich wollte ihr alles geben, was sie sich w├╝nschte.

\"Hast du noch ein wenig Zeit?\", fragte ich.
\"Ich denke schon, wieso ?\" Sie sah mich misstrauisch an.
\"Wirst du schon sehen.\"
Sie l├Ąchelte und rappelte sich von meinem Bett hoch. Ihre Haare waren zerzaust. Sie sah wundersch├Ân aus.
Nachdem wir unsere Jacken angezogen hatten gingen wir ein St├╝ck. Ich f├╝hrte sie zu einem Waldweg und leuchtete den Weg mit einer Taschenlampe, die das einzige Licht weit und breit zu sein schien.

Sie hielt sich an meinem Arm fest, denn sie behauptete sie h├Ątte ein unsagbares Talent auszurutschen und hinzufallen. Und so hielt ich sie.
\"Wo willst du denn hin ?\", quengelte sie.
\"Ein epischer Dialog ben├Âtigt eine epische Kulisse.\" Mehr, sagte ich nicht. Wir starrten still in den Lichtkegel der Taschenlampe und lauschten dem knisternden Laub unter unseren F├╝├čen.

Endlich kamen wir zum See, in dem sich der Mond unnachahmlich spiegelte. Er leuchtete in einem hellen orange. Noch sch├Âner als ich es mir ausgemalt hatte.
\"Das sieht so sch├Ân aus!\", sie schien sprachlos zu sein, ich hoffte , dass mich die Sprachlosigkeit nicht erreichen w├╝rde.
\"Dann leg mal los, ich bin gespannt.\", zwitscherte sie vergn├╝gt und ich versuchte ruhig zu atmen, doch ich konnte mein Herz durch meine dicke Winterjacke pochen h├Âren. Ich atmete tief ein und versuchte die passenden Worte zu finden. Sie hatte den Kopf an meine Schulter gelehnt, den Blick wie ich, starr auf den Mond ├╝ber uns gerichtet.

\"Ich habe mal gelesen, die Sonne w├Ąre der Ausdruck aller Freude auf der Welt. Und der Mond ist das Ebenbild der Sonne, weswegen er der Ausdruck aller Freude in der Nacht ist. Als du heute, wo du bei mir warst dar├╝ber sprachest, wie wundersch├Ân du den Mond findest, habe ich direkt die Parallelen zwischen euch gesehen. Du bist f├╝r mich wie der Mond. Doch er wird nie so hell sein k├Ânnen wie du.
Wir hatten auch einmal ├╝ber Zeit geredet, wie es doch m├Âglich ist, dass es unterschiedliche Unendlichkeiten geben kann, so wie es dich dein Lieblingsautor gelehrt hat. Zeit ist unglaublich schwer auszudr├╝cken, die Physik k├Ąmpft damit schon seit Jahren. Wie kann es m├Âglich sein, dass sich eine Minute wie eine Stunde anf├╝hlt. Genauso schwer ist es f├╝r mich zu erkl├Ąren, wie es m├Âglich sein kann, dass die Zeit stehen bleibt, wenn ich mit dir zusammen bin. Obwohl wir uns erst seit 1 ┬Ż Wochen kennen, kommt es mir wie eine kleine Unendlichkeit mit dir vor. Doch was noch viel schwieriger zu erkl├Ąren ist als die Zeit, sind meine Gef├╝hle f├╝r dich und was du in der kurzen Zeit alles in mir bewegt hast.\"

Sie sagte kein Wort. Sie starrte auf die Spiegelung des Mondes im Wasser.
\"Das war eindeutig ein epischer DialogÔÇŽ Danke.\", fl├╝sterte sie schlie├člich und gab mir einen Kuss auf die Wange.
\"Ich w├╝nschte, ich k├Ânnte das auch so gut wie du.\"
Und dann k├╝sste ich sie und es war mir egal, was passieren w├╝rde, oder ob wir uns erst 1 ┬Ż Wochen kennen, denn ich hatte das Gef├╝hl, das Richtige zu tun und ich wusste, ich k├Ânnte es nie bereuen. Und dann standen wir da, starrten weiter auf das Wasser, und ich hielt sie einfach nur fest.
\"Wie beendet man so einen epischen Dialog am Besten?\", fragte ich sie leise und sie sah mich an und l├Ąchelte.
\"Am besten wahrscheinlich durch ein Ausrutschen im Matsch und einen epischen Hinflug meinerseits, damit aus der Schnulze eine Liebeskom├Âdie wird.\"
\"Klingt gut.\", scherzte ich und so gingen wir zur├╝ck, wobei ich darauf achtete, dass sie nicht Bekanntschaft mit dem matschigen Boden machte, bevor sie ins Auto stieg, mir einen kurzen Abschiedskuss gab und \"Bis dann.\" fl├╝sterte.

Tats├Ąchlich k├Ânnte diese Geschichte hier ein Ende haben. ├ťberaus dramatisch und traumhaft romantisch. Doch so ist es im Leben leider nicht. Unsere Geschichte endet vielleicht, doch ist es nicht unfair f├╝r die Zuh├Ârer, eine Geschichte nur so weit zu erz├Ąhlen, dass sie zwar wundersch├Ân ist, aber so viele Fragen offen l├Ąsst?
Wer war dieses M├Ądchen, dass ich so liebte?
Ich w├╝nschte ich h├Ątte die Antwort auf diese Frage bereits mit einbauen k├Ânnen, doch zu dem Zeitpunkt hatte ich tats├Ąchlich keine Ahnung von ihr. Doch das sollte sich in den n├Ąchsten Wochen ├Ąndern.

Es war ein regnerischer Herbsttag, die N├Ąchte des klaren Himmels mit klaren Worten waren vorbei und ich starrte abwechselnd aus dem Fenster und auf mein Telefon:

Keine neuen Nachrichten.

Hatte ich mich schon so daran gew├Âhnt, morgens eine Nachricht von ihr zu haben, weil sie grunds├Ątzlich vor mir wach wurde? Wie abh├Ąngig konnte man bereits nach 1 ┬Ż Wochen von einer Person sein? Und war das gesund?
Mein Essen hatte ich vor Nervosit├Ąt noch nicht einmal anger├╝hrt. Ich konnte mein Telefon nicht aus der Hand legen.
Sollte ich ihr einfach schreiben? Bedr├Ąnge ich sie dadurch? Waren wir jetzt zusammen, oder war das alles ein einmaliges Erlebnis, welches ich vielleicht sp├Ąter meinen Enkeln erz├Ąhlen konnte, jedoch nie gr├Â├čeren Einfluss auf mein weiteres Leben nehmen w├╝rde?

Ich seufzte. Wieso muss ich eigentlich immer so viel nachdenken?
Ich war garnicht wie sie. Sie war spontan, lustig, schadenfroh, ohne je gemein zu sein. Sie zeigte immer wie sie sich f├╝hlte und dachte nie dar├╝ber nach wie ihr Verhalten auf andere wirken k├Ânnte.
Doch meine Einsch├Ątzung erwies sich als falsch, aber das sollte ich noch herausfinden.




__________________
CK

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