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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Jugendkultur - verraten und verkauft?
Eingestellt am 29. 05. 2006 13:05


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DayDreamer
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Jugendkultur - verraten und verkauft?

Man sinniert. Vaterfiguren, Schlüsselerlebnisse, Zukunftspropheten. Irgendwo in diesem Gemisch aus Ausbildungsschwerpunkten, Liebe – alternativ mit oder ohne Kummer - und Weltenschmerz findet sich neben radikalen Lösungsansätzen und dem Mut richtige Fragen richtig zu stellen auch etwas, das man bisweilen wohl „Jugendkultur“ nennen durfte.
Eine Auffassung, die man zumindest bis Ende der 80er, 90er Jahre durchaus vertreten konnte.

Und heute? Jugendkultur als weisungsbefugte Leitkultur – fern von Leid und Kultur? Der Kultur distanziere ich mich völlig – mir sind weder Künstler der Jugendkultur, noch Vernissagen noch Gemälde und auch keine Museen dieser Generation bekannt. Auch dem Leidbild möchte man sich verwehren, wenn man die „Chance“ hat zwischen Snackriegeln und „glücklichen Mahlzeiten“ in die virtuelle Realität zu wechseln und mit Superkräften die Welt rettet. Indessen man die reale Welt den Tatsachen preisgibt und nicht einmal einen Gedanken an ein anbahnendes „Game Over“ verschwendet.

Ich rede von einer Generation, die glaubt bereits alles erreicht zu haben für das es sich zu kämpfen lohnt. Zu aufmüpfig, um vollständig in einer komaähnlichen Lethargie zu verharren – zu bequem um die Konfrontation zu suchen. Eingelullt und zugetextet von Popidolen, radikalisiert und diskriminiert von blauäugigen Pseudovisionären wird uns - der „Generation Richterin Barbara Salesch“ – Gerechtigkeit vorexerziert. Selbstverständlich medial subversiv bekömmlich aufbereitet zwischen all den Werbepausen.

Man gibt uns vor, dass wir alles wissen; man offeriert uns alle Möglichkeiten und Chancen. Man versichert uns, wir müssen uns um nichts kümmern; brauchen uns um nichts zu sorgen – müssen keinen Beitrag leisten. Doch brauchen wir Versicherungsvertreter, die uns derartiges belehren? Brauchen wir diese Beschwichtigungsversuche der „anderen Generation“?

Währendessen gehen wir in die Plattenläden und ergötzen uns an „Jimmy Hendrix“, „Uriah Heep“ und den sonstigen „Woodstock People“. Wir lesen Voltaire, Heine, Eichendorff, Brecht, Thorberg und Wedekind – lesen von den Rechten und Pflichten der Jugend. Und dennoch wird man das Gefühl nicht los, doch nur ein passiver Getriebener der vorgegebenen Entwicklung zu sein.

Indem man uns durch die Informationsflut der Vernetzung jagt und uns vorwirft, doch sowieso nicht an Lösungen interessiert zu sein, lenkt man uns von unserer eigentlichen Aufgabe ab. Positionen zu entwickeln, Forderungen zu stellen, aufmerksam zu sein und aktiv zu leben: Eben „richtige Fragen zur richtigen Zeit zu stellen“.

Holen wir uns zurück, was uns geraubt wurde und machen das, was uns zusteht. Wir müssen keine Künstler sein; müssen keine Vernissagen und Museen eröffnen um die Zeitzeugen zu erreichen. Kulturen und Künstler, so sagt man, sind erst dann erfolgreich wenn sie Jahrzehnte unter der Erde liegen.

SchĂĽtzen wir unsere Jugendkultur vor diesem zweifelhaften Erfolg. Es geht um uns. Darum, richtige Fragen zur richtigen Zeit zu stellen.

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