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Leselupe.de > Kurzprosa
Julia lost Romeo
Eingestellt am 05. 01. 2004 01:00


Autor
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DemonWolf
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2003

Werke: 2
Kommentare: 12
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Eine sternenklare Fr√ľhlingsnacht, man h√∂rt aus dem nahen Wald das Lied der Nachtigall leise her√ľberwehen. Der Friedhof liegt ruhig und verlassen, pl√∂tzlich √∂ffnet sich quietschend das alte Eingangstor. Ein junges Paar betritt den ruhigen Ort. Er, ein breitschultriger blonder H√ľhne, h√§lt sie, ein zartes schwarzhaariges M√§dchen, in seinem muskul√∂sen Arm. Langsam gehen sie durch die Reihen der Gr√§ber auf eine Bank zu. Sie sitzen umgeben von einem Meer aus ‚Äěewigen Lichtern‚Äú. Z√§rtlich streichelt er ihr Haar, w√§rend sie seinen Hals k√ľsst. Nach einer Weile der Z√§rtlichkeit und des Schweigens, erheben sich die Beiden und verlassen den Friedhof, wobei sie ihm leise zufl√ľstert:
Ich liebe die Nacht
Und ich liebe Dich
Ich bin die Nacht
Und du bist ich

Eine sterile Arztpraxis, das einheitliche Wei√ü der W√§nde und des Bodens wird nurnoch durch den wei√üen Schreibtisch verst√§rkt. Sie sitzen nebeneinander, seine schwarze Lederjacke und seine schwarze Jeans wirken, zusammen mit ihrem langen schwarzen Kleid, fast schon wie ein Sacrileg. Schweigend betritt der Arzt das Zimmer und setzt sich in seinen Stuhl. Er grinst den Arzt an: ‚ÄěSehen sie, es ist alles in bester Ordnung.‚Äú Der Arzt sieht ihn √ľber den Rand seiner Brille hinweg an, man sieht, wie er nach Worten sucht. Das Junge Paar sieht in verunsichert an. ‚ÄěDer Test war positiv, aber....‚Äú der Rest des Satzes geht in einem lauten Knallen unter. Der Stuhl des jungen Mannes ist umgefallen, kreidebleich steht er da und sieht den Arzt an, dann verl√§√üt er fluchtartig den Raum. Sie sitzt weiter auf ihrem Stuhl, ihre Augen schimmern feucht. Der Arzt erz√§hlt ihr, da√ü der Krankheitsverlauf sehr lange dauern kann, und da√ü die Medizin sich immer weiter entwickelt, doch sie h√∂rt nicht zu. In ihrem Kopf kreist nur ein winziger Gedichtsvers:
Ich sehe die Zukunft
Und ich sehe nichts
Du warst die Zukunft
Und wir waren eins

Er liegt im Krankenhaus, seine ehemals braune Haut ist grau und von Geschw√ľhren √ľbers√§ht. Seine Wangen sind eingefallen und an seinen ehemals so kraftvollen Armen h√§ngen duzende Ger√§te und Infusionen. Sie sitzt auf einem Hocker und h√§lt seine Hand, vor ihren Augen sieht sie was ihr bevorsteht, doch das k√ľmmert sie nicht. All ihre Gedanken drehen sich um ihn, da√ü er noch solange k√§mpfen soll bis es ein Heilmittel gibt. Er hebt seine Hand, grau und abgemagert, und streichelt √ľber ihr Haar. Eine Tr√§ne rollt √ľber ihre Wange, w√§rend ihn ein Hustenanfall sch√ľttelt. ‚ÄěIch liebe dich‚Äú, sagt er, doch seine Stimme ist kaum noch zu vernehmen, nur noch ein heiseres Kr√§chzen, das beinahe von dem Piepen der Krankenhausger√§te verschluckt wird. Sie sieht ihn in die Augen und mit fester Stimme sagt sie:
Ich sehe deinen Kampf
Und ich sehe mich
Du wirst leben
Genau wie ich

Ein st√ľrmischer Herbsttag, nasse Bl√§tter segeln im Wind umher, man h√∂rt ausser dem Kreischen des Windes keinen Laut. Sie steht auf einem Friedhof und schaut auf sein Grab. Ihre langen schwarzen Haare wehen im Wind. Der Regen vermengt sich mit den Tr√§nen in ihrem Gesicht. Ihre einst so zarte Haut ist von Krankheit gezeichnet. Dunkle Ringe sind unter ihren Augen und ihre einst so weichen Lippen sind rissig und vertrocknet. W√§rend sie einen gro√üen Strauss rote Rosen auf sein Grab legt sagt sie:
Ich sehe dein Grab
Und ich sehe mich
Du bist tot
Und bald auch ich






Sorry wusste leider nicht in welchen bereich Haibuns hineingehören.
__________________
Ein jeder Mensch hat das Recht zu sein was er ist - Aleister Crowley

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kate
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2001

Werke: 22
Kommentare: 13
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Hi DemonWolf!

Ich finde dein Werk echt schön. Ist dir wirklich gelungen.
Trotzdem es sehr traurig ist wirkt es sehr leicht.
__________________
Kommentare erw√ľnscht!!

~~Phantasie ist ein Weg zum Herzen.~~

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pipi-barfuss
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2003

Werke: 52
Kommentare: 312
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hallo demon wolf,

wow, harter tobak. sehr gut beschrieben.die wut, verzweiflung und die liebe.
im ersten moment musst ich √ľberlegen,test?? hiv-test?? krebs??
aber nun ist es mir klar.

gefällt mir dein text.

gruß pipi
__________________
Lebe den Augenblick,auch wenn du mit einem Bein schon in der Zukunft stehst und mit dem anderen noch in der Vergangenheit

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DemonWolf
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2003

Werke: 2
Kommentare: 12
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Danke euch allen f√ľr eure Kritik. F√ľhle mich sehr geschmeichelt. ich hoffe, das war nicht nur weil ich neu auf dieser Seite bin.
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