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Leselupe.de > Humor und Satire
Julimond in Hessen
Eingestellt am 26. 02. 2002 11:32


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knychen
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Julimond in Hessen

Mitte Juli fuhr ich abends in Berlin los mit Ziel Neu Isenburg bei Offenbach. Es wurde dunkel und ein herrlicher Neumond ging auf.
Neumond im Juli, das heisst: eine tiefschwarze Nacht, ein strahlender Sternenhimmel, tropische Temperaturen, √ľberall verliebte Paare und Singles, die Ersteres werden wollen, Gekicher in den Parkanlagen usw.
Ungef√§hr um 02.30 Uhr w√ľrde ich in Neu Isenburg sein, sollte dort meine gesetzlich vorgeschriebenen neun Stunden Pause machen und dann vier grosse Betonfertigteile auf einer Baustelle entladen. Ein Kollege hatte mir erz√§hlt, dass es mit Parkpl√§tzen in direkter N√§he der Baustelle schlecht aussehe, also blieb mir als letzte M√∂glichkeit f√ľr eine ungest√∂rte Pause nur ein kleiner Parkplatz auf der A661 kurz vor dem Offenbacher Kreuz.
Nun ist es in Kraftfahrerkreisen kein Geheimnis, dass dort ein regional bekannter Schwulentreffpunkt ist, aber ich dachte mir, wenn ich um halbdrei in der Nacht ankomme, die Gardine zuschiebe und mich ins Bett lege, habe ich meine Ruhe, aber es war ja Neumond im Juli.
Schon als ich auf den Platz einbog, p√ľnktlich um 02.30 Uhr, fielen mir die vielen Autos,
√ľberwiegend mit Kennzeichen aus der Umgebung, auf.
DA, F, OF, WI und √Ąhnliches war vertreten.
Einzelne M√§nner, meist mittleren Alters, standen herum, redeten miteinander, musterten sich, flirteten, rauchten und ab und an verschwanden Einzelne oder Paare durch ein fehlendes Zaunfeld im Dunkel der B√ľsche.
Als Lkw-Fahrer mit derselben sexuellen Ausrichtung wie diese Herren h√§tte ich mich wahrscheinlich dazugesellt und damit w√§re die Situation klargewesen, aber ich bin nun Mal hetero, also drehte ich den Schl√ľssel, zog die Gardine gut zu, vergewisserte mich, dass kein Spanner auch nur die geringste Chance h√§tte, verriegelte die T√ľren, a√ü noch etwas und legte mich ins Bett und las die fantastische Geschichte: ‚ÄěDas Haar aus dem Barte Mohammeds‚Äú von Dimiter Peew.
Ganz kurz √ľberdachte ich noch das Deflorationsrisiko im Falle n√§chtlichen Urinierens und kam zu dem Schluss, dass es angesichts dieses Swingerclubs dort drau√üen besser w√§re, mit Blasendruck zu schlafen und am kommenden Vormittag im Schutze der Helligkeit zu pinkeln.
Nun ist die Fl√§che auf diesem Parkplatz ziemlich begrenzt und ein Lkw-Fahrer, der ohne Ambitionen auf ein amour√∂ses Abenteuer seinen sechzehneinhalb Meter langen Sattelzug dort abstellt, tja, der ist sozusagen der Liebest√∂ter f√ľr mindestens f√ľnf Pkw-Fahrer.
Aber ich f√ľhlte mich im Recht, ist ja schlie√ülich √∂ffentlicher Parkraum.
Ich las noch ungefähr eine Stunde und hatte gerade die nötige Bettschwere erreicht, als es plötzlich polterte.
Das Fahrerhaus schwankte und an der Frontscheibe hörte ich seltsame Geräusche. Zuerst dachte ich, dass vielleicht jemand beim Einparken gegen mein Auto getippt hätte, aber als ich den Vorhang beiseite schob, traute ich meinen Augen kaum.
Ein schwarzhaariger Schnauzbart-Typ mit Kurzhaarfrisur stand, wahrscheinlich auf einen Helfer gest√ľtzt, vom Lederhosenbund an sichtbar mit ausgebreiteten Armen an der Frontscheibe. √úber den ansonsten nackten und muskul√∂sen Oberk√∂rper spannten sich sternf√∂rmig angeordnete schwarze Lederriemen, die √ľber dem Brustbein mittels eines Metallringes zusammengehalten wurden.
Dieser Police-Academy-Blue-Oyster-Bar-Leder-Typ klebte also wie Spiderman am Lkw und,
man glaubt es kaum, mit einem Mal fing er an, mir die eingetrockneten Insekten von der Scheibe zu lecken.
‚ÄěHalleluja‚Äú dachte ich ‚Äěwer zu so was imstande ist, der knackt auch ohne Skrupel Lkw-T√ľren, wenn so richtig Not am Manne ist und dann, mein lieber Ronald, solltest du unter allen Umst√§nden mit dem Arsch an der Wand bleiben.‚Äú
Ich bekam Panik.
Im Slip, so wie ich war, sprang ich ans Lenkrad, drehte den Schl√ľssel, zog die Gardine ganz beiseite und verlie√ü diesen Ort des Grauens.
Der Typ war bereits beim Anlassen des Motors runtergesprungen und stand mit zwei Anderen lachend rechts neben dem Auto.
Ich fuhr die Viertelstunde bis Neu Isenburg und stellte mich in eine Industriestrasse, die am Tage sehr belebt ist. Dass ich nun nicht mehr bis Mittag w√ľrde schlafen k√∂nnen, war mir klar und dass ich in der n√§chsten Polizeikontrolle wegen der Bewegung auf meiner Tachoscheibe
mitten in meiner Ruhepause Erklärungsnotstand hätte, war mir noch klarer, aber ich wollte nur meinen Hintern retten.
Im Nachhinein bin ich schon sehr erstaunt dar√ľber, zu welchen Mitteln manche Leute greifen, um ihr Revier zu verteidigen und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es bei der Aktion mit dem Scheibeablecken geblieben w√§re, aber als ich mit aufheulendem Motor von dem Parkplatz fuhr, war mir doch ganz sch√∂n flau im Magen und auch etwas tiefer.

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jorunn
Hobbydichter
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Hihi, Kynchen,

aber doch besser √Ąrger mit den Gr√ľnen als...
Grinsend,
Jorunn

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Omar Chajjam
???
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Was sagt der Text aus:

1. Ein Trucker ist eine arme Sau.
2. Homos sind immer gut drauf.
3. Neu Isenburg ist ein großer Sumpf.
4. Hessen sollte man weiträumig umfahren.

Daraus läßt sich schon mal ein Film machen, fehlt nur noch ne geile Frau.

Gruß
Omar

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knychen
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hallo omar,
wie kommst du auf das schmale brett, ein lkw-fahrer wär 'ne arme sau?
zu 2.-ob gut drauf oder gut drunter ist eine frage des standpunktes
zu 3.-neu isenburg liegt ja erst auf der anderen seite des offenbacher kreuzes und solche parkpl√§tze gibt es √ľberall in europa (kann ich im wortsinne aus erfahrung bezeugen)
zu 4.-hessen kann man nicht umfahren, wenn man im innerdeutschen fernverkehr tätig ist
trotzdem danke f√ľr die aufmerksamkeit
knychen

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knychen
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hallo jorunn,
der √§rger mit den gr√ľnen kann morgen nachgelesen werden, ist √ľbrigens auch in hessen passiert.
bis dann sagt knychen

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