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Leselupe.de > Gereimtes
Jungfer Marthel
Eingestellt am 12. 01. 2004 16:06


Autor
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Inge Anna
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Registriert: Apr 2001

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Jungfer Marthel

Ein Blickfang war die Marthel nie;
schon als sie in der Wiege schrie,
kehlte die Sippe im Choral:
"oh, schenkt dem Kloster Personal!"

Die Spiegel h├Âhnten ihr Gesicht,
doch Marthel nahm den Schleier nicht;
sie sp├╝rte unter ihrer Krust'
den Drang nach Mann und Liebeslust.

Ach, dass sie einer k├╝ssen t├Ąt',
bat sie im Wirbels├Ąulenbett,
in dem einst Tante Kath entschlief,
von Plackerei das R├╝ckgrat schief.

Kein Mann lie├č sich bei Marthel sehn -
so durfte das nicht weitergehn;
sie ├╝berfra├č sich dann und wann -
die Mehrzufuhr schlug m├Ąchtig an.

Mit drei├čig sie dann einen fand,
der wohl auf langer Leitung stand;
sein Kuss war kalte Katastroph' -
freiwillig walzte er vom Hof.

Zehn Jahr' danach kam Isidor,
der knackte ihren Haustresor,
hat flott sich aus dem Staub gemacht,
im R├╝ckenwind der Hochzeitsnacht.

Doch als sie sechzig, war's soweit -
ein Kegel-Opa mit viel Zeit,
er z├Ąhlte der Jahrzehnte acht,
k├╝sste die Runzeln mit Bedacht.

Dann setzte er die Brille auf
und tat 'nen langgezog'nen Schnauf.
Was er da sah, schnitt ihm das Wort -
sie kickte flugs die Brill' ihm fort.

__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Ein flott gemachtes, pfiffiges Gedicht "altj├╝ngferlichen Inhalts" jedoch ohne "Krust" und mit Lust zu lesen,
liebe Inge Anna. Meine Lieblingsstrophe ist die mit dem Isidor
"Im R├╝ckenwind der Hochzeitsnacht" *ein kr├Ąftiges Doppelgrins* daf├╝r!!!
Ja, in unserer, auf totale ├äu├čerlichkeit ausgerichteten
Welt, ist H├Ą├člichkeit, vor allem bei Frauen,
scheints ein Verbrechen.
Ein Gedicht nicht nur fr├Âhlichen Inhalts - regt auch zum Nachdenken an. Und man kann sich mit diesem Gedicht vor den eigenen Spiegel stellen in Gewi├čheit, da├č man selber
doch ziemlich weit von dieser H├Ą├člichkeit entfernt ist

W├╝nsche Dir einen
sch├Ânen Tag
und sende liebe Gr├╝├če
Klopfstock

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DeGie
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe I-A,

Du gestattest doch hoffentlich, da├č ich etwas moser - auch wenn die Story erheiternd ist und ein paar andere Besucher schon "nichts zu meckern" hatten.
Die Story ist durchaus "fl├╝ssig und mit Freude zu lesen".
Der rhythmische Flu├č pa├čt "augezeichnet" zum Inhalt.

Es bleiben aber ein paar Betonungsschw├Ąchen und diverse Unschl├╝ssigkeiten, weshalb man sagen k├Ânnte, die Story "habe was und k├Ânnte mit etwas M├╝he gut werden".

Bitte sage mir, ob Du mit meinen Anmerkungen was anfangen kannst!
Und ob du solche ├╝berhaupt w├╝nscht!

In ein paar Tagen werde ich eine ehrliche und nichtanonyme Bewertung abgeben.
Wenn Du das nicht w├╝nscht, so teile mir das bitte mit, und ich lasse es bleiben.
Keinesfalls will ich Dir den Spa├č am Dichten vermiesen!

Auf der anderen Seite finde ich, da├č halbfertige Sachen z.B. nichts auf Bestenlisten zu suchen haben.
In erster Linie schreibst Du ja, damit Du selber Spa├č am Schreiben und viele Leser Spa├č am Lesen haben.
Letzteren hatte auch ich - sonst h├Ątte ich mich nicht so lange damit besch├Ąftigt.








quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von Inge Anna
Jungfer Marthel

Ein Blickfang war die Marthel nie;
schon als sie in der Wiege schrie,
die Sippe kehlte im Choral:
oder "da kehlt' die Sippe...", auf jeden Fall w├╝rde ich es vermeiden, bei "kehlte" die zweite Silbe zu betonen!

"oh, schenkt dem Kloster Personal!"

Die Spiegel h├Âhnten ihr Gesicht,
Eigentlich nette Formulierung - nur die Grammatik etwas merkw├╝rdig...

doch Marthel nahm den Schleier nicht;
Welchen eigentlich? N├Ąhme sie ihn denn nicht, b├Âte ihn ihr jemand an?

sie sp├╝rte unter ihrer Krust'
"Krust'"... na ja...

den Drang nach Mann und Liebeslust.

Ach, dass sie einer k├╝ssen t├Ąt',
bat sie im Wirbels├Ąulenbett,
Reim? Welche Rolle spielt denn das Wirbels├Ąulenbett - und was ist das?

in dem einst Tante Kath entschlief,
von Plackerei das R├╝ckgrat schief.
"Wenn nur mich einer k├╝ssen t├Ąt"
so sinnte sie am Pulsger├Ąt
wo Tante K├Ąthe schief entschlief
am Friedhof legte man sie tief

...oder wie auch immer - der genaue Inhalt ist ja egal

Kein Mann lie├č sich bei Marthel sehn -
so durfte das nicht weitergehn;
sie ├╝berfra├č sich dann und wann -
die Mehrzufuhr schlug m├Ąchtig an.Hier kommen die letzten beiden Zeilen etwas ├╝bergangslos.
So dachte sie, die unterdessen
aus Frust zur Kugel sich gefressen



Mit drei├čig sie dann einen fand,
der wohl auf langer Leitung stand;
sein Kuss war kalte Katastroph' -
freiwillig walzte er vom Hof.
Wieso walzte er? Bisher wissen wir nur um Marthels Walzbarkeit!
Ich pr├Ąferierte ├╝brinx "Katastrophe / Hofe"


Zehn Jahr' danach kam Isidor,
der knackte ihren Haustresor,
hat flott sich aus dem Staub gemacht,
im R├╝ckenwind der Hochzeitsnacht.
Sch├Ân!


Doch als sie sechzig, war's soweit -
ein Kegel-Opa mit viel Zeit,
er z├Ąhlte der Jahrzehnte acht,
k├╝sste die Runzeln mit Bedacht.
Wieder Betonung! "K├╝sste" sollte man nicht auf der zweiten Silbe betonen!
Wieso k├╝├čte er mit Bedacht?
Allerdings w├Ąre "der Runzeln k├╝├čte, da├č es kracht'" auch nicht mein absoluter Favorit.


Dann setzte er die Brille auf
und tat 'nen langgezog'nen Schnauf.
Was er da sah, schnitt ihm das Wort -
sie kickte flugs die Brill' ihm fort.

Die "Brill'"... H├Ârt sich nicht toll an...
Besser das Apostroph beim "kickt'" und das "ihm" direkt danach!



Das war es jetzt?
Irgendwie fehlt ein Schlu├č!

Den Ort verlie├č fast blind der Greis
So leider ├╝bersah das Gleis
Und da schon taub seit langer Weile
Der Zug ihn teilte in drei Teile

Einstweilen ziemlich dumm gelaufen
F├╝r Marthel wars zum Haareraufen
die weiter fra├č mit lautem Schmatzen
Bis irgendwann man h├Ârt' sie Platzen

So blieb - als ob man das nicht w├╝├čte
sie weiterhin die Ungek├╝├čte....




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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber DeGie,
nur ganz kurz und dann bin ich weg. Die Betonung Deiner
"ehrlichen Bewertung" l├Ą├čt den Eindruck aufkommen, die Bewertungen der "anderen Besucher" sind es nicht.
Vielleicht empfinden sie es einfach anders - die Freiheit mu├č sein. Denke bitte nur an Alfis Gedicht und an die beiden Meinungen dazu (hier sage ich nur: der eine fand,
Alfis Gedicht sei keines, der andere gab ihm daf├╝r eine 7)
Willst Du den beiden Ehrlichkeit absprechen?
So viel zur Verteidigung meiner Ehrlichkeit, die ich mir nicht absprechen lassen m├Âchte.

Und schon bin ich weg -
Liebe Gr├╝├če
Klopfstock

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DeGie
Guest
Registriert: Not Yet

Sorry, Klopfilein,

so war es wirklich nicht gemeint...

Ich wollte nur von meiner Bewertung sprechen!

Wenn ich einem Gedicht einen Sechser oder Siebener gebe (vielleicht gebe ich diesem hier ja letztendlich noch mehr), dann schiele ich nicht darauf, ob ich es von der Bestenliste kicke (die ich als solche nie besuche) oder wer es geschrieben hat, sondern versuche einfach meine Beurteilung in Zahlen zu fassen.

Nat├╝rlich kann auch ein Gedicht mit Schwachstellen ein Neuner sein, warum nicht. Bei Humorgedichten kann man ja auch den Spa├čfaktor in den Vordergrund stellen.

Ich gehe bei jeder offen angezeigten Bewertung davon aus, da├č sie ehrlich ist - schlie├člich gibt es jemanden, der dazu steht.
Lediglich anonymen Bewertern unterstelle ich ganz prinzipiell, zu wenig Charakter zu zeigen, als da├č man ihre Bewertung ernst nehmen m├╝├čte.

Reich-Ranicki bewertet ├╝brinx auch nicht anonym.

Meines Erachtens ist eine Bewertung eine R├╝ckmeldung an den Autoren.
Da├č manche Leute daraus Balken und Bestenlisten machen wollen, zeugt von ihrem tollen Literaturverst├Ąndnis.

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Inge Anna
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Spiegel

Hallo Irene,
wei├čt Du eigentlich, dass mir Spiegel nichts anhaben k├Ânnen? Einerseits traurig, andererseits 'ne Frustbremse, wenn mal das Haarteil schief sitzt. Danke f├╝rs Lesen und Kommentieren.
Einen angenehmen Tagesausklang w├╝nscht Dir
Inge Anna
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