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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Juniorprofessur in Sicht oder Das Ergebnis überzeugt
Eingestellt am 20. 05. 2003 22:23


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Kabelkolb
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Juniorprofessur in Sicht oder Das Ergebnis überzeugt

Rupert Dodge saß an seinem Schreibtisch in jenem kleinen Kellerraum, den er von der Universität gestellt bekam, sah die Unterlagen durch und fand plötzlich etwas, das er so bis dahin noch nicht bedacht hatte. Schallwellenartig durchfuhr es seinen Körper und erzeugte ein wohliges Brummen. Wie gerne wollte er seiner Freude Ausdruck verleihen, wie gerne wollte er in diesem Moment tanzen und singen, deshalb, weil er in schicksalhafter Vorsehung die Formel heute beenden sollte. Jetzt hieß es, Ruhe bewaren. Er war derjenige, der die jahrelangen und äußerst kostspieligen Forschungen zu einem Ende bringen würde, er war es, der allein die Rhythmen zusammenfügen konnte, nicht zuletzt aufgrund des heutigen Fundes, aufgrund einer letzten, seit langem in den Akten befindlichen Information, die bis heute niemandem aufgefallen sein musste. Rupert war aufgeregt. Er würde immerhin ein Held sein. Ein Held der modernen Wissenschaft. Vielleicht ein Held für die Menschen seiner Stadt. Vielleicht aber auch nicht, es konnte ja ebenso gut sein, dass die Formel wieder falsch war, wie all die anderen Male. Aber sie sah so verdammt richtig aus. Rupert musste nur noch einmal nachrechnen, dann konnte er sich wirklich sicher sein.

Professor Rumstein kam den Flur zum Sitzungssaal entlang und hörte hinter sich die Tür schlagen. Am Ende des Ganges angekommen, trat er in den Saal ein und begrüßte seine Kollegen, nicht ohne sie auf den mysteriösen Fremden im Flur aufmerksam zu machen.
--„Ich wüsste nicht, wer jetzt noch kommen sollte.“ Sagte Rumstein und die Anwesenden stimmten ihm mit einem besorgten Nicken zu. Wer sollte um diese Uhrzeit noch in der Klinik sein? Das Personal war längst gegangen und die wenigen Nachtschwestern, die man brauchte um das Haus am Laufen zu halten, hatten keine Möglichkeit, ihre Arbeitstellen zu verlassen um hier herunterzukommen. Wer sollte es sein? Vielleicht hatte einer der Aktivisten, die sich wöchentlich vor dem Krankenhaus versammelten, um gegen die hier betriebene Genforschung zu demonstrieren, die Wachleute ausgetrickst und war in das Gebäude gelangt. Was, wenn man diese Sitzung mediengerecht unterbrechen wollte? Was, wenn man es hier mit einem Gewalttäter zu tun hatte? Was, wenn es nur ein Bote ist, der Blutkonserven herbringt? Ziemlich ratlos gruppierte man sich um den Tisch. Im Prinzip war es egal, was genau geschehen würde, da man sich hier in der Überzahl wähnte und ja auch ein Arzt für jedes Fachgebiet anwesend war. Was sollte passieren? Man wartete und die Schritte kamen näher.

Als Rupert die Tür aufstieß und in die Gesichter der Versammlung blickte, erschien es ihm, als hätte man ihn erwartet. Einige der Anwesenden waren aufgestanden und kamen auf ihn zu. Professor Rumstein ergriff das Wort:
--„Rupert, mit ihnen haben wir ja nun wirklich nicht gerechnet. Was treibt Sie denn um diese Zeit noch her, ich dachte, sie sind längst zu Hause.“
„Ja Herr Professor, das wollte ich auch sein, aber...-„
--„Was aber? Wir haben hier gerade unsere Wochensitzung, Rupert, das wissen sie doch!“ fiel Rumstein ihm ins Wort.
„Ja,...aber ich habe noch einmal die Unterlagen durchgesehen und da ist mir etwas aufgefallen, etwas sehr wichtiges, man könnte sagen, es war immer da und wir haben es noch nie bemerkt.“
Die Gruppe sah ziemlich verwundert drein und Rupert Dodge löste das kleine Geheimnis auf, jedoch nicht ohne die nötige Spannung aufzubauen.
„Es geht um die Formel, meine Herren.“ Plötzlich waren alle hellwach.
--„Was ist denn mit der Formel?“ fragte ein älterer Herr, der sich bis jetzt in der hinteren Ecke des Raumes aufgehalten hatte, nun aber, zum Kreis, der sich um Rupert bildete, dazustieß.
Professor Rumstein beruhigte die durcheinanderredenden Teilnehmer und forderte Rupert auf, von seinem Fortschritt mit der Formel zu berichten.
„Nun ja, Professor, meine Herren, es ist nicht so, dass ich ihre Zeit wegen eines Fortschritts stehle, der bis morgen hätte warten können. Nein. Sie wissen, das würde ich niemals tun. Sagen wir es so: Die Formel ist gelöst! Ich habe das fehlende Glied ersetzt, es befand sich die ganze Zeit in den Akten! Ich Rupert Dodge habe endlich die komplette Gleichung aufstellen können und bin so an das, von uns allen lang erwartete, Ergebnis gekommen. Ja meine Herren, es freut mich ganz besonders, ihnen allen als erste mitzuteilen, was ich mithilfe dieser bahnbrechenden Formel ausrechen konnte.“
--„Rupert, sie sind ein Genie, in den Akten, so, so, na dann, her mit dem Ergebnis, ich kann es fast nicht glauben.“ Rumstein setzte sich und auch die anderen anwesenden Ärzte nahmen wieder Platz.
„Also, Professor, meine Herren. Das Ergebnis, das wir alle so lange gesucht haben, ist fast so banal wie harken. Wäre ich nicht durch Zufall darauf gestoßen, wir wüssten immer noch nicht, was wir mit den Konstanten anfangen sollen. Es war also so...-„
--„Rupert, bitte kommen sie zum Punkt, zum Ergebnis bitte, zum Ergebnis!“ Der Professor wurde leicht ungeduldig, hatte er doch sein ganzes Leben an dieser Formel gearbeitet und endlich sollte sich zeigen, was all diese Arbeit wert war.
„Gut, Herr Professor, meine Herren, das Ergebnis: DER MENSCH IST SEINEM WESEN NACH NICHT SCHLECHT.“

In tosendem Beifall gingen die letzten Worte Ruperts leider unter. Sie stellten die Frage nach dem Sinn dieser Forschung, nach dem Sinn dieses ganzen Geldausgebens, jetzt wo alle Fragen geklärt, alle Antworten gegeben sind, was bleibt da noch für ihn? Er wollte doch nur eine Juniorprofessur! Hätte man noch weiter nach der Lösung gesucht, vielleicht... Und während die Ärzte auf dem Weg in die Krankenhauscafeteria waren, um diesen Durchbruch gebührend zu feiern, irrte Rupert ziellos durch die langen Gänge und überlegte, wo er am billigsten seinen Wagen waschen lassen könnte.







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flammarion
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jaja,

so sind se! man strampelt sich ab und die lorbeeren ernten andere. aber der mensch an sich ist nicht schlecht und rache liegt ihm fern.
ganz lieb grüßt
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Old Icke

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Kabelkolb
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Danke.

Danke Flamme für die gute Berwertung. :-)


Ich weiß nicht genau, warum mir der Text, je öfter ich an ihn denke oder ihn lese, langweilig vorkommt.

Er ist eigentlich recht sinnlos.

Oder: Sinnfrei.

Fast: Sinn il :-)

Kleiner Scherz.

Pfirty. Der Kabelkolb!!!!



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flammarion
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nee,

also langweilig auf gar keinen fall! außerdem: meckern hilft!
ganz lieb grüßt
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Old Icke

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