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Leselupe.de > Kurzprosa
KALTSTART
Eingestellt am 06. 08. 2004 10:20


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Yamana
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2004

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kaltstart. in den tag. du flĂŒsterst nicht einmal mehr.

lebst du noch? mĂŒcken. die haut zieht sich zusammen.

trocken. juckt am schienbein. wo bist du nun? warst gerade

noch reglos. wie tot. was habe ich getan? in eine andere

richtung geblickt. ich kann so wenig sehen. was ist hier?

ein bett. das ich kennen sollte. du bist da – gewesen.

also: der richtige ort. nicht? wenn du es warst. der

schleier hebt sich fĂŒr einen augenblick und s o m m e r

schiesst mir durch den kopf. was? sommer? frĂŒher, mit den

vielfarbigen empfindungen durchwoben, war ein solches

morgenerwachen: eine neugeburt. ich erinnere mich, immer

neu geboren aufgewacht zu sein. ich denke: sommer. und

erinnere mich. das licht ist schlangenbiss. geiferndes

geschrei. ja!

ich bin wach, ich bin hier, du, warst eben noch neben mir.

ist etwas geschehen? du warst doch wie tot. aber dann warst

du behende, flink davon. mĂŒcken. zeitlupenweise meinen arm

gestreckt, die hand daran ĂŒber meinem gesicht: sie kann

sich verÀndern. wenn ich sie am morgen betrachte, es ist

doch jetzt morgen, dann weiss sie nichts mehr von dem, was

sie je angefasst hat. sie kann das noch, der anschauung

nach: neugeboren sein. immer schon. jungenhaft sieht sie

aus, kennt nur filzstifte, fußball, lego, sĂŒssigkeiten. nun

sieht sie wieder so aus. ineinandergefallen sind zeiten wie

ein gegossener schwarzer glasblock. auch wenn er erkaltet-

starr erscheint: in ihm ist, seiner struktur gemĂ€ĂŸ das

gleiten, die bewegung bewahrt. schwarzes glas. ich weiss

nicht wie das hier mein zimmer wurde und mein bett. ich

lÀchle. wie ein besucher der eigenen umstÀnde staune ich

zuerst die dinge, schliesslich mich selber an. etwas ist

geschehen. du stehst wie eine sÀule plötzlich neben dem

bett. du lÀchelst auch. wer du auch bist. hier bist du. das

hilft, sich an die spielregeln zu halten. wie weit kommst

du in gedanken?
__________________
dichten ist ĂŒbersetzen in eine nicht vorhandene sprache.
(breyten breytenbach)

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Gandl

AutorenanwÀrter

Registriert: Jul 2003

Werke: 1
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Hi yamana,
zum x-ten Male lese ich den Text. Harte Nuss. Seehr harte Nuss.
Aber ich liebe harte NĂŒsse.
Ich sehe Bilder - Bilder, die sich gemeinhin nicht „schicken“ ( ... oder sinds meine Gedanken, die sich nicht „schicken“? ...), Bilder von Ruhe, Irritation, Suche, ZĂ€rtlichkeit ... Da ist so viel in deinem Text, so viel Unfassbares, nur Ahnungsvolles (kusch, geh weg! nein, bleib!) ... Du siehst, warum ich immer wieder vorbeikomme, lese. Weil ich jedes Mal etwa anderes entdecke. Im Text. In mir?
Gruß
Gandl

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