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Leselupe.de > Kurzprosa
Kälte
Eingestellt am 17. 08. 2006 11:31


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Gerard
Schriftsteller-Lehrling
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Kälte


Aller Ortens greift sie um sich, verbreitet sich wie ein Lauffeuer, schleicht sich in die Herzen der Menschen, zerstört ihren Verstand, läßt sie zu gefühllosen Robotern werden, löscht Liebe und Verständnis aus der Erinnerung.
Die Kälte.
Es ist nicht die Kälte, die der Winter mit sich bringt, nicht die Kälte, die der Wind vor sich hertreibt. Es ist eine Kälte, die von innen herrührt.
Zerstörerisch ist ihre Kraft, tödlich ihre Macht. Wer ihr Einlaß gewährt ist dem Untergang geweiht, macht Liebe unmöglich, wird kalt und gefühllos.
Viel zu viele Menschen haben die Kälte schon in ihre Herzen einziehen lassen. Immer seltener findet man Verständnis und Güte. Grausamkeit und Gefühllosigkeit sind an der Tagesordnung.
Wo ist sie hin, die Wärme? Wird sie bald restlos ausgelöscht sein?
Wehrt Euch, laßt die Kälte nicht herein, sie ist Euer Untergang!
In Momenten der Verzweiflung, greift sie auch nach mir, aber noch kann ich ihr standhalten, bekämpfe sie erfolgreich. Ich weiß nicht wie lange das noch gutgeht, aber solange ich fähig bin Gefühle zu haben, bin ich nicht verloren. Doch langsam aber sicher gerate ich immer näher an den Abgrund, beginne aus ganzem Herzen zu hassen, lasse meine Wut an Menschen aus die an meiner Situation unschuldig sind, verliere den Halt und werde ungerecht.
Noch bemerke ich meine Fehler und versuche sie wieder gut zu machen, aber immer öfter vergesse ich ein Entschuldigung auszusprechen.
Die Kälte hat begonnen an mir zu nagen.
Ich habe Angst, möchte meine Gefühle nicht verlieren und spüre doch das der Weg zu Wärme und Mitgefühl immer schwieriger wird.
Ist es mein Schicksal auch ein herzloses, kaltes Wesen zu werden?
Wo ist der Mensch, der mir die Wärme zurückbringt, der mir Schutz bietet, dessen starker Arm mich stützt wenn ich zu fallen drohe, dem ich restlos vertrauen kann?
Die Verzweiflung scheint immer häufiger von mir Besitz zu ergreifen. Manchmal denke ich, das ich bereits begonnen habe mich der Kälte preiszugeben. Sie wird mit der Zeit zur Verlockung, denn wer innerlich kalt geworden ist, kann keinen seelischen Schmerz empfinden, entkommt allen Gefühlen und verspürt keinen Kummer mehr. Vielleicht ist das, das Maß aller Dinge, Gefühllosigkeit.
Wenn ich Menschen begegne die diese Art von Kälte ausstrahlen, spüre ich, daß sie unverletzlich geworden sind. Sie lassen nichts mehr an sich herankommen, empfinden nichts, gehen stur ihren Weg, ohne an die zu denken, die sie auf diesem Weg hinter sich lassen. Aber es tut ihnen selbst nicht weh, dafür sind sie zu Gefühlskalt geworden. Sie haben den Schlüssel zu ihrem Herzen weggeworfen, geben niemanden eine Chance diese Tür erneut auf zu schließen.
Trotzdem denke ich, daß das nicht mein Weg ist. Lieber leide ich hier und da ein wenig, als das ich mir die Hoffnung auf ein wenig ehrliche Liebe verbaue. Nur wer Wärme und Gefühle in sich hat, kann aufrichtig lieben und geliebt werden. Und ist das nicht das Ziel aller Träume? Meiner Träume?
Solange es geht, werde ich mich gegen die Kälte wehren, werde sie mit aller Macht bekämpfen und werde weiter hoffen. Auf ein wenig Glück und auf die Wärme anderer Menschen.

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HFleiss
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Kälte

Ich finde das ein wichtiges Thema. Nur habe ich den Eindruck, dass du verzweifelt registrierst und nicht nach den Ursachen fragst. Denn alles hat seinen Grund und seine Ursache. Du bist das Objekt, mit dem man etwas tut, nicht das handelnde Subjekt, das wirklichen Widerstand leistet. Das wird auch deutlich darin, dass du alles von außen, vom Geliebten, erwartest, aber gar nicht auf die Idee kommst, bei dir selbst anzufangen. (Wenn ich vom "Du" spreche, meine ich nicht das Autoren-Du, sondern das epische). Sprachlich gefällt mir der Text noch nicht überall, vielleicht aber musst du nicht nur sprachlich drübergehen, sondern dir einfach einen anderen, einen aktiven Standpunkt erarbeiten?

Gruß
Hanna

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