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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Kalter Schmerz
Eingestellt am 01. 05. 2004 17:58


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gox
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Knarrend √∂ffnete sie die Haust√ľr. Igor kam fast lautlos herein. Wie immer schwieg er. Sein unheimliches Aussehen lie√ü sie jedes Mal erschauern.

Marie setzte sich auf den Stuhl und sah erwartungsvoll zu Igor hinauf. Langsam √∂ffnete er den Deckel des mitgebrachten, hochwandigen Holzk√§stchens. Bis auf die R√ľckwand klappte er alle Seitenw√§nde nach unten. Wie immer befand sich im K√§stchen eine gl√§serne Phiole mit gr√ľnlichem Inhalt, daneben stand ein kleines Trinkglas. Igor bef√ľllte das schmucklose Glas. Seine ruhigen Bewegungen wirkten wie eine Zeremonie. Er reichte Marie den Trunk mit ausdruckslosem Gesicht. Sie schaute auf das Glas, z√∂gerte einen Moment und trank dann das leicht bittere Gebr√§u. Igor deutete ein zufriedenes L√§cheln an.
Hinten im Hof stand die Kutsche. Igor hielt Marie die Wagent√ľr auf. Es schneite, der Winterwind blies unbarmherzig und kalt. Sie zog ihren Umhang fester, als k√∂nnte der Wollstoff ein Besch√ľtzer sein.

Marie liebte den Geruch in der Kutsche. Der Wagen duftete nach altem Holz und Leder, die dampfenden Pferde trugen zur Abrundung des charakteristischen Erlebnisses dieser Fahrt bei. Manchmal meinte sie, Aroma von Sandelholz und Moschus zu erahnen. Konnte eine Kutsche maskulines Odeur verströmen?

Noch eine Viertelstunde bis zum Ziel. Die Kutsche jagte durch die Dunkelheit. Nicht der Weg war das Ziel. Das Ziel war das Ziel.
Marie hatte das Korsett besonders eng schn√ľren lassen, damit sich Ihre Taille sich gut mit zwei groben H√§nden umfassen lie√ü. Dazu trug sie ein neues, blassblaues Kleid. Die Keulen√§rmel des Oberteils und das tiefe Dekollet√©, aus dem ihre Br√ľste hervorquollen, spendeten Harmonie zur schmalen Taille.
Marie tastete nach ihrer Seele und sp√ľrte sie in einem willigen und wollenden Zustand. Die gr√ľne Fl√ľssigkeit tat ihren Dienst.

Sie zog an ihrem Haarband, schon jetzt wollte sie ihre Haare l√∂sen. Ein kleiner Bereitschaftsdienst. Mit den Fingern fuhr sie durch ihre leicht gestuften, schwarzen Haare, die bei n√§herem Hinsehen einen kleinen Blauschimmer hatten. Eine Str√§hne fiel ihr ins Gesicht, ganz dicht an ihren Mund heran. Normalerweise h√§tte sie das vorwitzige Haar weggepustet, doch jetzt nahm sie die Haarstr√§hne in den Mund, befeuchtete sie und spielte damit herum. Maries erwartungsvolle Stimmung legte sich wie schimmernder Samt √ľber ihre Gef√ľhlswelt.
Sie streichelte mit den Fingern die R√§nder ihres Ausschnittes. Ihre festen Br√ľste wippten von der heftigen Fahrt der Kutsche. Marie wurde unsanft umhergesch√ľttelt und konnte die z√§rtliche Erforschung ihrer Br√ľste nicht fortsetzen. Bald w√ľrden sie da sein, die Auffahrt zur Burg kannte sie als holprigsten Streckenabschnitt.

Maries Gedanken drehten sich nur noch um ihn. Alexjs sehniger und muskulöser Körper beherrschte ihr Denken. Sein Körper war perfekt, bis auf eine Narbe an der Schulter. Marie irritierte die Vollkommenheit, sie wusste nie, ob sie diese Narbe als störend oder als willkommenen Kontrapunkt empfand. Als sie an den trapezförmigen Aufbau seines Körpers dachte, lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Und nicht nur dort.

Sie sch√ľttelte ihren Kopf, s√§mtliche Haare flogen nach hinten. Maries Beckenmuskulatur schmerzte. Sie schob den Vorhang des Kutschenfensters beiseite, um hinauszusehen. Ihre Haare wirbelten durch den Fahrtwind und wirkten dabei wie das zerstobene, blauschwarze Gefieder eines Vogels, der Abbitte f√ľr die Strafe des Winters leistet. Auch Marie w√ľrde noch Abbitte leisten m√ľssen. Nur nicht jetzt ...

Marie betrat das große Kaminzimmer. Nach der eisigen Kälte draußen empfand sie die entgegenschlagende Wärme als Wohltat. Kein Alexj zu sehen.
Dieses Zimmer war wegen der angenehm wohligen Atmosph√§re ihr Lieblingszimmer. Ganz in Gelb gehalten, in der Mitte lockte das Sofa mit unz√§hligen Kissen. Den Mittelpunkt bildete ein Marmorkamin, knisternd gl√ľhten knorrige Holzscheite.
Gleich w√ľrde Alexj da sein. Marie sp√ľrte seine N√§he. Sie blickte sich nerv√∂s um.





Krachend sprangen die beiden riesigen, fast deckenhohen T√ľren auf. Alexj besa√ü Gesp√ľr f√ľr einen gekonnten Auftritt. Sein wei√ües Hemd war nur bis zu H√§lfte zugekn√∂pft. Er trug eine schlichte schwarze Hose, die zur H√§lfte im Schaft der kniehohen Stiefel aus schwarzem Glattleder verschwand. Schulterlange, dunkle Haare bildeten einen wundersch√∂nen Kontrast zu seegr√ľnen Augen.
Marie lief zitternd auf ihn zu. Sie k√ľssten sich innig, hei√üe Vorfreude lie√ü ihre Lippen verschmelzen. Zungen begegneten sich, umspielten einander und drangen immer fordernder aufeinander ein.
Alexjs H√§nde umfassten Maries Taille, sie sp√ľrte in diesem Augenblick ihr Korsett besonders, nahm es ihrem bebender K√∂rper doch die Luft. Aber nicht die Lust. Ein eng geschn√ľrtes Korsett f√ľhrt der Tr√§gerin die Existenz des eigenen K√∂rpers vor Augen, sogar schmerzlich. Sinnlich schmerzlich.

"Ich habe mich so danach gesehnt, nach diesem Moment", sagte Marie schnell atmend wie ein V√∂gelchen. "Ich bin zu dir geeilt, durch die K√§lte. Nur, um deine W√§rme zu sp√ľren, Alexj."
Alexj k√ľsste sanft ihren Nacken und fl√ľsterte beinahe tonlos: "Ist die K√§lte drau√üen schmerzlich?"
"Ja, Alexj, das ist sie," hauchten Maries volle Lippen und signalisierten vorauseilenden Gehorsam. Alexj packte Marie am Handgelenk und zog sie rasch durch das wohlig warme Zimmer. Mit der freien Hand √∂ffnete er die gro√üe Fl√ľgelt√ľr zum Balkon und zog Marie ins Freie.
Auf der Br√ľstung des Balkons t√ľrmte sich Schnee. Eisiger Wind lie√ü die Schneeflocken einen herben Reigen tanzen. Alexj riss Marie den Umhang von den Schultern und k√ľsste in wahnsinniger Gier ihre Br√ľste. Er dr√§ngte Marie r√ľckw√§rts an die eiskalte Au√üenwand. Marie st√∂hnte, Schmerz der K√§lte und Schmerz des Verlangens einten sich. Alexj √∂ffnete die oberen Kn√∂pfe und legte das Korsett frei. Ihre Brustwarzen traten hart und kalt durch die schwere, schwarze Atlasseide des Korsetts hervor.
Alexj suchte die Stelle im Nacken, in die er seine Frage hauchte: "Ist das schmerzlich?"
"Ja, Liebster, das ist es ", lautete die kaum vernehmliche Antwort Maries.
Kraftvoll und dr√§ngend umfasste er ihre Br√ľste, rieb ungest√ľm ihre Brustwarzen durch die Seide hindurch. Marie keuchte. Feucht, immer feuchter bereitete sich ihr K√∂rper sich auf ein Crescendo vor.

Maries blaugefrorene Lippen verlangten W√§rme. Aber Alexj gew√§hrte keine W√§rme, sondern zog Maries rechtes Bein auf die verschneite Br√ľstung des Balkons. Ihr zierlicher, kn√∂chelhoher Stiefel suchte Halt auf dem verschneiten Gel√§nder. Marie schloss die Augen. Nur wenn ich einen Sinn abschalte, verst√§rken sich meine verbliebenen Sinne, h√§mmerte es in ihrem Kopf.
Alexj schob den weiten Rock immer h√∂her und erfasste mit seiner wohltemperierten Hand ihre Schenkel. Zwischen ihren einladend gespreizten Beinen suchte er vergeblich nach Unterw√§sche und freute sich √ľber Maries Bereitwilligkeit. Mit beiden H√§nden umfasste er ihre Taille und zog sie ein wenig h√∂her, um besser eindringen zu k√∂nnen.
Er legte sich seine Beute zurecht. Zielstrebig und entschlossen nahm er sie. Keuchender Atem bildete in der frostigen Winternacht kleine Nebelwolken. Alexj dr√§ngte so heftig voran, dass Marie schrie vor Schmerz und vor Gl√ľck. Nach einer unendlichen Weile ergoss er sich in ihren Scho√ü. Marie glaubte, dass die warme Fl√ľssigkeit in ihr explodierte und schwebte dem H√∂hepunkt entgegen. Schwer atmend und entspannt lehnten beide an der Hauswand, wie zu einem B√ľndel zusammengeflochten.

Marie zog das wei√üe Spitzentaschentuch, das sie zwischen ihre Br√ľste versteckt hatte, heraus, um sich zu s√§ubern.
"Nein", sagte Alexj mit fester Stimme, "ich will das nicht. Der Saft soll in Dir bleiben!" Er hob sie hoch und trug sie vorsichtig ins Zimmer zur√ľck. Wie erlegtes Wild drapierte er sie auf dem Teppich vor dem knisternden Kamin. Marie genoss die W√§rme, unbeschreibliches Gl√ľcksgef√ľhl durchfuhr ihren maltr√§tierten K√∂rper.
Mit geschickten Fingern √∂ffnete Alexj Maries Kleid zur G√§nze und zog es aus. Marie lag, nur noch mit Korsett bekleidet vor ihm und sah zu, wie er sie betrachtete. Mit langsamen Bewegungen zog er sich aus. Der Schein des Kaminfeuers lie√ü seinen K√∂rper √ľberirdisch sch√∂n wirken. Alexj nahm eine schwarze Binde und verband Maries Augen. Sie f√ľhlte, wie er langsam ihre Schenkel √∂ffnete und der Taumel begann von neuem. Ein Strom von Fl√ľssigkeit bahnte sich seinen Weg ...

Fr√ľhmorgens erwachte Marie allein auf dem Fu√üboden, zugedeckt mit ihrem Umhang. Ruhig zog sie sich an. Hinter dem Haus w√ľrde ihr Gef√§hrt auf sie warten.
Marie kannte den Weg, durchquerte die Burg und schlich zum Dienstbotengang hinaus.
Dort wartete ihr Bentley. Entspannt √∂ffnete sie die T√ľr ihrer champagnerfarbenen Luxuskarosse. Marie warf ihren Umhang auf die cremebeigen Ledersitze im Fond. Sie zog ihren dunkelblauen, modernen Halbmantel heraus, zog ihn an und kn√∂pfte ihn bis oben hin zu. Sorgf√§ltig k√§mmte sie ihre Haare. Mit einem Griff ins Handschuhfach, das ihre Rolex 'Oyster Perpetual' beherbergte, vollzog sie endg√ľltig die Zeitreise zur√ľck in das Jetzt.

Marie hielt inne. Sie sah den Umschlag auf dem Beifahrersitz. Sie kannte den Inhalt. Der Briefumschlag aus handgeschöpftem Papier starrte sie an.
Hat Ihnen unserer Arrangement gefallen? Haben Sie Anregungen zur Verbesserung unseres
Leistungspaketes?
Mit 'Leistungspaket' war Alexj gemeint. Im Angebot gab es auch noch 'Dimitri' und die Sonderedition 'Boris'. F√ľr besondere Anl√§sse hielt man das Premiumpaket Alexander der Gro√üe bereit. Bisher kannte Marie nur Alexj und Dimitri. Diese beiden Schmuckst√ľcke geh√∂rten schon zur gehobenen Preisklasse. Aber sie waren ihr Geld wert, dachte Marie, jeder Mensch braucht einen Ausgleichssport.

Morgen w√ľrde sie wieder in ihrer Zeitungsredaktion sitzen. Im modernen, w√ľrfelf√∂rmigen Glas- und Stahlgeb√§ude, umweht vom Retro-Design der siebziger Jahre.
Marie arbeitete als Chefredakteurin der Gesellschaftskolumne und zugleich als oberste Instanz. Sie entschied, welche Storys zur Ver√∂ffentlichung freigegeben wurden und welche nicht. Chefredakteurin der Gesellschaftskolumne hatte ihr als Berufsbezeichnung nie gefallen. Geschichtenerz√§hlerin w√§re doch irgendwie romantischer gewesen. Sie h√§tte sich gut vorstellen k√∂nnen, an einem orientalischen Lagerfeuer n√§chtelang Geschichten zu erz√§hlen. In gef√ľhlvollen Momenten sah sie sich als Shehrazade eines bildungsorientierten Tagesblattes. Als Wortwerkerin. Morgen w√ľrde Marie ein ganz besonderes Schmankerl zur Ver√∂ffentlichung freigeben. Sie l√§chelte in sich hinein.
Marie freute sich darauf, die Bombe 'Gerhard' zu z√ľnden. Sie liebte es, wenn sich Politiker sexuelle Fehltritte erlaubten. In solchen Augenblicken ratterte die Registrierkasse in ihrem Kopf und freute sich auf den finanziellen Bonus. Morgen w√ľrde sie wieder ihr Bestes geben, immer eine Spur besser als ihre m√§nnlichen Kollegen.
Die Bombe Gerhard w√ľrde sie n√§her an die Sonderedition 'Boris' bringen, ein besonderer Anreiz.

Als sie den Anlasser des Bentley bet√§tigte und anfuhr, wurde sie butterweich in die Ledersitze gedr√ľckt. Das n√§chste Mal, dachte Marie, kaufe ich mir lieber einen schicken Sportwagen mit harter Federung.
F√ľr ihren Hang zu sanften Schmerzen war sie bereit, anderen Menschen Schmerzen zuzuf√ľgen. Aber hatten die Menschen nicht selbst schuld? Wer sich in die √Ėffentlichkeit begibt, kommt darin um.
Marie √∂ffnete per Knopfdruck alle Fenster und fr√∂stelte im eisigen Wind. Aber sie sp√ľrte sich, sp√ľrte, dass sie lebte.
Irgendwann w√ľrde sie Abbitte leisten m√ľssen f√ľr ihr Handeln. Nur nicht jetzt ...
Marie fuhr heim und duschte eiskalt. Nach jedem erotischen Genuss war eine kalte Dusche n√∂tig, um den Schmerz der Wirklichkeit zu f√ľhlen.
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Das Unmögliche ist immer denkbar und das Denkbare ist immer möglich

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