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Leselupe.de > Science Fiction
Kannibalen aus dem Weltall
Eingestellt am 21. 09. 2002 00:52


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Wolfsbane
???
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Kannibalen aus dem Weltall



"Da ist ein Landeplatz!", rief Ghouler, der Kommandeur des mit drei Leuten besetzten Raumschiffs.
Er deutete auf die Autobahnbr√ľcke, die frei in der Landschaft stand, weil dem Kreis vorzeitig das Geld zum Bauen ausgegangen war.

Nach der Landung l√∂ste sich Vielfra√ü als erster aus den Gurten. "Was f√ľr ein niedlicher kleiner Planet. Das bedeutet geringe Schwerkraft. Dann haben die Einheimischen schwache Muskeln und zartes Fleisch!‚Äú
Fanck erhob sich als zweiter. Er war nerv√∂s. Er bekam immer, wenn Vielfra√ü von seinem ewigen Hunger redete, selber Appetit- und zwar auf Vielfra√ü! Vielleicht lag es auch einfach daran, da√ü des hier so klein und eng war. Ihr Heimatplanet war nie √ľberbev√∂lkert gewesen, denn immer wenn es eng wurde, fra√ü man die Schwachen.
Fanck litt unter einem besonders starken kannibalischen Trieb; zu seiner Beunruhigung versp√ľrte er ihn auch gegen√ľber Gleichstarken, was wider die Natur war.

Ghouler √∂ffnete er die T√ľr und sprang ins Freie. Aus Versehen sprang er viel zu weit. Fanck sprang sogar noch weiter. Den gr√∂√üten Sprung aber machte Vielfra√ü. Grinsend landete er auf einem Terraner, der gerade seinen Kampfhund spazieren f√ľhrte. Das Tier schnappte nach Vielfra√ü, aber dessen Bein war viel zu hart. Jaulend lief der Hund davon.
"Bist du der ... Yeti?", fragte der Mensch.
Vielfra√ü wu√üte nicht, was er davon halten sollte, da√ü der Terraner die Z√§hne fletschte, aber was der konnte, konnte er schon lange. Er dr√ľckte noch st√§rker mit seinem Fu√ü auf den Brustkorb seines Opfers und entbl√∂√üte seine Schneidez√§hne.
Prompt machte der Mensch sich in die Hose. Ein penetranter Geruch stieg auf, und der helle Jeansstoff färbte sich gelb.
"Guckt mal!", rief Vielfraß begeistert, "die Terraner gibt es sogar mit Senf!"

Ghouler war als erster bei Vielfra√ü. Er schn√ľffelte und gab Vielfra√ü
Recht. "Ja, der ist sogar schon gew√ľrzt. Aber ich rieche noch was- das Gegenteil von Sauerstoff!" Er wies auf zwei Fabrikschlote. "Die verbreiten einen Cocktail, der f√ľr Atmer √§u√üerst sch√§dlich ist!"
Inzwischen war auch Fanck bei Vielfra√ü. "Ja, diese Gase sind nur f√ľr
Tekler gesund- oder f√ľr anderes, was G√§rung als Lebensgrundlage hat."
Vielfra√ü spannte unwillk√ľrlich beide Beine an und zerquetschte Jupp Meier aus Versehen.
"Jetzt sehe ich, wohin die Tekler wollen!", rief Ghouler.
Er wies auf die Fabrik. " Die Schornsteine da dr√ľben vernichten, was sie vernichtet- Sauerstoff!"
Er wandte sich zum Raumgleiter. Seine Kameraden folgten ihm.

Sie flogen die Schornsteine an.
Dann sahen sie die Gestalten an den Schornsteinen, auf deren Fahne ‚ÄěGreenpeace‚Äú zu lesen war.
"Da sind sie!", rief Fankh hysterisch. "Die Tekler! Waffen bereit! Die machen sich breit, vernichten allen Sauerstoff, verdr√§ngen die Menschen und errichten hier einen neuen St√ľtzpunkt! Dreck mu√ü weg!‚Äú
"Aber die klettern ja garnicht weiter", sagte Vielfraß. "Die hängen
da blo√ü rum. Die haben sogar Laken mitgebracht, um √ľbernachten zu k√∂nnen! So bl√∂d k√∂nnen doch nur Terraner sein!"
Ghouler zoomte auf die Gestalten.

Eine Gruppe von Journalisten beobachtete, wie die Aktivisten von Greenpeace ihre Plakate anbrachten. Der Raumgleiter war f√ľr sie ebenso unsichtbar wie f√ľr das irdische Radar. In etlichen √Ąonen interstellarem Krieg hatten die au√üerirdische Milit√§rtechnologie ihre Methoden der Tarnung perfektioniert.

"Pfl√ľcken wir uns einen!", rief Vielfra√ü.
"Das einzige Problem ist die Tarnung", sagte Ghouler. "Wenn wir eine Luke √∂ffnen, mu√ü der Bordcomputer zehnmal soviel rechnen, um alles weiterhin perfekt zu verspiegeln. St√ľrzt das Betriebssystem dabei ab, st√ľrzen wir auch ab.", sagte Fankh.

Wenige Sekunden später öffnete ein erschrockener Umwelt-Aktivist die Augen. "Was war das?", fragte er. Dann wurde ihm bewußt, daß er sich nicht mehr an den Schornstein, sondern an eine Raumschiffwand klammerte.
Die drei sahen ihn stumm und regunglos an.
Pl√∂tzlich ging ein R√ľtteln durch den Gleiter.
"Wir haben ein Problem in den Embedded Systems!", rief Ghouler.

"Ich wu√üte doch gleich, da√ü wir die Luke nicht h√§tten √∂ffnen d√ľrfen!", kreischte Fankh. "Jetzt ist feiner Staub in die Ritzen dieser alten Kiste gedrungen! Wir haben Sand im Getriebe!"
Ungl√ľcklicherweise befand sich der Gleiter gerade √ľber einem der Schornsteine und fiel hinein. An Bord kam es zu einem nicht sofort lokalisierbaren Schmorbrand, der schlie√ülich die Aussenw√§nde zum Gl√ľhen brachte.
In nie gekannter Panik schoß Fankh aus Versehen eine der Bordwaffen ab. Das war das Ende.

Alle Umwelt-Aktivisten starben, als die Schornsteine zusammenfielen.
Die Tekler krochen aus ihren Verstecken und legten zur Erholung f√ľr eine Weile ihre Schutzanz√ľge ab. Der Sauerstoff war vernichtet und sie wu√üten, sie hatten dadurch jetzt eine neue Heimat gefunden.



ENDE

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jon
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Nette kleine Geschichte

Der Text hat mich zwar nicht wirklich vom Hocker gerissen, aber er ist ‚Äď bis auf zwei Details (1) ‚Äď ganz nett gemacht. Was mir gefiel, war ‚Ästneben dem deutlich "fertigen" Eindruck, der zwar angestrebt aber dennoch nicht wirklich Standard in der LL ist ‚Äď die unangestrengte Sprache. Dadurch bekommt das Ganze so einen Ton von "das kann doch jedem mal passieren!", der den Leser sofort mitten ins Geschehen r√ľckt.
Andererseits wirkt der Handlungsablauf wie "ist mir eben eingefallen". Man wird von Bildchen zu Bildchen geschickt, findet aber irgendwie den roten Faden nicht. Was anf√§ngt wie eine putzige "Was w√§re wenn (Kannibalen auf der Erde landen)"-Story schwenkt dann (gerade noch vertretbar) mal schnell zum Umwelt-Thema und hangelt sich sofort weiter zu einer ‚ÄěAlien-liegt-mit-Alien-im-Clinch-und-die-Menschen-sind-die-Dummen"-Geschichte. Das ist angesichts der K√ľrze des Textes wenigtens eine Grundsatz-Wendung zu viel.

(1) Die unstimmigen Details sind:
Mitten in Text steht: "Jetzt sehe ich, wohin die Tekler wollen!" ‚Ästnur dass in der Geschichte die Tekler noch gar nicht da sind! Es w√§re sicher sinnvoll, am Anfang irgendwie zu erw√§hnen, dass die Kannibalen die Tekler verfolgt haben oder sie auf diesem Planeten vermuten oder sowas.
Zur Heimat kann die Erde f√ľr die Tekler doch nur werden, wenn ALLER freier Sauerstoff aus der Atmosph√§re des GESAMtEN Planeten verschwunden ist ‚Äď schafft das eine (verh√§ltnism√§√üig) Mini-Explosion wie diese?
Das dritte Problem ist ein fachliches: Du verwendest "atmen" als Synonym f√ľr "Sauerstoff aufnehmen", was so und in diesem Text nicht ganz legitim ist. Und: Du verwendest "G√§rung" im hier-und-heutigen Sinn ‚Äď nur dass kein "G√§rer" leben k√∂nnte, g√§be es nicht "Sauerstoff-Atmer" bzw. ‚ÄěSauerstoff-Freisetzer", die die zu verg√§renden Stoffe herstellen. Zudem lebt ‚Äď wenn mich meine Bio-Kenntnisse jetzt nicht ganz im Stich lassen ‚Äď kaum ein "G√§rer" nur G√§rung bzw. er "g√§rt" noch besser mit Sauerstoff. (Falls du beim Schreiben die Wein-Hefen im Sinn hattest: Die verg√§ren den Zucker auch MIT Sauerstoff ‚Äď allerdings nicht zu Alkohol sondern zu Essig.) Hier w√§re eine Recherche zum Thema "anaerob lebende Organismen" angebracht.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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TNX

Hallo Jon,


vielen Dank f√ľr deine fundierte Kritik. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, da√ü ich mir beim Schreiben der Story nicht mehr M√ľhe gab. Mir ging es ehrlich gesagt vor allem darum, Spa√ü beim Schreiben zu haben. Ich orientierte mich an ED WOOD, der mal wegen der filmischen Realisierung einer solchen Story psothum als "schlechtester Regisseur aller Zeiten" ausgezeichnet wurde.
Tim Burton hat mit Johnny Depp in der Titelrolle eine sehr am√ľsante Biographie √ľber ihn abgegedreht und ist sp√§ter mit dem ebenfalls sehr am√ľsanten "Invasion vom Mars" o.√§. "augenzwinkernd" in seine Fu√üstapfen getreten.
Ich könnte nie ein ernstzunehmender SF-Autor werden, obwohl ich mir mal zugetraut hätte, ein paar nette Ideen zur "Perry Rhodan"-Serie hinzuzusteuern oder dort vom Redakteur verteilte Exposés "korrekt" umzusetzen.
Ich sehe "Kannibalen" eher in einer Reihe mit den "SF"-Stories von Charles Bukowski oder Kalle Krapowsky.

Ich mu√ü mal dar√ľber nachdenken, wie ich es h√§tte anstellen sollen, damit meine mit dieser Story verfolgten Intentionen f√ľr den Leser klarer ersichtlich geworden w√§ren...

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triplezero
Hobbydichter
Registriert: Jun 2002

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Hallo Wolfsbane!

Was ich an der Geschichte wirklich gut finde, ist, daß Du offensichtlich mit Humor an sie herangegangen bist. Das ist etwas, was ich bei anderer SF viel zu oft vermisse. Anscheinend meinen viele Autoren, daß SF eine ernste Sache ist, obwohl Arthur C. Clarke in seinen alten Kurzgeschichten bewiesen hat, daß das Humor und SF sehr wohl zusammen passen. Von daher mach auf dieser Schiene ruhig weiter.

Nicht so toll fand ich, daß die ganze Geschichte leider etwas zu wirr war, ein roter Faden fehlte, da muß ich Jon recht geben. Alles in allem aber wirklich lesenswert!
__________________
And Saint Olga smiles out at us from the walls; you can feel her, all those prints from the same publicity shot, torn and taped across the walls of night, her white smile, forever.

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gnoebel
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2002

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Kommentare: 10
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Hi Wolfsbane

Zunächst mal muß ich sagen, daß ich humorvolle SciFi wirklich mag und darum auch die Intention deiner Geschichte sehr schön fand.
Leider hat sie mich trotzdem nicht sehr vom Hocker gehauen. Das liegt mMn hauptsächlich daran, daß einige deiner Gags nicht wirklich neu waren.

Einige Stellen, die mir aufgefallen sind (alles nur meine Meinung und auf keinen Fall allgemein verbindlich):

quote:
Er war nervös. Er bekam immer, wenn Vielfraß von seinem ewigen Hunger redete, selber Appetit- und zwar auf Vielfraß
Hier w√ľrde ich die Ausrufezeichen-Bindestrich-Kombination weglassen. Wirkt so, als w√ľrdest du den mit Verlaub schwachen Witz mittels rei√üerischer Formulierung retten wollen.

quote:
"Guckt mal!", rief Vielfraß begeistert, "die Terraner gibt es sogar mit Senf!"
Ich bezweifle, da√ü die beiden wirklich Urin mit Senf verwechseln. W√ľrde ich komplett weglassen, den Satz.

quote:
"Ja, der ist sogar schon gew√ľrzt. Aber ich rieche noch was- das Gegenteil von Sauerstoff
Ich nehme an, du meinst CO2. Aber warum kann er das nicht einfach sagen? Wenn er ein Wort f√ľr Sauerstoff kennt, wirs er auch Kohlendioxid kennen...

quote:
"Wir haben ein Problem in den Embedded Systems!", rief Ghouler.
Schwerer Ausnahmefehler
Hier wirkt der WindowsGag ein wenig gek√ľnstelt. Vielleicht k√∂nntest du das andere ALien irgendwas antworten lassen, weil so der Satz ganz alleine im Raum steht und keine Bindung zum Text hat.

quote:
Der Sauerstoff war vernichtet und sie wußten, sie hatten dadurch jetzt eine neue Heimat gefunden.
Die Frage kam zwar schon mal, aber wie kann eine kleine Explosion den gesamten Sauerstoff der Erde "zerstören"?

Also, wie gesagt, war nur meine Meinung. Nimms nicht persönlich, daß mir diese Gescichte nicht so gefallen hat, aber wenn alle nur sagen "Deine GEschichte war einfach toll", wäre das ja langweilig
Ich hoffe, du kannst mir meiner Kritik was anfangen

PS: Der Burton-Film heißt "Mars Attacks"
__________________
Dieser Beitrag war unsinnig und ich entschuldige mich daf√ľr.

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Lord Stark
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2002

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puh, hat ja ganz schön Kritik gehagelt..

also, wenn man weiß, daß du bei der story auf Ed Wood anspielst (Plan 9 from Outer Space) finde ich sie lustig, (einzig das mit dem Sauerstoff ist vielleicht ein bißchen unlogisch)

Die harsche Kritik von gnoebel an deinen Gags kann ich nicht teilen - wenn es eine satirische SF-story sein soll, dann m√ľssen auch die Gags diesselbe Qualit√§t haben.

Ich glaube, wenn du versuchst, die Handlung etwas mehr zu √ľberdenken und bei deinem Stil bleibst, k√∂nnte bald ein zweiter Douglas Adams aus dir werden

Nur nicht entmutigen lassen!

Lord Stark
__________________
"They say all friends must part one day - so why not you and I?"

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