Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5471
Themen:   93015
Momentan online:
116 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Lange Texte
Kapitel 2: Das Abendessen
Eingestellt am 12. 05. 2004 09:09


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Henry
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2004

Werke: 5
Kommentare: 110
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Henry eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil



Kapitel 2

Als G├╝nter am Abend nach Hause kam, stellte er seinen Schirm, der schon etwas mitgenommen aussah und wie er in die Jahre gekommen war, in einer Ecke des Eingangs ab und h├Ârte seine Frau aus der K├╝che rufen "Bist du es, G├╝nter? Putz dir die Schuhe ab, hab erst vorhin den Boden gewischt, m├Âchte nicht, dass du ihn schon wieder schmutzig machst. Regnet es drau├čen noch? Wo warst du den ganzen Tag? So lange warst du noch nie weg. Wasch dir die H├Ąnde, es gibt gleich Abendbrot. Und leg den nassen Schirm nicht schon wieder auf die Kommode. Hab keine Lust, stundenlang Wasserflecken zu entfernen. K├Ânntest dir wirklich mal einen neuen kaufen, der auch richtig funktioniert, wenn es regnet. Versteh gar nicht, warum du das alte Ding immer mit dir rumschleppst." Die Fragen seiner Frau prasselten nur so auf ihn ein, dass er gar nicht wusste, welche er zuerst beantworten sollte. Aber das war er schon gewohnt und seine Frau erwartete eigentlich auch keine Antwort von ihm, das wusste er nur zu gut. Sie plapperte halt gerne, so wie die meisten Frauen. Was sollte er auch sagen, dass er bei den Zauberern war und drei Stunden lang einem Reporter der Zaubererwoche Rede und Antwort gestanden hatte, wegen Harry Potter? Nur weil er Henry gesagt hatte. Dies w├╝rde sie ihm eh nicht glauben und ziemlich sauer sagen: Warst du schon wieder in der Quelle Bier Trinken oder warst du wieder bei diesem Inder in Badorf einen t├╝ddeln? Hast wohl zuviel Taschengeld, mein Dicker.

Sie sagte immer Dicker zu ihm, wenn Sie sauer auf ihn war, obwohl er eher hager und schlank war und aussah, als w├╝rde er an Untergewicht leiden. Er erwiderte lediglich "Ja, ja, hast vollkommen Recht. Was gibtÔÇÖs denn heute?"
"Nudelsuppe mit W├╝rstchen" war die Antwort aus der K├╝che.
"Sch├Ân, sch├Ân" Auch das noch, nichts anst├Ąndiges zu essen schauderte es ihm und das nach so einem Tag! Labberwasser mit Nudeln aus der Dose. Nudeln, die so klein waren, dass man sie kaum mit einer Pinzette zu fassen bekam. Von den W├╝rstchen ganz zu schweigen, die, wie er glaubte, bis heute noch nie jemand in dieser Suppe ohne Mikroskop hatte entdecken k├Ânnen. H├Ątte er letzte Woche doch blo├č nicht so viele Konserven mit dieser Suppe gekauft, die er als Kind schon nicht mochte. Nudelsuppe gab es jetzt schon drei Abende hintereinander. Aber irgendwie war er auch selber schuld. Seine Frau bestand darauf, dieses Zeug zu kaufen, als der ├Ârtliche Supermarkt, Nudelsuppe im Sonderangebot hatte. Er musste schlie├člich zwanzig Dosen in den Einkaufswagen packen und zur Kasse schieben.

Aber im Moment besch├Ąftigten ihn ganz andere Sorgen und das Abendessen war ihm eigentlich egal. Hauptsache etwas zu essen nach diesem anstrengendem Tag und dann schnell ins Bett. Er war einfach m├╝de und kaputt von den Anstrengungen des Tages.

"Ist Post gekommen heute?" fragte er sch├╝chtern, fast ├Ąngstlich seine Frau.
"Nein, heute war nichts im Briefkasten." war die Antwort.
"Hat auch keiner geklingelt und wollte was abgeben oder so?" lautete seine n├Ąchste Frage.
"Nein G├╝nter. Was ist los mit dir? Interessierst dich doch sonst nicht f├╝r unsere Post. Erwartest du etwas? Hast doch hoffentlich nicht schon wieder irgend so einen Bl├Âdsinn im Versand bestellt?" fragte Sie neugierig.
"N├Â, n├Â. Dachte nur soÔÇŽ Vielleicht w├Ąre die Stromabrechnung schon da oder so. Wollte mal wissen, was wir dieses Jahr nachzahlen m├╝ssen, du weisst schon, der neue K├╝hlschrank ÔÇô ob der wirklich so sparsam ist, wie sie im Prospekt schreiben." war seine Ausrede, um seine Frau nicht misstrauisch zu machen.

F├╝r den Moment war er beruhigt und froh, dass seine Frau von dem ├ärger, den er mit dem Zaubereiministerium hatte, noch nichts wusste. Zum Gl├╝ck gibt es die Zaubererwoche nicht bei uns zu kaufen, dachte er w├Ąhrend er ins Badezimmer ging, um sich die H├Ąnde zu waschen. Er schaute sich kurz an der Badezimmert├╝r um, ob seine Frau ihm auch nicht nachkam und riskierte dann einen fl├╝chtigen Blick aus dem Fenster. Nichts zu sehen, dachte er und fragte sich pl├Âtzlich, da es drau├čen schon dunkel wurde, ob Eulenpost auch nachts kommen w├╝rde. In einem Buch ├╝ber Vogelkunde hatte er einmal gelesen, dass Eulen nachtaktive Tiere sind. Pl├Âtzlich bekam er Angst. Alles, aber blo├č das nicht, das w├Ąre sein Untergang, wenn mitten in der Nacht eine Eule an der Haust├╝r klingeln w├╝rde und das ganze Haus aufweckte. Seine Frau w├╝rde sich von ihm scheiden lassen. In dem Buch stand allerdings auch, dass Eulen Nachts meistens M├Ąuse jagen und fressen. In der Zeit k├Ânnen sie ja nun wirklich keine Post zustellen, dachte er. Er beruhigte sich wieder, schaute noch einmal kurz in den Spiegel, nahm etwas Mundwasser, damit man seine Bierfahne nicht riechen konnte. Er war schlie├člich nach dem Interview heute Nachmittag noch kurz in seinen Stammkiosk gegangen, wo alles angefangen hatte, um dort ein Bier zu trinken. Dann ging er in die K├╝che und setzte sich zum Abendessen nieder.

Beim Abendessen sprach er kaum ein Wort mit seiner Frau, zu besch├Ąftigt war er damit, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Nur sie redete auf ihn ein und sagte ihm, was morgen alles zu tun sei. Aber er h├Ârte gar nicht hin, sondern grummelte ab und zu mal ein "Ja, ja." zu seiner Frau, damit sie den Eindruck hatte er w├╝rde ihr zuh├Âren.

Er musste irgendwie diesen Brief abfangen, wenn er nur w├╝sste, wie und wann er kommen w├╝rde. Er gr├╝belte und gr├╝belte, w├Ąhrend er sich ein W├╝rstchen nahm und es fast fallen lie├č, weil ihm pl├Âtzlich eine Idee kam. An seinem Stammkiosk hatte Andreas doch gesagt er h├Ątte Harry Potter auf CD, die k├Ânnte er sich doch ausleihen und vielleicht etwas ├╝ber die Zustellgewohnheiten von Posteulen herausfinden und so den Brief abfangen. Das Problem war nur, er hatte keinen CD-Player zu Hause und sein Taschengeld w├╝rde f├╝r ein solches Ger├Ąt niemals reichen. Auch hatte er nicht die Spur einer Ahnung, wie er ein solches Ger├Ąt ├╝berhaupt bedienen sollte. Au├čerdem w├Ąre es viel zu auff├Ąllig gewesen, Andreas zu fragen. Er w├╝rde doch sofort Verdacht sch├Âpfen und sich fragen, was er mir Harry Potter CDÔÇÖs wolle, wo er doch bisher immer Henry anstatt Harry gesagt hatte, was ihm schlie├člich auch den ganzen ├ärger mit den Zauberern eingebracht hatte. Und was w├╝rde seine Frau wohl sagen, wenn er mit Harry Potter CDÔÇÖs nach Hause k├Ąme und die im Wohnzimmer h├Âren w├╝rde? Harry Potter musste es doch auch als Buch geben, dachte er und beschloss, am n├Ąchsten Tag mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren und ein Harry Potter Buch zu kaufen. Eine Ausrede musste er sich daf├╝r nicht einfallen lassen, da morgen Mittwoch war. Mittwochs fuhr er immer mit dem Fahrrad in die Stadt f├╝r seine Frau Kartoffeln kaufen. Nur was w├╝rde so ein Buch kosten. Sein Taschengeld war immer knapp bemessen und er hatte f├╝r den Rest der Woche auch nicht mehr viel Geld ├╝brig. Geld leihen oder seine Frau um Vorschuss zu bitten, nein, das war unm├Âglich. Vielleicht, wenn er morgen kein Bier am Kiosk trinken w├╝rde und etwas von dem Kartoffelgeld abzweigt, dann k├Ânnte es klappen.

Nach dem Abendessen ging er ins Wohnzimmer, sah sich die Tagesschau an und ging dann fr├╝h zu Bett. Er lag noch lange wach und dachte an das Interview zur├╝ck. All diese komischen Fragen, die ihm der Reporter gestellt hatte. Hoffentlich hatte er einen guten Eindruck hinterlassen und das Zaubereiministerium w├╝rde das ber├╝cksichtigen. Als er endlich eingeschlafen war, tr├Ąumte er von Alraunen, die seine Frau anschrieen, von Zauberst├Ąben, die sich bei ihm beschwerten, er habe sie nicht sorgf├Ąltig genug geputzt und seltsamerweise auch von Regenschirmen, die magische Kr├Ąfte besa├čen, die den Regen abhalten konnten, ohne dass man sie aufspannte und mit denen man sogar ein paar Meter durch die Luft schweben konnte, wenn man an ihrer Leine zog.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Greenlia
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Aug 2003

Werke: 11
Kommentare: 40
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Greenlia eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Ailtta!



Nun ja, ich finde dieses Kapitel nicht so prall. Bisschen langweilig. Es fehlen Besonderheiten, die Geschichte wirkt noch sehr flach. Mal sehen, wie das n├Ąchste Kapitel wird...

Hab hier einige Anmerkungen bei (haupts├Ąchlich) formalen Sachen:

quote:
stellte er seinen Schirm, der schon etwas mitgenommen aussah und wie er in die Jahre gekommen war (versteh den Zusammenhang nicht, ist doppelt gemoppelt)

"hab erst vorhin den Boden gewischt und m├Âchte nicht, dass du ihn schon wieder schmutzig machst. [...] Hab keine Lust, stundenlang Wasserflecken zu entfernen. Du k├Ânntest dir wirklich mal einen neuen kaufen [...] Ich versteh gar nicht, warum du das alte Ding immer mit dir rumschleppst" (Dauernd die Personalpros wegzulassen ist auch nicht das Wahre. Aber wenn sie wirklich so sprechen soll. Das Problem ist nur, dass G├╝nter auch so spricht, deshalb h├Ârt es sich so an, als w├╝rdest du das immer bei der w├Ârtlichen Rede machen)

Sie plapperte halt (umgangssprachlich) gerne, so wie die meisten Frauen (das hab ich jetzt mal ├╝bersehen ...).

Was sollte er auch sagen? Dass er bei den Zauberern gewesen war

Das w├╝rde sie ihm eh (umgangssprachlich) nicht glauben

das Abendessen war ihm eigentlich egal. Hauptsache etwas zu essen (Erst meckert er ne halbe Seite lang und dann ist es ihm egal??)

Seine Frau w├╝rde sich von ihm scheiden lassen. (Ein wenig ├╝bertrieben, nicht?)

Er beruhigte sich wieder, schaute noch einmal kurz in den Spiegel und nahm etwas Mundwasser, damit man seine Bierfahne nicht riechen konnte. (Klingt sonst so nach Aufz├Ąhlung und das Ende kommt komisch)

Harry-Potter-Buch

um f├╝r seine Frau Kartoffeln zu kaufen.

etwas von dem Kartoffelgeld abzweigte, dann k├Ânnte es klappen.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Lange Texte Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!