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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Karl und Otto - allein zu Haus'
Eingestellt am 03. 08. 2002 12:35


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Stoffel
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Karl und Otto - allein zu Haus'

F├╝r Karl war es das erste mal nach 15 Jahren, das er alleine, ohne seine Magda, einkaufen ging. Verlassen hatte sie ihn, wegen einem j├╝ngeren. Die g├Ąhnende Leere im K├╝hlschrank machte ihm Angst und es war Wochenende. Wo er sonst doch in die Kantine w├Ąhrend der Woche essen ging, musste er das Wochenende nun ├╝berstehen.
Im und um dem Supermarkt herrschte reges Wochenendtreiben und suchend nestelte Karl in seiner Geldb├Âre nach einem Euro. Den gelben Chip hatte sie also auch mitgenommen.
"Na toll!"
Spagetti hatte er sich in den Kopf gesetzt, denn das war noch, ausser Spiegeleier, so das einzige, was er ohne Probleme zubereiten konnte.
"Ok. Spagetti, dazu dann Tomatensauce. Fertige." Dabei dachte er an Magda und ihre unvergleibare Sauce,die sie stets selbst zubereitete. Dazu gab es immer frisch geriebenen Parmesan. Hmmm,lecker. Karl's Miene verfinsterte sich bei dem Gedanken, wie sie dem J├╝ngelchen nun den K├Ąse liebevoll ├╝ber seine Spagetti rieb.
Den Parmesan konnte er sich verreiben, denn sie hatte auch die Parmesanreibe mitgenommen.
Er, der sonst immer so sachliche, zur├╝ckhaltende B├╝rokrat, der nie widersprach, f├╝hlte Wut aufsteigen. Energisch trieb er seinen Einkaufswagen vor sich her und sein Blick war finster.
"Mama, wieso schaut denn der Mann so b├Âse?" H├Ârte er neben sich ein Kind fragen. Die Mutter sah ihn an und l├Ąchelte gequ├Ąlt. "Der Mann hat bestimmt nur schlecht geschlafen, Schatz" War ihre Antwort und weg war sie. "Ja!" dachte Karl w├╝tend. "Ich habe, gottverdammt nochmal schlecht geschlafen!"
Und am liebsten h├Ątte Karl, der sonst so zur├╝ckhaltende, gutm├╝tige Kerl, es laut hinaus geschrien.
Dann krachte es und Karl zuckte zusammen. "Sag mal, hast Du einen an der Panne Alter!" Schrie ihn einer an. W├╝tend stellte dieser seinen Einkaufswagen wieder auf und sammelte noch w├╝tender die Spagetti und all das andere wieder ein. Karl stand wie angewurzelt da. "Was glotzt denn so bl├Âd, Du Arschgesicht?" Fragte der ihn. Dann stellte sich dieser, fast zwei Meter gro├če Affe, der auch noch aussah wie dieses "J├╝ngelchen" vor Karl auf und hob drohend die Hand. "Wenn ich von links komme, ja? Dann hast Du Wichser gef├Ąlligst Deine Scheisskarre rechts zu halten, ist das klar?!"
Nichts war klar. Irgendwann mal ist Sense. Karl nahm seine Brille ab, faltete sie sorgsam zusammen und liess sie in die Brusttasche seines himmelblauen Hemdes fallen.
"Es reicht!" fl├╝sterte Karl. "Es reicht wirklich!" Wiederholte er und boxte seinem Gegen├╝ber kr├Ąftig auf den Arm. Der lachte kurz. "Aua, da hat mich grad aber ein kleiner Regenwurm gek├╝sst!" H├Âhnte der. "Du willst mir, Otto dem Grossen, an den Karren pissen?" Schon hatte er Karl in den Schwitzkasten genommen und gab dem eine Kopfnuss. Karl schrie kurz auf und r├Âchelte. "Du bl├Âder, bl├Âder Doofian, Du hast mir meine Magda genommen!" Jammerte er. Otto der Grosse schaute f├╝r einen Moment verdutzt. "Du kleiner Psychopath, nichts hab ich Dir genommen! DU hast mir meine Vorfahrt genommen, verstehste!"
Eine Menschentraube versammelte sich um die beiden Kampfh├Ąhne. Einige blickten angewidert auf die beiden Mittvierziger, andere lachten.
"Bitte Ruhe, meine Herren!" Rief der Filialleiter und versuchte den Streit zu schlichten. Ohne Erfolg. Per Handy rief der die Polizei.
Karl strampelte und zerrte an seinem Widersacher, was das Zeug hielt und hatte pl├Âtzlich einen von Oto' s T-Shirt├Ąrmel in der Hand. Appruppt liess der Karl los, nahm vorsichtig, als handele es sich um einen Klumpen Gold, den ├ärmel und schluchzte laut auf.
"Oh nein, Sonja!"
Karl sah ihn verdutzt an. Der nannte den Ärmel seines T-Shirts Sonja. Vorsichtig trat Karl einen Schritt zurück. Denn bei SO einem wusste man ja nie.
"Was ist passiert?" Wollte einer der Beamten wissen und dann nahmen sie Karl und Otto mit auf die Wache.
Die beiden M├Ąnner sassen stumm da, w├Ąhrend der Beamte das Anzeigenformular in die Schreibmaschine einspannte.
"Tut mir leid, das ich Deiner Sonja weh getan habe." murmelte Karl. Otto zuckte mit den Schultern und sah Karl vers├Âhnlich an.
"Ach Quatsch. DER haste nich weh getan. SIE hat mir weh getan." Dann atmete Otto der Grosse tief durch.
"Weisste, das T-Shirt ist das erste Geschenk, das Sonja mir machte. Damals, auf dem Konzert von Aerosmith. Naja, sie hat mich vor drei Monaten verlassen." Otto warf einen letzten Blick auf den Ärmel und warf ihn in den Mülleimer, der neben der Holzbank stand. Mitleidig sah er Karl an. "Na, bei Dir ist wohl auch einiges im Argen, oder?" Karl nickte stumm.
Es war gerade ein Sommerloch und was braucht ein fleissiger Reporter mehr, als irgendein F├╝llmaterial f├╝r seine Seite?
"Die sind wie die Schmeissfliegen" l├Ąsterte Otto und Karl nickte zustimmend, als der Reporter den Raum wieder verliess.
"Wer will denn nun gegen wen eine Anzeige machen?" Fragte der Beamte. Die beiden M├Ąnner sahen sich an und lachten. "Niemand, Herr Inspektor." Sagte Otto und zog Karl mit sich.
"He, Alter. Morgen 13 Uhr bei mir, ok? Gibt Spagetti." Dann steckte er Karl seine Visitenkarte in die Hosentasche.

W├Ąhrend sich die beiden ihre B├Ąuche mit Spagett "arrabiata" vollschlugen lasen sie den Artikel in der Zeitung und lachten was das Zeug hielt.


Vorfahrtsstreit im Supermarkt
Zwei M├Ąnner konnten sich in einem Supermarkt nicht ├╝ber die Vorfahrt der Einkaufswagen einigen. Sie gerieten sich so in die Haare, dass die Polizei gerufen wurde. Im Streit, bei dem "nicht jugendfreie Schimpfworte" fielen, musste "ein T-Shirt sein Leben lassen", so die Polizei.


"Scheiss K├Ąseblatt, oder?" Fragte Otto der Grosse.
"Ja" sagte Karl. "Und scheiss Weiber!"

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unbekannt2581
???
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ich hab gewartet, ob noch was kommt.
ich vergleiche so gerne, und dieser hier
* boing * gef├Ąllt mir besser.
ich hatte auch erst die idee mit dem r├╝benessen, aber ich kam davon ab. ichs kanns mir nicht vorstellen, r├╝ben gerne essen zu wollen. ( womit ich es keinem vermiessen m├Âchte ;-) )

und ausserdem schliesst diese geschichte mit einem lachen, das ist soooo selten heute.

liebe gr├╝sse

mike

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Stoffel
gesperrt
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ich sag Dir was....
Steckr├╝beneintopf ist das geilste, was es gibt (an Hausmannskost)*g*

Denke mal, daf├╝r w├╝rd ich mir auch so einiges gefallen lassen. ;-)

Sch├Ân' Abend Mikel
Stoffel

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Lyra
???
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steckr├╝ben.....iiiiih, ich dachte das ist futter f├╝r die tiere

gef├Ąllt mir gut, ich w├╝nschte ich h├Ątte mehr zeit um auch solche texte schreiben zu k├Ânnen

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Stoffel
gesperrt
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Registriert: Jun 2002

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Ja, liebe Lyra - das w├╝nschte ich mir ebenfalls.:-)

Sag aber nicht "iiihhh...."
das schmeckt wirklich lecker. Es gibt aber auch Futterr├╝ben. Die sind f├╝r die Tiere.Sollte man nich unbedingt essen . ;-))

Stoffel

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