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Leselupe.de > Kurzprosa
Karneval
Eingestellt am 24. 02. 2018 17:42


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werman
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2017

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Eigentlich hasste er den Karneval. Oder besser gesagt, er hasste das Ganze drumherum. All diese Leute, die sich als seine Freunde ausgaben, aber eigentlich gar kein Interesse an ihm hatten. Trotzdem ging er Jahr f├╝r Jahr hin und als er letztes Jahr alleine, traurig und w├╝tend stundenlang heimlief, schw├Ârte er sich, dass er sich das Fest dieser einf├Ąltigen Narren nicht mehr antun w├╝rde. Doch im folgenden Jahr hatte sich einiges ver├Ąndert, er hatte nun echte Freunde gefunden, mit denen er wirklich gerne Zeit verbrachte. Und da der Karneval einer der sp├Ąrlichen Anl├Ąsse war, an dem in dieser gottverlassenen Gegend mal etwas los war, musste man trotzdem gehen. Er wusste, dass er seine alten Freunde wieder sehen w├╝rde und hatte keine Lust auf sie, diese Freunde, die sich nie wirklich f├╝r ihn interessierten, aber sobald er sich von ihnen abgewendet hatte so taten, als er h├Ątte er sie verraten. Billiger Gin mit nicht minder billiger Grapefruit-Limonade gemischt hielt seinen Kopf aber von solchen l├Ąstigen Gedanken entfernt und es trieb ihn und seine Freunde in die Stadt, inmitten in das primitive Gewimmel des Karnevals. Es lag Frust in der Luft, den alle Frustrierten an dieser Parade des einfachen Volkes endlich abladen konnten. Der Alkohol liess ihn sich dem Treiben hingeben, obwohl er es tiefst verabscheute. In diesem ├╝berm├╝tigen Rausch liess er ein Besteckmesser aus einem Restaurant, in dem er gef├╝hlte 5 Liter Urin von sich liess, mitgehen. Mittlerweile waren sie an dem Ort angelangt, an dem seine alte Gruppe sich aufhielt. Jahr f├╝r Jahr waren sie an dem exakt selben Ort. Mit den selben Leuten f├╝hrten sie die selben Gespr├Ąche. Der Alkoholpegel redete ihm ein, dass doch alle seine Freunde waren und sie sich nun mehr f├╝r ihn interessieren w├╝rden, nachdem sie gemerkt hatten, dass er ihnen sonst den R├╝cken zukehrte. Also begr├╝sste er sie ├╝berschw├Ąnglich. Es dauerte aber nicht lange, bis er sich in die Jahre zur├╝ckversetzt f├╝hlte, denn es war genau gleich wie alle Jahre zuvor. Keiner hatte Zeit f├╝r ihn, alle waren besch├Ąftigt mit dummen Gespr├Ąchen mit dummen Leuten. Die Wirkung des Alkohols drehte um 180 Grad und er f├╝hlte tiefe Wut in sich aufsteigen. Sie hatten seine Gesellschaft nicht verdient. Er w├╝nschte sich, diese r├╝cksichtslosen Individuuen k├Ânnten auch einmal so etwas wie Schmerz f├╝hlen. Als er ein Gespr├Ąch hinter seinem R├╝cken vernahm und h├Ârte, wie sie ihn als Verr├Ąter und Idioten bezeichneten, f├╝hlte er, wie er die Kontrolle ├╝ber sich verlor. Er griff nach dem Messer in seiner Tasche und drehte sich um.
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Love is the feeling that you feel when you feel the feeling that you never felt before.

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Etma
???
Registriert: Jan 2016

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Hallo Werman,

h├╝bsche Geschichte. Ich konnte mich mit ihr identifizieren. Als das Wort "Messer" fiel ahnte ich schon b├Âses. Vielleicht ist es etwas zu viel f├╝r eine Kurzprosa im offenen Ende einen Mord zu implizieren ... nur meine Meinung

Weiter so

Mit freundlichen Gr├╝├čen,
Peter

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werman
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2017

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Hallo Peter

Danke f├╝r dein Feedback. Ich denke, dass es sehr viel braucht, um mit einem einfachen Besteckmesser einen Mord zu begehen, eine kleine Stichwunde k├Ąme da eher in Frage

Freundliche Gr├╝sse
Philippe

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