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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Karneval am Rhein - wenn einer eine Reise tut ...
Eingestellt am 29. 03. 2006 12:03


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Eva-Lotte
Hobbydichter
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Karneval am Rhein

Heute ist Aschermittwoch, an dem ja bekanntlich alles vorbei ist – aber da ich mich selten an gängige Regeln halte war für mich bereits am Rosenmontag alles vorüber. Da bin ich wieder nach Hause gefahren. Mit anderen Worten, meine tolle Faschings-Tour an den Rhein war ein echter R(h)einfall!

Ich fuhr mit groĂźer Begeisterung und entsprechendem karnevalistischen Schwung mit dem Zug von Bayern an den Rhein. Dort wurde ich von meiner Freundin Ulrike und ihrem Mann Alfons, den sie inzwischen geehelicht hatte, abgeholt.

Wir stiegen ins Auto, einem jeepähnlichen, allradgetriebenen Gebilde und fuhren 1 ½ Stunden durch die Landschaft. Inzwischen wurde mir auch klar, warum der Wagen Allradantrieb hatte. Nach kurzer Zeit gab es keine normalen Straßen mehr, lediglich schwach ausgeprägte Wege – ich tippte auf Wildschweinpfade. Schaukelnderweise kamen wir dann doch irgendwann an. Ein absolutes Nest! Ortsschild „Tote Hose“, Landkreis „Nix los“ und 300 Meter weiter stand er – der Bretterzaun! Hier war absolut die Welt zu Ende.

Ich dachte so bei mir, das kann ja noch nett werden und ein ahnungsvolles Kribbeln erfasste mich. Dieses Kribbeln weitete sich zu einem dauerhaften Schüttelfrost aus, als wir die Behausung der Beiden betraten. Ein freistehendes Einfamilienhaus, neu gebaut – und heizungstechnisch noch nicht voll erschlossen –immerhin hatten wir ja erst Mitte Februar.
Allerdings hatte man aus den einfach verglasten Fenstern ein sagenhaftes Panorama! Gegend, unheimlich viel Gegend! Höhen, Felder, Wälder – alles zusammen heißt Eifel. Hatte ich schon erwähnt, dass sich diese zauberhafte Natur mir zuliebe winterlich verkleidet hatte? Meterhoch Schnee! Und mittendrin ich in meiner frühjahrsahnenden Reisegarderobe – Hellau!

Die klimatischen Bedingungen im Haus waren, wie gesagt, noch nicht voll erschlossen. Alle Räume waren ebenerdig und durch eine große, geflieste Diele miteinander verbunden. Alle Räume waren erfrischend temperiert, in der Diele war es etwas kühler.

Ich saß in dem schönen, großen Wohnzimmer, in eine farbenfrohe Decke gewickelt, umsäuselt von einem klagenden Nordostwind und trank ein Glas gut gekühlten Begrüßungssekt. Dazu erzählte Alfons – seines Zeichens Revierleiter (Oberförster sagt man nicht mehr) – angeregt plaudernd von Pensionshirschen, 2-A-Böcken und diversen anderen Wildvorkommen in dieser wahrhaft atembeklemmenden Gegend. Meine Frage nach Eisbären irritierte ihn und ich durfte schlafen gehen.
Ich schlief geschichtet: Matratze – Wollauflage – Biberlaken – Ich – Biberlaken – Wolldecke – Federbett. Nach einem erfrischenden Schlaf gab es Frühstück. Der allradbetriebene Alfons holte aus der 3 Kilometer entfernt liegende Menschen-Siedlung frische Brötchen.

Und somit komme ich zu den Bewohnern des luftigen Hauses: Ulrike, 26 Jahre, hatte ich in der Kur kennen gelernt. Ich hatte sie als nettes, etwas launisches, aber sonst ganz normales Mädchen in Erinnerung. Alfons, 31 Jahre, kannte ich vorher nicht. Er ist ein ruhiger, ausgeglichener gutmütiger Typ mit normal ausgeprägter Tendenz zum verliebten Hammel. Und Ulrike, die hellwache Hyäne weiß dies und nutzt es. „Alfons tu’ dies, lass’ jenes...“, lieblich schrillt ihre Stimme durchs Haus und Alfons funktioniert willig und ergeben. Wenn sie niest greift er zum Tempo. Na gut dachte ich, macht nichts, schließlich ist es eine Sache zwischen den beiden. Aber es griff auf mich über – immerhin war ich Gast und durfte am Familienleben teilhaben.

Erst war ich Zoowärter, der ständig bemüht war die Gatter zu schließen, damit die Hyäne nicht über den Hammel herfallen konnte und umgekehrt, der Hammel nicht selbstmörderisch in das Terrain der Hyäne eindrang. Ich hatte mein Brehms Tierleben nicht mit und es war eine ermüdende Aufgabe, zumal die beiden mich jeweils bei Abwesenheit des geliebten Kampfgefährten mit Einzelgesprächen zermürbten. Somit waren meinen Bemühungen zu schlichten und auszugleichen natürliche Grenzen gesetzt.

Dies erkannte auch die Hyäne, die Gute, und um keine Langeweile aufkommen zu lassen erfand sie eine interessante Variante für das grausame Spiel: Ich wurde vom Wärter zum Opfer! Das war nun die Krönung! Ich möchte mal sagen, dass ich zwar bestimmt kein Lieblingskind der Götter bin, mich aber auch nicht direkt hartnäckig vom Schicksal verfolgt fühlte – bisher. Aber durch Ulrikes Kontrastprogramm wurde alles anders. Ich konnte machen was ich wollte, ich wurde von der Hyäne nur noch geifernd kritisiert – mit inzwischen zart hysterischem Unterton in der Stimme.

Alfons saß mit verklärtem Lächeln da, sich sonnend in den ungewohnten Streicheleinheiten seiner Holden. Mit glücklich verschleierten Augen erkannte er natürlich nicht die Strategie dieser Bestie. Ihn hatte sie ja immer als Opfer, ich war eben eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan. Sein einziger Gesprächsbeitrag zu ihren unermüdlichen Angriffen auf mich war ein zaghaftes „aber Mäuschen“, das murmelnd in seinem Bart verschwand.

Nun gehen ja Hyänen mit Vorliebe auf bereits halbtote Opfer – ich war in diesem Zustand! Konnte ich es bisher zwar vermeiden den klimatischen Widrigkeiten vollends zu erliegen, lag ich doch mit einem fieberhaften Infekt ermattet auf der kühlen Ledercouch.
Nachdem die Hyäne ihre verbalen Angriffe auf mich auch noch durch ausgedehnte Lüftungspausen, in denen sie die Fenster weit und lange aufriss, unterstrich und zudem auch die ohnehin schon frühlingshaft eingestellte Heizung gedrosselt wurde griff die Kälte, die dieses Haus ausstrahlte auf mich über. Ich packte unterkühlt meine Sachen.

Wenn es nach Ulrike gegangen wäre, hätte ich die 50 Kilometer bis zum Bahnhof laufen müssen – vielleicht hätte mich ja auf halber Strecke ein mitleidiger Hundeschlittenführer aufgegriffen.
Aber Alfons sammelte die Reste seiner Hausherrn-Funktion zusammen und erklärte mit brüchiger Stimme und kaltem Schweiß auf der Stirn, dass er mich zum Zug bringt. Schließlich stand sein Leittier-Prinzip auf dem Spiel. Ulrike ließ es sich natürlich nicht nehmen mitzukommen um ihren vermeintlichen Triumph voll auszukosten. Es wurde eine eisige Fahrt, zumal auch ich mich nun in Schweigen hüllte da mir doch noch einfiel, dass ich sensibel bin.
So verließ ich also diese kultivierte Familiengemeinschaft am Rosenmontag, dem Höhepunkt des Faschingstreibens und fuhr im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft nach Hause.
Und die Moral von der Geschicht\':
Willst du zum Karneval vergnĂĽgt, allein die Gegend nicht genĂĽgt.
Mich hat vor des Hyänen Wucht gerettet nur die rasche Flucht! HELLAU

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flammarion
Foren-Redakteur
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zu

erst einmal herzlich willkommen auf der lupe.
dein erster beitrag ähnelt sehr einem tagebucheintrag mit schnunzelcharakter. daher würde ich ihn gern ins tagebuchforum verschieben.
lg
__________________
Old Icke

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
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Stimme Flammarion zu. Zuerst mal herzlich willkommen.

Um den Text humoristisch zu machen, musst Du noch daran arbeiten. Vor allem klingt dieser Text über die "Hyäne" und den "Hammel" zu bösartig. Ein Leser würde den Text als zu arrogant und besserwisserisch empfinden - das ist nicht lustig. Besser ist es, wenn in Deinen Text der Humor immer auf den Erzähler zurückfällt oder Du Dich über den Erzähler selber lustig machst.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor fĂĽr Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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Tigerauge
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Liebe Eva-Lotte,
ich finde Deinen Text leider nicht so gelungen.

Was den Stiel betrifft, da habe ich hier in der Leselupe schon weitaus Schlechteres gelesen. Ganz im Gegenteil, ich glaube, dass Du im Kern gut schreiben kannst. Mit so einer Tagebuchgeschichte hast Du Dir aber ein sehr schwieriges Thema gewählt. Hier kommt es viel mehr als bei anderen Geschichten auf die Verpackung an. Du versuchst schließlich Deine ganz persönlichen alltäglichen Erlebnisse als Interessant zu verkaufen.
Leider stolpert man aber über Kommafehler, die Deinen teilweise sehr schwungvollen(gut) Stiel zerstören.
Es fehlt dem Text auch etwas an Struktur. An Anfang malst Du die Handlung aus; später sind die Ausmalungen die Handlung. Da kriegt man das Gefühl, als wenn Du Dich jetzt aussprichst, um es selbst zu verarbeiten. Du sollst uns aber Berichten, um uns mit einem Schwank zu unterhalten! Also bitte, mehr Handlung!
Hat der Karneval etwas mit der Geschichte zu tun? Es bleibt unklar, ob es ein Karneval ganz besonderer Art war, oder ob es nur der Anlass fĂĽr die Reise war.

Weiterhin viel SpaĂź,
Dein Tigerauge

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Eva-Lotte
Hobbydichter
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Karneval am Rhein

Hallo Tigerauge,
danke fĂĽr Dein Interesse an meiner Geschichte.
Bin noch Anfänger und werde Deine ausführlichen Tipps und Ratschläge gerne für meine weiteren Versuche beherzigen.
Fröhliche Ostern
Eva-Lotte

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