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Leselupe.de > Ungereimtes
Kaspar
Eingestellt am 10. 04. 2005 10:29


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Cirias
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Kaspar

in nächten wachsender schatten
heftest du papierschwalben
an die verschwundene zeit
sie gleiten in die bewohnte welt
dort wo man die stimme
an einem lidschlag erkennt
deine schattenhaut ist dein verlies
komm und sieh
aus deinem kellerloch
komm
und flüstere das geträumte wort
aus der stille

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Montgelas
???
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Kaspar Hauser und Novalis

lieber cirias,

du hast für uns kaspar hauser wieder
aus dem schatten geholt,
das verlorene weltkind ohne mitte;
und für mich novalis obendrein:



Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben,
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn sich dann wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ew´gen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.



danke !

dir eine gute zeit

montgelas

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Cirias
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...Danke, Montgelas, für den wunderbaren und treffenden Bezug zu Novalis, für mich waren und sind beide Ungeborene..
Herzliche Grüße, Cirias

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Vera-Lena
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Hallo Cirias,

"deine Schattenhaut ist dein verlies"

das ist so eine starke Aussage, dass ich es schade finde, dass Du den Schatten zudem noch in der ersten Zeile vorkommen lässt.

Ich schlage Dir vor für die erste Zeile:

in den dunkleren nächten


Hier scheint es ja nicht nur um Kaspar Hauser zu gehen.
Jeder trägt sein eigenes Verlies mit sich herum und wagt es nicht, aus den Träumen einer ersehnten heilen Welt aufzutauchen. Und doch...
Der Autor ruft eindringlich, von dort aufzubrechen in die Welt, in der man die Stimme auch mit Hilfe der Mimik zu deuten versteht, und der zerissenen Welt die Träume vom Heilsein zuzuflüstern.

So lese ich Deinen Text. Schon die Papierschwalben sind Botschafter, welche die Kurve aus der Vergangenheit in die Gegenwart nehmen können.

Der Kaspar Hauser in meinem Inneren sagt freudig "ja" zu Deinem Text.

Liebe Grüße von Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Cirias
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Hallo Vera-Lena,

deine Lesart meines Textes hat mir sehr gefallen. Eine vorgeprägte Lesart meiner Texte habe ich ohnehin nicht, es ist ungleich schöner, sich auf die anderer Leser einzulassen und mit ihnen den Weg zu gehen.
Deine Anregung finde ich sinnvoll, wenn auch seine Schattenhaut natürlich aus diesen Schatten wächst, also ein unmittelbarer Bezug hergestellt worden ist; der wäre im Falle der Umsetzung deines Vorschlags aber immer noch gegeben, wenn auch nicht direkt nachvollziehbar, was vielleicht sogar besser zum Thema passen würde, kann ich mir also gut vorstellen und werde das ändern.
Der Text weist, das sagst du ganz richtig, über die Figur Hausers hinaus auf den Hauser in uns; für mich ist das ein ungleich aktuelleres Thema als es das damals war,

herzliche Grüße, Cirias

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