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Leselupe.de > Anonymus
Kasper und die Kosmologie
Eingestellt am 18. 02. 2010 13:37


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
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Kasper und die Kosmologie

An sch├Ânen, klaren Sommerabenden setzt sich Kasper gerne auf eine Wiese, trinkt ein Bier, beobachtet die Spazierg├Ąnger. Doch meist nicht lange, denn sie erm├╝den ihn schnell in ihrer gleichf├Ârmigen Art, in den Abend hineinzulaufen. Und so macht er sich lang und betrachtet die Sterne.

Da kommen ihm viele Gedanken. Er denkt an die Unendlichkeit des Universums. Oder ist es doch endlich? Und wenn ja: wo ist das Ende, wie sieht es aus? Ist es ein scharfer Rand, wie mit dem Lineal gezogen, oder ein sich stetig verd├╝nnender Materienebel, was darauf hindeutet, dass es doch kein Ende gibt?
Ist die Welt einmalig, wird sie vergehen, was kommt danach? Handelt es sich vielleicht schon um das x-te Remake, was wir da vor uns haben?
Er versucht, Sternbilder zu erkennen. Er gr├╝belt ├╝ber Begriffen wie ÔÇ×Raum-Zeit-Kr├╝mmungÔÇť, ÔÇ×Schwarzes LochÔÇť, ÔÇ×SupernovaÔÇť, ÔÇ×Wei├čer RieseÔÇť, ÔÇ×HintergrundstrahlungÔÇť.
Dabei wird er noch m├╝der. Welche Kasperei, denkt er schlie├člich, schiebt die Begriffe beiseite, sieht noch einmal das Funkeln der Sterne, und schlie├čt die Augen.

Eine Frage hat ihn lange besch├Ąftigt: Gibt es ferne Welten mit vernunftbegabten Lebewesen? Er las, man suche seit Jahrzehnten mit riesigen Radioteleskopen nach Funksignalen der Bewohner ferner Galaxien. Angeblich h├Ątten Wissenschaftler auf der Basis von Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen eine Zahl von mehreren Millionen Zivilisationen im All errechnet.

Kasper wei├č es nicht. Er hat aber eine klare Meinung zu diesen Geschichten.

Er hofft, man werde bei dieser Suche nie f├╝ndig werden. Was w├Ąre denn, wenn wir wirklich mit einer fremden Zivilisation in Kontakt tr├Ąten? Wir w├╝rden den Wert unserer Erde und unseres Lebens relativieren; wir w├╝rden ihn verkleinern, noch weniger achten, als wir das schon bisher tun. Wir trampelten mit noch gr├Â├čerer R├╝cksichtslosigkeit durch die Reste unseres kurz vorm Kollaps stehenden, heruntergewirtschafteten einstigen Garten Eden. Wir n├Ąhmen das absehbare Ende unserer Zivilisation hin als ein Ende unter vielen ├Ąhnlichen...

Au├čerdem: w├╝rden wir denn die Witze der Fremden verstehen, ihre Kaspereien, falls sie denn zu so hoher Kultur in der Lage w├Ąren? Vielleicht ist ja bei denen ein Witz etwas, was hier bitterer Ernst ist, Gelderwerb, Ehe, Krieg oder so.

Es k├Ânnte nat├╝rlich auch ganz anders sein, quasi witzlos. Man stelle sich vor, den Fremden w├Ąre jegliche nutzlose Alberei, jeder kindische Ulk fremd; sie w├╝rden eine Posse als unausstehlich, eine feine Ironie als unverst├Ąndlich, eine Parodie als ├╝berfl├╝ssig ansehen. Sie w├Ąren ausschlie├člich orientiert auf Effektivit├Ąt, Nutzen, Genauigkeit, Pr├Ązision. Was w├╝rden wir denn anfangen k├Ânnen und wollen mit einer solchen witzlosen Neukultur? Nix, gar nix. Da ist sich Kasper sicher.

Zuletzt: Mit Fremden ist es ja ohnehin so eine Sache. Wie viele Mitb├╝rger haben jetzt schon Schwierigkeiten, werden sie eines Andersfarbigen, Andersredenden, Andersdenkenden gewahr, vor allem, wenn es sich um Ausl├Ąnder handelt. In welche Gewissenkonflikte w├╝rden sie erst durch Au├čerirdische geraten ÔÇô: das ist kaum auszudenken und somit ├╝berhaupt nicht vorstellbar. Nein, Kasper bleibt dabei: Der Suche nach Au├čerirdischen sollte auf Dauer ein Misserfolg beschieden bleiben. Noch besser w├Ąre, man w├╝rde die Suche sofort abbrechen und sich auf die Innerirdischen konzentrieren. Da f├Ąnde man, meint er, auf Anhieb die verr├╝cktesten, unglaublichsten Sachen. Und das ganz ohne Radioteleskope. Man br├Ąuchte nur einmal in einen Haushalt mit zwei Hartz-Vier-Empf├Ąngern und drei, vier Kinderchen zu gehen. Man stie├če auf Verh├Ąltnisse, da verblassten alle andromedarisch-pegasisch-beteigeuzischen glatt. Und man s├Ąhe das alles ohne alle Hilfsmittel, ohne Fernrohr und Elektronenmikroskop, nur mit den eigenen Augen!


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