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Leselupe.de > Kindergeschichten
Kasperl Muck hat schlecht geschlafen (gelöscht)
Eingestellt am 01. 12. 2016 10:38


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Walther
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Walther
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Ciconia
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Hallo Walther,

nimm’s mir nicht übel – aber ich glaube, dass hier nur der Kasper unter Schlaflosigkeit leidet, während Kinder sehr schnell einschlafen würden.

Für welches Alter hast Du denn diese Geschichte geschrieben? Wenn sie zum Vorlesen gedacht sein soll, bleiben ja nur die Kleineren, die noch mit einem Kasperl sympathisieren. Und da bezweifle ich, dass sie mit Begriffen wie „Liebesentzug“ oder „Wohnrequisitenzimmerboden“ etwas anfangen können. Auch die teilweise sehr langen und verschachtelten Sätze dürften als Einschlafhilfe gut geeignet sein. Nach diesem Absatz habe ich mit dem Lesen aufgehört:

quote:
Wenn wir jetzt im Fernsehfilm wären, würden wir sehen, das Bild sich langsam vernebelt und danach, mit dem Hinweis „Einige Stunden später …“dazwischen, wieder scharf aufgeblendet wird, wobei man jetzt auf der Bartheke und rund um den Kasperl, der, mit wildem Haar und roter Nase auf dem linken Ohr sowie total verschmierter Clownsmaske wie vorher schon total wild Blatt um Blatt beschreibt, mal lauter, mal leiser murmelnd
.
Ich bin sicher keine Expertin für Kindergeschichten, aber mein Gefühl für Sprache sagt mir, dass dieser Text entschlackt werden müsste, um Kindern zu gefallen.

Gruß Ciconia

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Walther
Routinierter Autor
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Lb. Ciconia,

danke fürs reinlesen. es freut mich, daß der text dazu diente, dich in den wohlverdienten tiefschlaf zu versetzen, nach dem man voller kreativität und jugendfrischer anspannung so liebe kommentare schreiben kann.

schon deshalb werde ich deine hinweise peinlichst beachten. nicht daß du nach dem lesen meines texts als drei- bis fünfjährige aufwachst (= kindergartenkinder) und dich köstlich amüsierst, dafür aber nicht mehr despektierlich kommentieren kannst (mangels nicht mehr vorhandenem schreibvermögens).

frage: setzt du das nächste mal die brille auf, wenn du liest? dann kannst du das nicht mehr übersehen, steht bis zum zitat sicherlich mindestens dreimal drin ...

lg W.
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Walther
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aligaga
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Hihi - das ist nun wirklich keine Kindergeschichte, sondern eine kindisch erzählte, dürftige Nummer, in der nix passiert, die keinen Witz hat und wo man deutlich spürt, dass der Autor alles mögliche ist, jedenfalls aber keiner, der wüsste, wo man bei den Kleinen auf den Knopf drücken muss, damit sie zu quietschen beginnen.

Die Text knarzt wie fast alles, was aus dieser Ecke immer so gewalthig daherkommen möchte: Konstrukte, nicht mit fühlsamer Hand geformt, sondern mit nichts als Zeigefingern in die Luft gestochen. Fantasielos, ohne Inspiration, ohne Anmut. Um im Genre zu bleiben: Es rumpelt und pumpelt.

Es gibt den kleinen Muck und es gibt den Kasperl. Beide sind nach wie vor feste Größen in der Kinderwelt und etwas ganz anderes als ein Zirkus-, Krankenhaus- oder Kindergartenclown. Ein Kasperl ist immer der Kasperl; ein Kasperl namens Muck, der eine Pappnase trägt, ist Blödsinn.

Wer Kindergartenkinder beglücken möchte, o @Walther, braucht deren Vorstellungsvermögen. Er darf ihnen nicht mit einer profanen Kulisse daherkommen wie der deinen (sieht's bei dir zu Hause tastsächlich so aus? Ist ja schrecklich!), er darf ihnen nicht mit der Psychosomatik eines verkrampften Harzvierlers ankommen und, vor allem: Er darf ihnen nicht dauernd die Erwachsenenwelt erklären wollen. Darauf haben die Kleinen nämlich keinen Bock - es sind Kinder, keine Objekte für Schreibübungen. Und blöd sind sie auch nicht - die kennen den Unterschied zwischen einem Gruselclown und dem Kasperl ganz genau. Du offenbar aber "ganz total" nicht, o @Walther.

Der "Kasperl" in seiner heutigen Form ist etwas ziemlich Bayerisches; die Theater, in denen er auftritt und mit der Materie kämpft, stehen immer noch auf den Jahrmärkten; in München hat er gar ein festes Gebäude.

Der Kasperl weiß, wovor sich die Kleinen fürchten, und er räumt ihnen das Böse aus der Welt - aber nicht mit dem stinkend langweiligen Zeigfinger und lahmen Erklärungen, sondern sehr, sehr hangreiflich; je umständlicher er es dabei angehen lässt und dabei Gefahr läuft, selbst Schaden zu nehmen (wenn das Krokodil, der Räuber oder der Teufel und seine Großmutter daherkommen), desto mehr schlagen sich die kleinen Racker auf seine Seite, schreien aus vollem Hals, um ihn zu warnen und toben vor Begeisterung, wenn er dem Guten am Ende zum Sieg verhilft. Am Schluss jeder Kasperlgeschichte kommt es zur Revelation: die Kinder glühen, sind aber zutiefst erleichtert.

So. Und jetzt denk dir eine richtige Kasperlgeschichte aus. Sie muss kurz, fantasievoll und spannend sein, muss den Charakter des Kasperls abbilden (der ziemlich faul, verfressen und unbekümmert bis zu Schusseligkeit ist, der gerne Leute neckt und Blödsinn treibt, aber keinem damit weh tut); sie muss einen Anfang, einen Hauptteil und einen Schluss haben. Dein Kasperlstück hat nichts von alledem.

TTip: Geh doch mal ins Münchner Marionettentheater in der Blumenstraße! Von Mittwoch bis einschließlich Sonntag sind dort nachmittags um 15.00 die Kindervorstellungen. Tri-tra-trullala! Wirst sehen, es lohnt sich!

Mit heiterem Lächeln

aligaga

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Walther
Routinierter Autor
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Guten Morgen,

danke für die vielen sehr hilfreichen hinweise. damit ich sie in ruhe sichten und bearbeiten kann, habe ich meine geschichte gelöscht.

lg W.
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Walther
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