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Leselupe.de > Feste Formen
Kassiber
Eingestellt am 23. 10. 2011 18:46


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Walther
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Kassiber


Der Weg ist lang, das Herz ist bang, und doch
Steht eine Rose dort am Hang in Bl├╝te:
Das Dunkelrot - wie Blut! -, das sie bem├╝hte,
In Frost und Nebel, fast schon Winter, noch

Zeigt sich die Sonne, wo die Hitze gl├╝hte,
WoÔÇÖs gestern nach dem Duft der Jugend roch:
Der gute Mut, fiel er nicht in ein Loch
Aus Grau und faden Schwaden? Es verbl├╝hte,

Was Farbe schenkt: Wir gehen diesen Weg,
Weil man ihn gehen muss. Der geht ihn lieber,
Der nicht in Einsamkeit versinkt, den Steg,

Der ├╝ber T├Ąler voller Schw├Ąrze f├╝hrt:
Das Rosenrot erscheint so als Kassiber,
Der ÔÇô heimlich ├╝bersandt ÔÇô das Herz ber├╝hrt.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 23. 10. 2011 18:46
Version vom 23. 10. 2011 19:39

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Kaleidoskop
???
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Hallo Walther,

ich glaube, mir sind der Reime dann doch zu viele.

Binnen- und Endreime in einem Sonett. Aber das ist wohl Geschmackssache.

quote:
Der Weg ist lang, der Herz ist bang, und doch

der Herz?
quote:
In Frost und Nebel, fast schon Winter, noch
Warum setzt du nach Winter keinen Punkt? Der Satz wird sonst so elend lang.

Aber sch├Ân sind sie, die letzten Farbtupfer dieser roten K├Âpfe, die der K├Ąlte trotzen. Sie haben ein Gedicht verdient.

lg,
kalei

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Walther
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Lieber kalei,

danke f├╝r Deinen Eintrag, den Fehler, der von einer Umformulierung stehen blieb, ist beseitigt.

Die Binnenreime haben hier eine Funktion, weil sie im 2. Vers nochmals aufgegriffen werden. Das Intro soll einen Kinderreim evozieren. Wenn Du das Gedicht zu Ende gelesen und durchdacht hast, ist, so meine ich, erkennbar, warum dieser Kunstkniff seinen Sinn hat.

Der Satz soll so lang sein, da der Gedanke erst am Ende "fertig" ist.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Vera-Lena
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Lieber Walther,

inhaltlich hat das Werk etwas Anr├╝hrendes. Da geht Einer und er vermutet, dass es Vielen ├Ąhnlich ergeht wie ihm, eingeschlossen in das Gef├Ąngnis seines herannahenden Alters und dann dieser Paukenschlag:

Die Methapher der dunkelroten Rose kann f├╝r Vieles stehen und es bleibt der Phantasie des Lesers ├╝berlassen, wie er sie sich ├╝bersetzen m├Âchte. Ich h├Ątte f├╝r mich selbst da eine ganze Liste parat, denn mein Leben ist immer noch so bunt wie in der Jugend, trotz allerlei physischer Einschr├Ąnkungen.

Der Kassiber ist in diesem Zusammenhang ein starkes Wort und gef├Ąllt mir gut. Die Heimlichkeit, die darin mit enthalten ist, assoziiert dann auch noch so Allerlei.

Es ist auf diese Weise ein sehr positives Gedicht über das Älterwerden geworden, denn eine solche Rose wird schon immer mal wieder auftauchen, egal über welchen scharzen Steg man gerade zu gehen hat.

├ťbrigens wollte ich, bevor ich den Kommentar von kalei gelesen hatte Dir ein Semikolon nach "Winter" vorschlagen.
Mich st├Ârt die Satzl├Ąnge nicht, denn sie erf├Ąhrt ja erst zum Schluss inhaltlich eine Aufl├Âsung; und deshalb finde ich es gut, dass man sich, genauso wie das Lyri, durch dieses dunkle Tal hindurchschl├Ąngeln muss, bis einen der Kassiber erreicht. F├╝r mich stimmen hier Form und Inhalt ├╝berein.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Walther
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Lb. Vera-Lena,

danke f├╝r Deine einf├╝hlsame Besprechung. Du hast gut erkannt, da├č das Gedicht selbst der Kassiber ist, von dem es spricht.

Nat├╝rlich bewegt es sich um die Grundfragen: Leben, Tod, Liebe. Hoffnung. Ich habe gehofft, die alten Bilder neu zusammengestellt zu haben, und bin dankbar, da├č Du best├Ątigt hast, da├č das wenigstens bei Dir wie geplant funktioniert hat.

Experimente dieser Art leben von der fachlichen R├╝ckkopplung. Nur sie bringt den Autor weiter. Wertungen alleine sind hilfreiche Hinweise, aber begr├╝ndete Kritik ist immer die bessere Wahl.

Vielen lieben Dank daf├╝r!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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