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Leselupe.de > Kurzprosa
Katastrophentourismus
Eingestellt am 14. 02. 2010 14:56


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Ralf Langer
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Katastrophentourismus

Die zwei Männer sitzen am Rand der Museumswiese auf einer Bank.
Vor Ihnen, auf der Wiese, glotzen Bronzefiguren, mit ihren Mützen aus Schnee, teilnahmslos in die Dämmerung. Mit ihren bloßen Händen haben die Männer die braunen Holzplanken vom Eis befreit, und vertrinken die Kälte mit billigem Branntwein.
Ich bleibe einen Moment stehen und denke: Notleidende Bank.
Dann stelle ich mir vor:
Das war einmal Humankapital. Damals, nach der Geburt, der einzig gelungenen Transferleistung des Lebens. Der Mutter geschuldet.
Jetzt nicht mehr. Jetzt nur noch Menschenmaterial.
Zwei gescheiterte Ich - AG`s, mit kleinen Eiszapfen aus ausgeatmeten Wünschen an ihren Bärten.
Nun im Winter, sind sie nur noch weiche Ziele fĂĽr den Frost.
Kollateralschäden der Jahreszeit. Die Nacht wird sie holen.

__________________
RL

Version vom 14. 02. 2010 14:56
Version vom 14. 02. 2010 16:31
Version vom 15. 02. 2010 13:43
Version vom 15. 02. 2010 16:15
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jon
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Ziemlich viele Fehler fĂĽr einen so kurzen Text.

Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um zu begreifen, dass sie auf einer Bank sitzen, ich "sah" die beiden wirklich auf der Wiese (am Rand) sitzen. Und bei "Museumswiese" assoziierte ich wohl "Museumsinsel" und dachte die "Holzplanken" als Brücke.

Das Ausrufezeichen bei "Jetzt nicht mehr!" stört mich. Ich weiß nicht, was du da betonen willst (haben die ihre Mütter umgebracht?), ich fände es beläufig stärker in der Wirkung (So ist das Leben, auch das geht vorbei.)
PS: Warum der Mutter "geschuldet"? Babys machen das doch nicht der Mutter zu liebe, oder?

"Jetzt nur noch Menschenmaterial" – Das ist genauso "unmenschlich" wie "Humankapital" (also kein "nur noch") und zeugt immerhin noch von "Verwendbarkeit" (auch kein "nur noch").

Die ausatmete Zukunft ist mir zu quer gedacht. Die ausgeatmeten Wünsche waren schon ein stimmigeres Bild (Wünsche aussprechen, äußern / sie hängen einem doch an – und sei es als Eiszapfen).

Ansonsten: gut
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Ralf Langer
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Lieber Jon,
der kurze Text ist ein bischen ein Experiment.
Mir ging es darum die "Unwörter" der letzten Jahre in
einen Prosatext einfliessen zu lassen.
Eben " Menschenmaterial, Humankapital notleidend Bank, etc"

Ich freue mich ĂĽber deinen Kommentar.
Mit der Bank hast du recht.Das werde ich ändern.
Das Ausrufezeichen ist tatsächlich unnötig.
Die Transferleistung ist als Bild fĂĽr die Geburt gedacht.
ein Transfer aus dem Nichts in das Leben und als solche, weil durch die Mutter vollbracht, auch ihr geschuldet.
Weitere Transferleistungen im Sinne von Geld, Liebe Zuwendungen,
haben sie nicht erhalten.
Museumswiese. So heist eine Wiese bei mir in der Stadt. Auf der stehen halt Skulpturen und auf den Bänken sitzen die Obdachlosen.
Lg
Ralf
__________________
RL

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Ralf Langer
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Halo odilo,
ich nehme den prot. und die Skulpturen auf der Museumswiese
sozusagen gemeinsam in Haft.
Alle sind sie Zuschauer einer Vernichtung von Menschenleben.
Sie schauen und ziehen weiter.
Das solte die Verbindung zum Katastrophentourismus sein.
Lg
ralf
Apropos,
mit der sozialen Kälte hats du recht.
ich nehme das "sozial" heraus
__________________
RL

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