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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Katharsis
Eingestellt am 13. 11. 2011 14:00


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Herbert Schmelz
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>Erfolgsrezept Unternehmenskultur<

Im globalisierten Korruptionssumpf, wo nach KrĂ€ften das Ideal der >fairen Konkurrenz< manipuliert wird, spielten und spielen bekanntlich auch deutsche Großunternehmen mit. In endlos scheinender Serie erreichten uns von den Machenschaften der Top-Manager Hiobsbotschaften aus den GerichtssĂ€len. Wir hörten, wie es bei VW, Deutscher Bank und Siemens so zuging.

Nun ist MĂ€rchenstunde angesagt, um ErzĂ€hler und Publikum zu beruhigen. Ein wenig begeisternd darf die Story auch sein, schon um dem dĂŒsteren National-GemĂ€lde Sarrazins einige freundliche ZĂŒge abzugewinnen. So will der Chef der Siemens AG, Peter Löscher, trotz schwĂ€chelnder Konjunktur bis Mitte des Jahrzehnts 100 Milliarden e pro Jahr umsetzen.

Der Kommentator Jakob Schlandt fĂŒgt nicht ohne Stolz hinzu: Das entspricht dem Bruttosozialprodukt von Ungarn. Er ist ĂŒberzeugt, dass das Management des >Giganten< schmieren und bestechen >musste<, um im Ausland AuftrĂ€ge zu ergattern. Die inneren VerhĂ€ltnisse bei Siemens und in Deutschland sind fĂŒr ihn aktuell kein relevantes Thema.

Und dies, obwohl die korrupte und korrumpierende Siemens AG wegen der Bildung ihrer >schwarzen Kassen< Legende ist. Schließlich >mussten< systematisch Steuern hinterzogen, auslĂ€ndische Potentaten gĂŒtig gestimmt, in Rambo-Manier demokratische Gewerkschaften durch GrĂŒndung ausgesprochen kapitalfreundlicher >Arbeitnehmerlisten< bei Betriebratswahlen geschwĂ€cht werden.

Diese WirkungszusammenhÀnge sind gerichtsnotorisch und werden doch öffentlich in ein seltsam fahles Licht getaucht. Der Herr von Pierer war jahrelang Berater von Angela Merkel - und dann wurde er plötzlich mit der Anschuldigung konfrontiert, als Vorstandsvorsitzender der Siemens AG MilliardenschÀden angerichtet zu haben. Freilich kann man nicht sicher sein, was die geheimen Arrangements der deutschen Justiz mit so einem >Giganten< tatsÀchlich bedeuten. Und auch der Herr Schelsky ist wegen seiner verfassungsfeindlichen Bestrebungen nur wenig zur Verantwortung gezogen worden.

Heute legt uns das MĂ€rchen, dem traditionell ein wahrer Kern zugesprochen wird, nahe, dass das Unternehmen mit weltweit ĂŒber 330000 BeschĂ€ftigten nach empfindlichen Strafen, gerichtlichen Auseinandersetzungen mit seinen leitenden Mitarbeitern und öffentlichem Ansehensverlust klug geworden und zugleich Global-Player geblieben ist. Eine >neue Unternehmenskultur< sei durchgesetzt worden, die, neben gelungener Etablierung auf den globalen >WachstumsmĂ€rkten<, ein ausgesprochenes >Erfolgsrezept< sei. Seit 2007 duldet Peter Löscher nĂ€mlich nicht mal >ansatzweise Korruption<. Ungern erinnert man sich, dass Bakschisch einst wie eine Droge wirkte. Es geht also anders?

Der >Bakschisch-Entzug<, so drĂŒckt es Jakob Schlandt bemĂŒht aus, hat dazu gefĂŒhrt, dass die Manager des Multi-Konzerns sich darauf konzentrieren, das beste Produkt statt am meisten Schmiergeld zu bieten. Beruhigend, dass man damit weltweit Erfolge feiern kann.

Beunruhigend aber, dass die Konkurrenz nicht schlĂ€ft und in China, einem dieser zauberhaften >WachstumsmĂ€rkte<, eine regelrecht Image schĂ€digende Kampagne wegen der >miesen QualitĂ€t< von Siemens Produkten lĂ€uft. Außerdem scheint unser Staat nicht mehr zweifelsfrei in der Lage zu sein, eine ungeschminkte Politik fĂŒr Großkonzerne zu betreiben. Die Wertminderungen bei den großen Energiekonzernen und die EinbrĂŒche im Bereich des Atomkraftwerksbau bei Siemens durch die Absage an den Irrweg der friedlichen Nutzung der Atomenergie kommen jetzt ins Spiel.

Diese potentiellen Verluste der Großkonzerne, das ist meine Position, mĂŒssten im genossenschaftlichen, mittelstĂ€ndischen und kommunalen Bereich in wirtschaftliche HandlungsfĂ€higkeit konkreter Akteure ĂŒberfĂŒhrt werden.Dabei ginge es nicht allein um die Verhinderung möglicherweise erfolgreicher Kompensationsforderungen und traditioneller Privilegienwahrung, die stets zu Lasten der sogenannten kleinen Leute umgesetzt werden. Ein relevanter Teil der Netze und SpeicherkapazitĂ€ten gehört in die HĂ€nde der Versorger und Investoren, die seit ĂŒber einem Jahrzehnt sich fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien engagieren.

Man wird bei >attac<, >occupy< und der kritischen Öffentlichkeit genau beobachten mĂŒssen, ob die >große Politik< und die >gelĂ€uterte Siemens AG< auch fĂ€hig und bereit sind, kleinere Brötchen zu backen – oder nur kurzsichtig auf den globalisierten MĂ€rkten zu punkten. Wir haben die Warnzeichen vernommen, dass Großverbraucher von Energie klammheimlich von der Zahlung der NetzgebĂŒhren ausgenommen werden, damit die Kosten der Investitionen auf die sogenannten kleinen Leute abgewĂ€lzt werden können.

Die drastisch steigenden Energiepreise und das Gezeter um die >Enteignung< der Großkonzerne bedrohen uns alle. Sie werden im Zuge der >Energiewende< auf mittlere Frist Teile unsrer IdentitĂ€t auffressen, die nicht durch Geld gedeckt sind. In erster Linie wĂ€re daher eine LĂ€uterung der BĂŒrger erforderlich, die sich zu wehren bereit sind.

__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 13. 11. 2011 14:00
Version vom 13. 11. 2011 16:46
Version vom 14. 11. 2011 22:03
Version vom 17. 11. 2011 10:15
Version vom 17. 11. 2011 12:52
Version vom 19. 11. 2011 16:32
Version vom 24. 11. 2011 14:12
Version vom 28. 11. 2011 21:35

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jon
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Das ist inhaltlich ein wenig konfus.
Ok: Die Sache mit dem Bakschisch kann ich nachvollziehen.
Das mit der "inneren Gewerkschaft" nicht – was hat(te) die damit zu tun? Ist das vielleicht ein weiterer Baustein fĂŒr die in der (2.) Überschrift genannten "Unternehmenskultur"? Dann bitte nĂ€her erklĂ€ren und noch ein, zwei weitere Sachen auffĂŒhren! Und: Was soll „Erfolgsrezept Unternehmenskultur" aussagen? Jedes Unternehmen hat doch eine Unternehmenskultur, also mĂŒssten alle Unternehmen erfolgreich sein 

Den Schwenk zur Politik verstehe ich auch nicht. Klar hat das Thema immer auch mit Politik zu tun, aber was genau der Autor da fĂŒr einen Zusammenhang sieht, entzieht sich mir. Ganz verrĂŒckt wird es fĂŒr mich dann bei den Energieunternehmen – das hat was mit Bakschisch und/oder Unternehmenskultur zu tun?

quote:
Diese Demokratie feindliche Rambo-Kultur
Soll das „Diese demokratiefeindliche/Demokratie-feindliche Rambo-Kultur" heißen?
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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