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Leselupe.de > Kurzprosa
Katharsis
Eingestellt am 10. 03. 2003 23:37


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Abalone
???
Registriert: Sep 2000

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Katharsis

├ťberarbeitete, endg├╝ltige Fassung vom 11.03.03

In dem Moment, als seine Augen brachen, entwich seinen Lippen ein entz├╝cktes "Ooooohhhhh!" - es klang so herzr├╝hrend fr├Âhlich-erstaunt! Mein Blick folgte diesem Laut, welcher sich spiralf├Ârmig gen Himmel schraubte und allm├Ąhlich goldschimmernde Fl├╝gel entfaltete, bezaubernd. Er flog ├╝ber Kuh-bespickte gr├╝ne Wiesen, atmete ihren Saft und sang mit den Fliegen ein Sommerlied der Freude. Im Bach benetzte er seine Fl├╝gel mit dem kalten Nass und liess mich wonnig glucksen - mir war nach Herumkugeln am W├╝mmestrand und Wolkenschafe-Z├Ąhlen. Der Laut verneigte sich tief vor einem Regenwurm und liebkoste einen Weidenbaum. Das Bl├Ątterrauschen machte mich ganz trunken und mir war, als w├╝rd' ich fliegen - mit dem Laut an eisschleckenden Kinderm├╝ndern vorbei, ins s├╝├če Fleisch reifer Sonnenkirschen eintauchend und im Meer unbek├╝mmert tanzender Rittersporne ertrinkend. Er lie├č mich am Grund zur├╝ck und schwang sich wieder auf, um sich mit einem Zitronenfalter im Walzertakt zu wiegen. Die ich einst nur Augen war, wurde nur noch Herz. Und fand mich wieder neben jenem, dessen Augen gebrochen waren. Der Laut senkte sich nun auf meine Lippen, welche ihn sogleich wieder in die Welt schleuderten. Ich k├╝sste den Gebrochenen ein letztes Mal.

┬ę Abalone


Ehrlich gesagt wusste ich nicht genau, wo ich diesen Text einordnen sollte - falls er also nicht in dieses Forum passt, so kann er ruhig in ein anderes verschoben werden.

P.S. Als Begleitmusik sei Percy Faith - A Theme For Young Lovers empfohlen :-)
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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Liebe abalone,

der ist hier schon richtig. Ein sch├Ânes Schlaglicht, ich habe es genossen.

Ein paar Gedanken dazu:

>...und im Meer sich wiegender Rittersporne ertrinkend. Er lie├č mich am Grund zur├╝ck und schwang sich wieder auf, um sich mit einem Zitronenfalter im Walzertakt zu wiegen<

ist zwei mal zu kurz hintereinander "wiegen".

>Ich war nur noch Augen, dann nur noch Herz. <

Die "Augen" finde ich nicht so ganz passend, denn in der - wie sagt man das - Binnenhandlung scheinen alle Sinne angesprochen zu werden, nicht nur die Augen. Vielleicht besser "ich war nur noch Sinne" oder "nur noch F├╝hlen"?

>Der Laut senkte sich nun auf meine Lippen, welche ihn sogleich wieder in die Welt schleuderten.<

Mir pers├Ânlich w├╝rde es am besten gefallen, wenn der Text mit diesem Satz enden w├╝rde.
Zumindest der Halbsatz
>und konnte vor Dankbarkeit nicht einmal weinen<
sollte m.E. gestrichen werden. Irgendwie habe ich das Gef├╝hl, da├č er die ganze Sinnenfreude profaniert. "konnte vor... nicht einmal weinen" pa├čt nicht zu dem Vorhergehenden, es klingt in diesem Zusammenhang einfach abgedroschen.

Mir gef├Ąllt der kurze Text.

Liebe Gr├╝├če,
Zefira



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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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...kleiner popelbeitrag...

hallo abalone,

schlie├če mich, weil es so einfach ist, zefira an.
mein vorschlag falls du am letzten satz "h├Ąngst":

...und konnte NOCH nicht weinen.

dieses ende schlie├čt nicht aus, da├č es nicht doch Noch geschehen kann, ohne das "einmal" wirkt es meines erachtens nach auch nicht so "abgedroschen" - ist aber nur ein vorschlag.

da ich glaube, da├č du zefiras ratschl├Ąge beherzigen wirst, bewerte ich mal mit ...spitzenklasse...

gr├╝├če

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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Abalone
???
Registriert: Sep 2000

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*freu*

Ach, ihr zwei, danke, solche Reaktionen brauche ich! *l├Ąchel*

Der "wiegen - wiegen"-Fehler ├Ąrgert mich ein wenig, solche Dinge springen mir bei anderen immer gleich ins Auge, nur bei mir selbst haut das nicht hin ;-)
Hm - das Bild "erst Auge, dann Herz" ist mir zu wichtig, als da├č ich es v├Âllig ver├Ąndern k├Ânnte, aber ich sehe, was du meinst und habe mal eine andere Formulierung gesucht. Die urspr├╝ngliche hat nicht ganz verduetlicht, was ich meine, jetzt ist es vielleicht ersichtlicher.
Und beim Abschlu├čsatz nahm ich Rainers Vorschlag auf, denn wenn ich ihn ganz weglasse, erscheint mir der Text unvollst├Ąndig... Hier nun die ├╝berarbeitete Version:

In dem Moment, als seine Augen brachen, entwich seinen Lippen ein entz├╝cktes "Ooooohhhhh!" - es klang so herzr├╝hrend fr├Âhlich-erstaunt! Mein Blick folgte diesem Laut, welcher sich spiralf├Ârmig gen Himmel schraubte und allm├Ąhlich goldschimmernde Fl├╝gel entfaltete, bezaubernd. Er flog ├╝ber Kuh-bespickte gr├╝ne Wiesen, atmete ihren Saft und sang mit den Fliegen ein Sommerlied der Freude. Im Bach benetzte er seine Fl├╝gel mit dem kalten Nass und liess mich wonnig glucksen - mir war nach Herumkugeln am W├╝mmestrand und Wolkenschafe-Z├Ąhlen. Der Laut verneigte sich tief vor einem Regenwurm und liebkoste einen Weidenbaum. Das Bl├Ątterrauschen machte mich ganz trunken und mir war, als w├╝rd' ich fliegen - mit dem Laut an eisschleckenden Kinderm├╝ndern vorbei, ins s├╝├če Fleisch reifer Sonnenkirschen eintauchend und im Meer unbek├╝mmert tanzender Rittersporne ertrinkend. Er lie├č mich am Grund zur├╝ck und schwang sich wieder auf, um sich mit einem Zitronenfalter im Walzertakt zu wiegen. Die ich einst nur Augen war, wurde nur noch Herz. Und fand mich wieder neben jenem, dessen Augen gebrochen waren. Der Laut senkte sich nun auf meine Lippen, welche ihn sogleich wieder in die Welt schleuderten. Ich k├╝sste den Gebrochenen ein letztes Mal.



Erneute Kritik ist gern gesehen!

*Danke* Abalone
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Abalone
???
Registriert: Sep 2000

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Hm, ich darf den zweiten Beitrag nicht mehr ver├Ąndern, also mu├č ich eine neue Antwort schreiben. Ich habe mir den Schlu├č noch einmal angesehen - und die zweite Version gef├Ąllt mir nicht, denn nach dieser Erfahrung wird kein Weinen folgen. Also streicht den zweiten Teil des Satzes und lest: "Ich k├╝sste den Gebrochenen ein letztes Mal."

Somit hat zefira auf ganzer Linie gewonnen, tut mir leid, Rainer :-p
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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Liebe abalone,

ich murkse nicht gern in den Beitr├Ągen anderer herum, aber da Du es so ausdr├╝cklich formuliert hast, habe ich mir jetzt die Freiheit genommen, es entsprechend zu ├Ąndern.

Ich finde den Text herrlich. Er ist fast ein Gedicht, stellenweise rhythmisch wiegend wie der Laut, von dem er handelt. Der Satz "Die ich einst nur Augen war, wurde nur noch Herz" verdient ein Extralob.

Zefira (schw├Ąrmt)


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