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Leselupe.de > Kurzprosa
Katzen
Eingestellt am 29. 01. 2010 11:15


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FlorianFloh
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2010

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Katzen

Die Katze war schon lange tot. Zahllose Autoreifen hatten sie plattgewalzt, so dass sie jetzt fast papierd├╝nn auf der Stra├če klebte.

Anna verzog das Gesicht und fragte: `Was passiert eigentlich mit den toten Katzen?┬┤

`Gar nichts┬┤, sagte Boris. `Oder dasselbe wie mit dem Regenwasser. Das verschwindet irgendwann von selber und die Katzen auch. Wof├╝r sonst gibt es die Sonne, den Wind und die Bakterien, die alles zersetzen?┬┤

`Wof├╝r sonst gibt es die Sonne?┬┤ wiederholte Anna. `Da w├╝rden mir schon noch zwei, drei andere Antworten einfallen.┬┤

`Au├čerdem stimmt das alles nicht┬┤, mischte sich jetzt ein Mann ein. `Von wegen Sonne und Bakterien! F├╝r die toten Katzen sind wir zust├Ąndig.┬┤

`Wer sind Sie?┬┤ fragte Anna.

`Das tut nichts zur Sache. Wir erweisen jedenfalls den ├╝berfahrenen Tieren die letzte Ehre┬┤, sagte er und b├╝rstete mit der Hand ein Staubkorn von seinem dunklen Anzug, zu dem er eine wei├če Krawatte trug. `Lassen Sie mich bitte vorbei!┬┤

Er griff in die mitgebrachte Leinentasche, zog einen flachen Schaber hervor und winkte damit zwei anderen Herren, die auf sein Zeichen hin auf die Stra├če traten, beide etwa zehn Meter von der Katze entfernt, um, jeder auf seiner Seite, die herankommenden Autos aufzuhalten. Zu diesem Zweck hatten sie Holztafeln mitgebracht, die aussahen wie Tischtennisschl├Ąger, nur etwa dreimal so gro├č, und die auf einer Seite rot, auf der anderen gr├╝n lackiert waren.

Beide hielten den Autofahrern die rote Seite entgegen, und der erste Herr ging jetzt neben der toten Katze in die Hocke, kratzte sie sorgsam von der Stra├če, steckte sie in eine Plastikt├╝te und versenkte diese in seiner Leinentasche.

`Und was machen Sie nun damit?┬┤ fragte Boris, der interessiert zugesehen hatte.

`Wenn wir die Tiere dieser Stra├če eingesammelt haben, richten wir eine w├╝rdige kleine Feier aus, und danach werden ihnen Wertstoffe entnommen.┬┤

`Wertstoffe?┬┤ fragte Anna.

`Aus denen man zum Beispiel Tortenguss herstellt oder eine W├╝rztunke f├╝r Dosensuppen.┬┤

`H├Âren Sie auf!┬┤ rief Anna. `Das ist ja widerlich, und au├čerdem kann das gar nicht sein. Ich habe bei den Inhaltsstoffen von Obsttorten und Dosensuppen noch nie ÔÇ×tote KatzenÔÇť gelesen.┬┤

`Das steht da auch nicht, sondern ÔÇ×GeliermittelÔÇť und ÔÇ×Geschmacksverst├ĄrkerÔÇť┬┤, sagte der Mann. `Und jetzt entschuldigen Sie mich. Auf uns wartet noch viel Arbeit.┬┤


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Ralf Langer
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hallo florian,
schoeneverquickung von zwei gedanken

-wofuer ist die sonne da
-und Wertsoffe entnehmen

trefflich formuliert, mit einem schockfrost-ende

arbeite gerade selbsy an einem stueck
ueber zusatzprodukte von formfleisch bis industriekaese.

schoenes stueck

lg ralf
__________________
RL

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Sigurt Funk
???
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Kr├Ąhenkonkurrenz

Finde die Idee wirklich lustig.
"So ist das Leben, der eine kommt nach Paris, der andere".... endet als "Plaster" am Asphalt oder/und als Geschmacksverst├Ąrker.

SF

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Gernot Jennerwein
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Wenn das St├╝ck hier eine moderne Skurrilit├Ąt und keine Possenrei├čerei sein sollte, dann frage ich mich, ob die verehrten Lupanier den Moralin ges├Ąuerten, in den Himmel stinkenden Finger nicht wahrnehmen k├Ânnen oder wollen. Sollte es unerkannt bleiben, hat Freund scurra floh selbstredlich einen Stuhl unter Seinesgleichen verdient und darf sich in der Gemeinschaft ├╝ber das Sengen der Sonne freuen.

gr├╝sschen gernot

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Gernot Jennerwein
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hallo Ofterdingen

"spontaner Leseeindruck", das war's. Wobei ich schon kurze Zeit sp├Ąter "unglaubw├╝rdig" als schlechte Wortwahl von mir erkennen musste, zur Strafe habe ich mir darauf hin gleich zwei Finger abgehackt, denn solche Patzer m├╝ssen ger├Ącht sein.

Die Haare aufgestellt hat es mir nicht wegen dem bisschen Katzengeschmiere auf dem Asphalt, sondern wegen der naiv dargestellten Moral im St├╝ck. Katzen und Tierliebhaber werden diesem Schmarren vielleicht ein Loblied singen und ihren Papageien in den K├Ąfigen vorpl├Ąrren.

Um skurril zu wirken, ist dieser Text zu wenig von der Norm abgewichen, sei es in der Sprache oder auch im Sinn.

Vielleicht kl├Ąrt uns der Floh ja doch noch auf, was er mit seinem f├╝r mich billigen Witz bezwecken m├Âchte.

Gernot gr├╝├čt.

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Estrella fugaz
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Hallo Florian,

auch wenn du keine Zeit hast, die Kommentare zu lesen, will ich dir trotzdem meine Meinung zukommen lassen. Der Titel "Katzen" zog mich magisch an, wollte nat├╝rlich wissen was du dazu schreibst. Dein Text ist gruselig, mein Magen drehte sich beim Lesen um. So etwas hatte ich nicht erwartet. Ich las ihn jedoch noch ein zweites Mal, und das war gut so. Da entdeckte ich n├Ąmlich, dass er nicht nur makaber ist. Das mit dem letzte Ehre erweisen und der w├╝rdigen Feier f├╝r die Katzen ist zwar an den Haaren herbeigezogen, macht jedoch das andere Geschriebene wett. Die Kombination deines Geschriebenen hat schon was. Das mit der Verwertung entspricht oftmals der Wahrheit. (Jetzt nicht der Katzen - hoffentlich :-).

Die Kommentare hier in der LL auf deinen Text fand ich sehr interessant. Wie schade, dass du keine Zeit findest, darauf zu antworten.

LG, Estrella

P.S. Meinen Kater nahm ich zu mir, als er (5 Wochen alt) auf einem Parkplatz herumirrte. Seine Mutter lag dort plattgefahren auf der Stra├če. Schicksal...
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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Pola Lilith
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Schade

mit Vergn├╝gen und Interesse habe ich Deinen Text bis zum zweiten Drittel gelesen - h├Ąttest mehr daraus machen k├Ânnen, als nachher mich, die Leserin, so dumpf "auf zu kl├Ąren".

Vielleicht machst du dich ja noch mal an das Ende heran.

Liebe Gr├╝├če, Pola

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