Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92210
Momentan online:
427 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Katzengeschichten (Teil 1)
Eingestellt am 12. 02. 2002 03:30


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
lron
Hobbydichter
Registriert: Jan 2002

Werke: 2
Kommentare: 20
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um lron eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

"...es ist sechs Uhr. Die Nachrichten..."
Oje - schon aufstehen... Eigentlich ist mir ├╝berhaupt nicht danach... zumindest nicht jetzt schon. Aber es hilft ja nichts - die Zeit ist ran, und ich sollte mich besser in mein Schicksal f├╝gen. Zum Gl├╝ck ist heute schon Freitag, und das Wochenende steht praktisch schon fast in den Startl├Âchern.
Als ich mich gerade strecken will, merke ich, dass du auf meinem Arm liegst und die Augen geschlossen h├Ąltst, als w├╝rdest du schlafen. Aber bei DEM Krach glaube ich dir das einfach nicht. Ich habe den Wecker nun schon beinahe auf voller Lautst├Ąrke, da ich ziemliche Probleme mit dem Aufwachen habe. Und dass gerader DU da schlafen k├Ânnen willst, wo du doch sonst praktisch die Fl├Âhe husten h├Ârst - nein, das glaube ich dir nicht. Heute nicht, gestern nicht, und auch all die anderen Male nicht, die du es schon versucht hast (und wahrscheinlich noch versuchen wirst). Aber du hoffst wahrscheinlich immer noch darauf, dass du es eines Tages schaffst, mich zum liegen bleiben zu bewegen. Und eigentlich w├╝rde ich deinen Bem├╝hungen auch gern nachgeben, aber es hilft ja nichts. Die Arbeit ruft, und ich muss folgen. Du hast ja auch was davon - schlie├člich lebst du bei mir nicht schlecht. Also ziehe ich meinen Arm unter dir hervor. Nat├╝rlich schl├Ągst du sofort deine herrlich smaragdgr├╝nen Augen auf und schaust mich vorwurfsvoll an. Ich muss jeden morgen wieder unwillk├╝rlich dar├╝ber l├Ącheln und streichele dir ├╝ber den Kopf. Dann atme ich noch einmal kurz durch und schwinge die Beine aus dem Bett. Na, du beschlie├čt auch, dich ausgiebig zu strecken und dann ebenfalls aufzustehen. Du stellst dich an der Terrassent├╝r auf und schaust, wo ich denn so lange bleibe. Wie jeden Morgen lasse ich dich erst raus, damit du deine gesch├Ąftlichen Dinge erledigen kannst, und gehe dann ins Bad, wo ich mal kurz kalt dusche, um wach zu werden. Nach dem Anziehen bereite ich dann das Fr├╝hst├╝ck vor. Dein Timing ist wie immer perfekt - du erscheinst gerade, als ich die Milch aus dem K├╝hlschrank nehme. Majest├Ątisch platzierst du dich vor deinem Napf und schaust zu mir hin. Du dr├╝ckst damit eindeutig aus, dass du jetzt geneigt w├Ąrst, ebenfalls dein Fr├╝hst├╝ck einzunehmen. Und wenn ich sowieso schon mal am K├╝hlschrank stehe... Na, ich konnte dir bisher noch nie was abschlagen. Das hast du damals, vor einem knappen Jahr, ziemlich schnell raus gehabt, nachdem du mir zugelaufen warst. Na - ich war auch ein recht dankbares Dressurobjekt. Ruckzuck hattest du mich fest im Griff deiner Samtpfoten. Du bist aber auch ├Ąu├čerst faszinierend - deine gro├čen Smaragdaugen, dein samtweiches Fell, deine majest├Ątische Art - einfach alles. Ich war praktisch wie verzaubert, als ich dich das erste Mal gesehen hatte, und du bist sofort bei mir eingezogen. Am Anfang hatte ich hier und dort Zettel ausgeh├Ąngt, ob dich jemand vermisst. ├äu├čerst ungern zwar, aber dich einfach behalten, wenn du jemandem geh├Ârst - nein, das geht nicht. Aber ich hatte Gl├╝ck - niemand schien dich zu vermissen. Und so wohnst du bei mir, und wir verbringen einiges an Zeit zusammen: vor dem Fernseher, am Computer, im Garten. Es ist unheimlich beruhigend, finde ich, einfach nur dazusitzen und dich auf dem Scho├č liegen zu haben, zusammengerollt und schnurrend. Des├Âfteren bin ich dabei schon auf dem Sofa eingeschlafen. Und dann mitten in der Nacht aufgewacht. Du hast dann immer noch zusammengerollt auf mir gelegen. Ist dann immer bl├Âd, dass ich dich st├Âren muss, weil ich ins Bett will. Einmal habe ich deswegen versucht, auf dem Sofa zu ├╝bernachten, aber das hat meinem R├╝cken ├╝berhaupt nicht gut getan. Also versuche ich m├Âglichst, es noch irgendwie ins Bett zu schaffen, wenn's geht. Nachts kommst du dann meist dazu und schl├Ąfst mit im Bett. Gut, dass ich nicht allergisch bin. Dabei hast du eine Vorliebe f├╝r K├Ârperteile, wo ich nicht einfach aufstehen kann, ohne dich zu st├Âren. Ich bin fast der Meinung, das ist Absicht von dir. Und dann am Morgen schaust du mich jedes Mal an... als wenn ich sonst was gemacht h├Ątte mit dir. Genau wie gestern, genau wie heute. Und am Wochenende kannst du dann gar nicht fr├╝h genug aufstehen. Da trittst du dann so lange auf meiner Brust herum (um sieben Uhr morgens!), bis ich wach werde. Und dann willst du unbedingt nach drau├čen. Ich habe ja schon ├Âfter ├╝berlegt, einfach die T├╝r hinter dir zu schlie├čen und dich auszusperren, damit ich meine Ruhe habe. Aber bisher habe ich es dann doch nicht ├╝bers Herz gebracht, dir das anzutun. Aber zumindest verschlie├če ich die Schlafzimmert├╝r, damit ich wenigstens ein wenig Ruhe habe zum Schlafen, w├Ąhrend du die Wohnung unsicher machst. Wobei "unsicher machen" ├╝bertrieben ist, denn du legst dich meist irgendwo in eine Ecke oder ins Fensterbrett. Bei sch├Ânem Wetter liegst du ach schon mal auf der Terrasse und sonnst dich. Rein und raus kommst du ja immer, weil ich dir zumindest das Fenster einen Spalt offen lasse, selbst, wenn ich auf der Arbeit bin. Ich wei├č, dass ich das machen kann, weil die Nachbarn aufpassen, dass niemand unbefugtes einsteigt. Au├čerdem sind sie wohl auch ein bisschen neidisch, weil du dich f├╝r mich entschieden hast und nicht f├╝r einen von ihnen. Aber ich wei├č, sie g├Ânnen es mir, wie ich allein lebe und weil sie mit mir sehr gut zurecht kommen. Und einen Hund k├Ânnte ich mir nicht zulegen, weil ich den nicht die ganze Zeit allein lassen kann. Zum Gl├╝ck sind Katzen viel selbstst├Ąndiger und k├Ânnen sich den ganzen Tag allein besch├Ąftigen, wenn es sein muss.
Wenn die alle w├╝ssten, dass dich ein Geheimnis umgibt...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!