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Leselupe.de > Kurzprosa
Katzenjammer
Eingestellt am 08. 06. 2005 16:26


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tiberius
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 3
Kommentare: 1
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Der Regen prasselte in langen FĂ€den auf die Straße herab. Unsicher schritt ich zur TĂŒr meines Wagens. Eigentlich trank ich nie, aber heute hatte ich allen Grund dazu. Mehrmals versuchte ich den SchlĂŒssel in das TĂŒrschloss zu stecken, entschied mich dann aber dafĂŒr, den Wagen stehen zu lassen, was nicht zuletzt an meiner UnfĂ€higkeit lag, die TĂŒre zu öffnen.
Ich wusste nicht, wie lange ich bereits durch die einsamen Straßen lief, die zu meiner Wohnung fĂŒhrten, hatte allerdings auch keine Zeit fĂŒr solche Unwichtigkeiten, denn immerhin musste ich mich darauf konzentrieren, ein Bein vor das andere zu setzen. Als mir dies immer schwerer zu fallen schien, legte ich mich auf eine Parkbank. Das Karussell um mich herum drehte sich allmĂ€hlich langsamer.
Etwas raschelte im GebĂŒsch neben mir. Erschrocken sprang ich auf, nur um festzustellen, dass eine zerzauste Katze die Ursache des GerĂ€uschs war.
„Blödes Mistvieh!“, rief ich und versuchte mich zu beruhigen.
„Entschuldige!“, sagte eine Stimme.
„Wer ist da?“, fragte ich und der Schleier meines Rausches schien wie weggeweht zu sein.
„Das Mistvieh!“, antwortete die Stimme.
VerblĂŒfft rieb ich mir die Augen. Hatte die Katze etwa gesprochen?
„Um diese Uhrzeit sieht man selten Menschen hier im Park.“, grummelte das FellknĂ€uel.
„Ich wollte dich nicht beleidigen,“, hörte ich meine Stimme sagen, „es ist nur...“
Ich zögerte, sollte ich wirklich einer Katze von meinen Problemen erzÀhlen?
„...meine Frau hat mich betrogen.“, sagte ich und zweifelte an meiner geistigen Gesundheit.
„Mit dem GĂ€rtner, nicht wahr?“, fragte die Katze und leckte sich das Fell trocken.
„Woher...“
„Ich sah sie am Fenster, zusammen!“, ergĂ€nzte sie.
„Außerdem ist es doch stets der GĂ€rtner gewesen!“, fĂŒgte sie hinzu und in ihren Augen brach sich das einfallende Licht.
Ich nickte.
„Wie konnte sie nur! Ich bin wohl doch nur ein Versager. Als ist mein Leben nicht eh schon die Hölle auf Erden.“, sagte ich in manisch-depressivem Ton.
„Hey, mein Leben ist auch nicht einfach, schließlich wohnst du nicht hinter den MĂŒlltonnen und musst dich von AbfĂ€llen ernĂ€hren!“, raunzte die Katze.
Sie hatte recht. Ich lebte nicht hinter den MĂŒlltonnen und ernĂ€hrte mich auch nicht von AbfĂ€llen. Nein, der Abfall schlief direkt neben mir in meinem Bett!
Ich verabschiedete mich von der Katze und versuchte, meine Hausnummer zu finden.
„Hey Tom!“, rief sie mir hinterher. „Kopf hoch! Die Sonne scheint nicht fĂŒr eine Blume allein!“
Damit hatte sie recht.
Als ich am nĂ€chsten Mittag erwachte, wusste ich nicht, wer mich nach Hause und in mein Bett gebracht hatte. Etwa die Katze? Nein, das war absurd. Mit dröhnendem SchĂ€del ging ich ins Bad und ĂŒberlegte, ob ich nicht vielleicht eine volle Dose Thunfisch hinter die MĂŒlltonnen stellen sollte, natĂŒrlich erst, wenn ich mich selbst mit Kopfschmerztabletten ausreichend versorgt hatte.
Schlaftrunken betrachtete ich meine blutroten Augen im Spiegel.
Was fĂŒr eine Nacht! Was fĂŒr ein Kater!

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

hallo tiberius,
eine sĂŒĂŸe geschichte.
den dialog mit der katze finde ich gelungen,
aber an der innenschau des protagonisten wĂŒrde
ich noch etwas feilen.
mal ein beispiel:
Eigentlich trank ich nie, aber heute hatte ich allen Grund dazu. Mehrmals versuchte ich den SchlĂŒssel in das TĂŒrschloss zu stecken, entschied mich dann aber dafĂŒr, den Wagen stehen zu lassen, was nicht zuletzt an meiner UnfĂ€higkeit lag, die TĂŒre zu öffnen.
da erklÀrst du sehr umstÀndlich und langwierig.
solche stellen könntest du straffen, bzw. prÀgnanter
formulieren.
viele grĂŒĂŸe,
denschie

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