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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Keasby Nights
Eingestellt am 17. 01. 2004 21:11


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Pali
Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

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Es hatte als Fehler begonnen, doch ich werde ihn nicht mehr bereinigen können. Denn bald werden sie kommen, und dann werden sie mich hier auf dem Schreibtisch sitzend finden, mit einer Pistole in der Hand und einer kugelsicheren Weste unter meinem schwarzen Anzug.
Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man weiß, dass man am Ende der Nacht sterben wird.
Ich bin nicht hier, um mich selbst zu bemitleiden. Es hätte keinen Sinn; den ersten Stein hatte ich selber geworfen, hatte die Sache ins Rollen gebracht. Der Fehler, mit dem alles begann, den hatte ich selbst begangen. Trotzdem würde ich gerne wissen, wie es danach weitergegangen war. Alles passierte so schnell, und die Schmerzen rauben mir die Fähigkeit, klar zu denken.
Das Morphium hatte am Anfang gewirkt, aber jetzt fühle ich wieder die Schmerzen. Mein wird langsam taub, nur das Pochen, das spüre ich noch. Wenn sie mich nicht erledigen, dann wird es wohl die Wunde tun.
Es ist schon fast unglaublich, dass ich es überhaupt bis hier geschafft habe. Dennoch mache ich mir keine Hoffnungen, denn sie haben es leicht. Sie müssen einfach nur dem Blut folgen. Als roter Faden zieht es sich gut sichtbar durch den Schnee in den Straßen und den Gassen, dann sind da die Tropfen auf der knarrenden Holztreppe, und dann endet die Spur hier in dem kleinen Büro, auf dessen Schreibtisch ich sitze, mit einer Pistole, einer kugelsichernden Weste und einer stark blutenden Wunde.
Mein Schädel pocht ebenfalls. Ich hoffe, ich werde nicht ohnmächtig, bevor sie kommen. Ich wünschte, ich hätte noch etwas Morphium, oder zumindest eine Zigarette.
Ich könnte meine Krawatte abnehmen. Ich sehe sowieso schlimm aus. Meine Hose glitzert blutdurchtränkt, ich habe brennende Schnitte im Gesicht, die Kälte hat meine Lippen blau werden lassen und meine Haut spröde gemacht. An den Knöcheln ist bereits die Haut aufgerissen, und es sticht wie kleine Nadeln, und ansonsten bin ich übersäht mit blauen Flecken. Das Blut läuft an meinen Schläfen entlang und tropft auf mein weißes Hemd. Nein, ich bin kein schöner Anblick. Auf die Krawatte kommt es nun auch nicht mehr an. Ich öffne den Krawattenknoten mit einer Hand, und dann höre ich sie auch schon kommen. Wie schnell doch die Zeit vergeht...
Als sie die Tür aufbrechen, finden sie mich auf dem Schreibtisch sitzend, mit einer Pistole in der Hand und einer kugelsicheren Weste.
Ich komme mir vor wie in einem billigen Thriller und drücke den Abzug.
__________________
Ich lebe über meinen Verhältnissen, aber unter meinem Niveau.

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Roni
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Registriert: Feb 2003

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hallo pali,


ich finds spannend geschrieben. inhalt und stil gefallen mir gut.

aber ... um mal deinen protagonisten zu zitieren:
"Trotzdem würde ich gerne wissen, wie es danach weitergegangen war."
Ich wuerde darueber hinaus auch gern wissen, welcher fehler welchen stein ins rollen brachte.
kurz: mir fehlen anfang und ende!
ein blick bei google zeigte mir, dass ich mich wohl in der musikszene auskennen muss, um deinen text einzuordnen.

drei kleinigkeiten sind mir aufgefallen:
uebersaet (ohne h)
als roter faden zieht ER sich gut sichtbar ...
mein wird langsam taub ... (hier fehlt wohl bein?)

wie gesagt, ein bisschen mehr waer wuenschenswert. ich les es bestimmt.

gruss
roni


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