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Leselupe.de > Kurzprosa
Kein Begräbnis
Eingestellt am 21. 01. 2005 14:25


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Inu
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Ein Toter im Auto

Schon eine Weile steht Anna Sophie verwirrt vor ihrem abgesperrten Mercedes. Dann auf einmal weiß sie, was zu tun ist. Sie wird einfach weg gehen.

Sie schließt also noch einmal auf, wirft die Schlüssel auf den Sitz und schlägt die Tür von außen zu. Nun würde ER allein bleiben, gefangen im Bauch des Wagens.

Sie wankt davon. Nein, sie hat nicht die Kraft, sich noch um ihren Liebsten zu kümmern. Krank ist sie, auf dem Gipfel der Tatenlosigkeit und Schwäche angelangt. Die Beerdigung und all das ... sie wird es nicht mehr schaffen.


Das Fahrzeug hat sie gleich beim Friedhofsportal geparkt. Dort, wo es hingehört. Dass sie ihren toten Johnny, mehrfach eingehüllt in die kostbare, indische Hochzeitsdecke, auf den Rücksitz des Wagens gebettet und einen ganzen Berg von Chrysanthemen auf ihn gehäuft hat, das werden sie schon noch früh genug feststellen.


Sie hatte auch Kerzen mitgebracht und neben Johnnys Leichnam angezündet - doch nein - es ist nicht gut, sie im Auto brennen zu lassen. Deshalb hat sie die flackernden Flämmchen vor dem Aussteigen wieder gelöscht. Nur der weihrauchartige Geruch würde noch eine Zeit lang in den Polstern haften bleiben.


Über einen Feldweg taumelt sie und weiß nicht, wohin sie ihre Schritte lenken soll. Es ist früh am Morgen ... Trostlos ... grau umfängt sie die herbstliche Heide. Nebel wallen.

Anna Sophies Seele ist starr vor Trauer.
Niemals hat es einen Sittich gegeben, der so wundervoll 'Herzilein' sagen konnte.





*



Copyright Irmgard Schöndorf Welch
bearbeitet am 15.04.2005



Version vom 21. 01. 2005 14:25

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Zarathustra
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Hallo Inu..

Gratuliere! In wenigen Sätzen... sparsamen Worten... schaffst du es der Geschichte 2 nein 3 Mal eine Wendung zu geben...

Sehr gelungen, so meine ich!
L.G. Hans
__________________
Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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Denschie
Guest
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hallo inu,
eine sehr süße geschichte.
trotz der kürze stören mich einige (für
mich überflüssige) wendungen:

quote:
Das Fahrzeug hatte sie gleich beim Friedhofsportal geparkt. Dort, wo es hingehörte.
warum gehört das auto dort hin? das ist doch für die
geschichte unerheblich.
quote:
Dass sie ihren toten Benny, mehrfach eingehüllt in die kostbare alte, indische Hochzeitsdecke,
das "kostbare" ist ein adjektiv zu viel und stört
m.e. den lesefluss.
quote:
Bevor sie ging, hatte sie die warmen Flämmchen wieder gelöscht.
die formulierung klingt als zu verkitscht.
vielleicht schlicht "flammen"?

der wellensittich könnte "ich hab dich lieb" gesagt
haben. (ich weiß, das ist erst recht kitschig)
was können wellensittiche denn gut sprechen?
schatzi? vielleicht "mami"? es würde zu der frau passen,
dass sie sich von ihrem vogel "mami" nennen lässt.
viele grüße,
denschie

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Inu
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Hallo Denschie

Danke für die Anregungen.


quote:
Das Fahrzeug hatte sie gleich beim Friedhofsportal geparkt. Dort, wo es hingehörte.warum gehört das auto dort hin? das ist doch für die
geschichte unerheblich
Na ja, das möchte ich lassen. Sie ist ja ein bisschen eigen. Und wo gehört ein 'Toter' hin? grins (Galgenhumor)
quote:
Dass sie ihren toten Benny, mehrfach eingehüllt in die kostbare alte, indische Hochzeitsdecke,
das "kostbare" ist ein adjektiv zu viel und stört
m.e. den lesefluss.

Ok... ich nehme es raus
quote:
quote:
Bevor sie ging, hatte sie die warmen Flämmchen wieder gelöscht.
die formulierung klingt als zu verkitscht.
vielleicht schlicht "flammen"?
Ein bisschen Kitsch muss sein
quote:
der wellensittich könnte "ich hab dich lieb" gesagt
haben. (ich weiß, das ist erst recht kitschig)
was können wellensittiche denn gut sprechen?
schatzi? vielleicht "mami"? es würde zu der frau passen,
dass sie sich von ihrem vogel "mami" nennen lässt.

Toll... da nehm ich doch gleich schatzi noch mit dazu.Herzilein und Schatzi, ich glaube das kommt zusammen recht gut rüber...


einen schönen Sonntag wünscht Dir
Inu

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Stoffel
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guten Morgen Inu,

ich schreib auch ab und an gern solch "Aha"-Geschichten. Ist nicht einfach in der Kürze den Leser aufs Glatteis zu führen.
Man könnte es noch ein wenig mehr ausschmücken, übertrieben eben. (muss an Moshammer dabei denken und seine Daisy)
Mir persönlich gefällt sie so nicht. Nun hat jeder seinen eigenen Schreibstil und das was ich unten einbrachte soll nur als Anregung dienen. NICHT als LEKTORAT gedacht sein.

lG
Stoffel

Sie öffnete die Tür ihres Wagens , warf die Schlüssel auf den Sitz und löschte die Kerzen. Vom Duft des Weihrauchs benebelt, verriegelte sie von innen und schlug zu. Nun war er allein da drinnen, eingesperrt.

Wankend ging sie davon, hatte nicht die Kraft, sich weiterhin um ihren Liebsten zu kümmern. Tatenlos war sie, krank, undauf dem Gipfel der Schwäche angelangt. Die Beerdigung und all das... sie würde es nicht mehr schaffen.

Sie hatte das Fahrzeug gleich beim Friedhofsportal geparkt. Man würde ihren toten Benny, der mehrfach eingehüllt in der indischen Hochzeitsdecke auf den Rücksitz gebettet,inmitten der Kränze von Chrysanthemen lag, schon noch früh genug entdecken.

Sie schlich davon
oben ging sie doch schon "davon".
ohne zu wissen, wohin sie ihre Schritte lenken sollte. Trostlos und grau war die herbstliche Heide. Nebel zogen auf.

Niemals würde sie mehr seine sanfte Stimme Schatzi und Herzilein sagen hören. Und sein allmorgendliches Tirrilieren wird ihr fehlen.

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Inu
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Hallo Stoffel

Sie schlich davon... ja Du hast recht, das 'davon' hatte ich oben schon mal. 'Sie schlich sich weg' schreibe ich jetzt. Den Rest werde ich mir mal ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen, mal sehen, was ich davon noch benutzen kann

Vielen Dank fürs Mitdenken.
Gruß Inu

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