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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kein Tag weiter mehr
Eingestellt am 04. 07. 2001 22:36


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edward varelans III.
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

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Es kotzt mich wirklich an, wenn John morgens schon so frĂŒh reingeplatzt kommt. Kann sein dummes Maul einfach nicht halten.
"Na, Alter, wars gut?"
Klar, du dumme Sau, denke ich verĂ€rgert und bĂŒgel mir erstmal was rein, damit ich auf Touren komme. Bevor ich ihm antworten kann. Doch dann weiss ich nicht mehr, was ich ihm sagen soll. Irgendwie weiss ich auch grad nicht, was der von mir will. Habs direkt wieder vergessen.
Er steht da und glotzt blöde. "Helen mein ich!" Schielt dĂ€mlich nach meinem Bett und geht dann zum DVD und knallt irgendwas von FLCriminals rein. Irgend einen alten Scheiss. Ja, Helen, denke ich auf einmal. Und da sehe ich eine sĂŒsse, nussbraune Zehe mit abgeblĂ€ttertem silbernen Nagellack unter meiner Bettdecke verschwinden, und da weiss ich, wer Helen ist. Ob sie was gehört hat? Ach, das ist mir jetzt auch egal. Sie darf bei mir pennen, das reicht.
Ich quĂ€l mich nackt aus dem Scheiss Bett und schmeiss Johnny erstmal raus, dann such ich nach einer Pulle in der noch irgendwas sein muss. Ich finde etwa einen Viertelliter ChaproussĂ©e und steig mit der Flasche wieder ins Bett. Ich liege auf der Fernbedienung, und wĂ€hrend das sĂŒsse Mistzeug in mir runterlĂ€uft, starre ich auf die Glotze ĂŒber meiner TĂŒr. Es ist laut, aber Helen ist mir egal. Plötzlich packt es mich, und sofort ist sie wieder munter. Sie wehrt sich nicht mal, ist es wahrscheinlich schon so gewohnt. Auch als ich sie dabei beschimpfe bleibt sie noch relativ ruhig, kommt sogar noch. Das ist wirklich der Hammer! Was hab ich denn alles gesagt zu ihr? Dumme Sau oder Schlampe oder sowas. Aber alles lĂ€sst sie ĂŒber sich ergehen und lĂ€chelt auch noch hĂŒbsch dabei. Und ich denke mir, dass es hoffentlich gleich vorbei sein muss. FĂŒr mich.
Und dann zieht sie sich an und ihre schöne Brust leuchtet dabei so im Morgenlicht, als sie in ihre Wackley's steigt, und sie lĂ€chelt auch noch so dĂ€mlich. als sie mir dann vor dem Gehen tatsĂ€chlich noch einen Kuss geben will, da flippe ich total aus. Ich feuer ihr eine und greif sie an ihren Scheiss Haaren und schmeiss sie zur TĂŒr raus. Dann werf ich mich wieder aufs Bett und knall mir noch was und denk: gottverdammte Scheisse, so fĂ€ngt doch wohl kein Tag an, oder? Aber der Tag sagt ja.
Ich reisse mein Kissen kaputt und werf die Federn aus dem Fenster. Da sickern sie runter wie der Eiter dieser Welt, sechs Etagen tiefer, bis auf die verfluchte Strasse, und ich denke mir: was fĂŒr ein verficktes Wetter heute. Und ich haue mich zum vierten Mal ins Bett und denke an Helen, ich Arschloch.
__________________
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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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sehr

amĂŒsant geschrieben. So richtig hier hingeschmissen, möchte ich meinen. Außerdem drĂ€ngt es mich zu behaupten, ich Arschloch, das ich diese geschichte kenne. In mancher Lebensphase passieren halt gehĂ€uft solche oder Ă€hnliche Dinge. Die sind dann im nachhinein ungefĂ€hr Ă€hnlich lustig wie deine schriftliche Bestandsaufnahme. Gut. Findet der (verfickte) Grauhai.
__________________
Kommt doch mal in mein Korallenriff

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edward varelans III.
Hobbydichter
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Lustig ist das letzte, woran ich dabei denke. Aber du hast recht, es ist hingeworfen. Eigentlich ist es sogar rausgekotzt. Es fragt sich nur, ob es passiert oder ob es uns passiert wird. Gruß an den (verfickten) Grauhai.
__________________
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ElsaLaska
Guest
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hallo ed, hallo grauhai,

tsts. grauhai, du schreibst doch immer so tolle mÀrchen! was muss ich denn da hören? ;-)
ed, ich hasse sexszenen. da bin ich wahrscheinlich genau das gegenteile von reich-ranicki. es kotzt mich wirklich an, wenn ich eine sexszene lesen muss, und damit stehe ich höchstwahrscheinlich vollkommen alleine da, nicht nur in diesem forum, sondern womöglich innerhalb der gesamten weltleserschaft...;-) gut. (ohne es zu merken habe ich grad deinen helden zitiert, das war keine absicht!).
ich weiss aber, dass autoren eben manchmal sexszenen einbauen mĂŒssen. ausserdem, hört man, wollen viele das lesen und es fördert die verkaufszahlen.
das will ich dir hier alles gar nicht unterstellen. die szene, in der dein held helen nochmal rannimmt, finde ich auch ganz gut gelungen, trotz alledem. wahrscheinlich deshalb, weil du mir unnötige details erspart hast;-) danke dafĂŒr.
was mir weiter gut gefallen hat, ist helens zeh. muss es aber nicht "einen sĂŒssen nussbraunen
ZEH" heissen? anstatt "einen ...zehen"

bei dieser stelle kann ich den held nicht richtig hören, es klingt mir eher nach dem autor, der da spricht:Ob sie was gehört hat? Ach, das ist mir jetzt auch egal. Sie darf bei mir pennen, das reicht.
wie wÀre es mit etwas in der art:

mir war es egal, ob sie das gehört hatte oder nicht. sollte doch froh sein, dass ich sie ĂŒberhaupt hier pennen liess

oder Àhnlich. du kennst deinen helden besser und findest sicher bessere worte.
insgesamt gefĂ€llt mir dein held hier besser als in "rĂŒckgĂ€ngig". und die ĂŒberschrift "kein tag weiter" deutet an, dass er sich langsam was ĂŒberlegen muss, oder?
liebe grĂŒsse von deiner (durstigen)
elsa

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edward varelans III.
Hobbydichter
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Deine Aversion gegen Sex finde ich etwas betrĂŒblich, bin aber auch froh, nicht allzu deutlich geworden zu sein. Ich dachte, so, wie es ist, kĂ€me es ganz gut. Was deine Kritik an Helen betrifft, so habe ich bereits (und ohne sie dabei geweckt zu haben) an ihrem Zeh eine behutsame Änderung vorgenommen. Ich finde sie elegant. Was sagst du?
Über die andere Szene muss ich erst etwas nachdenken, dazu fĂ€llt mir so schnell nichts ein.
Der ErzĂ€hler soll sich etwas einfallen lassen? Oh, ihm fĂ€llt nichts mehr ein nach diesem Tag. Alles wird sich unabĂ€nderlich fĂŒr ihn wiederholen, so, wie er drei- oder viermal an diesem Tag ins Bett gegangen ist. Alles immer wieder. Wo soll er denn hin, was denkst du? fragt Mister Ed und schenkt Lacrimosa ein derweil, von einem Hauch von Lorbeer umgeben.
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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

werter kollege,

Zitat:
"Deine Aversion gegen Sex finde ich etwas betrĂŒblich..."



im ĂŒbrigen entnehme ich dieser kleinen, gegen mich gerichteten spitze, dass du noch mindestens 150 sexszenen in vorbereitung hast? und die soll ich etwa alle noch lesen?
ed, wir machen einen deal. fĂŒr jede sexszene, die du deiner lieben kleinen elsa zumutest, musst du einen circa halb-bis dreiviertelseitigen essay als buße schreiben. du wirst darin ein flĂ€schchen wein deiner wahl (ich persönlich stehe auf italien, also wirst du einen italiener nehmen, wenn du mich bei guter laune halten willst) verkosten und ich erwarte neben den wichtigsten angaben zu herkunft und lage auch noch die örtlichkeit (erdteil, gebirge, meer, ufer eines sees, im bett, was du möchtest), an der man ihn geniessen sollte, mit wem man ihn geniessen sollte, ob man was dazu essen sollte, ja sogar die angabe der gĂŒnstigsten tageszeit und - stunde. bemerkungen wie diese "...von einem
Hauch von Lorbeer umgeben.." finde ich ĂŒbrigens ganz besonders gelungen.
das ganze schickst du bitte per email, weil ich denke, wir sollten den mitlesern nicht mehr auf den keks gehen als nötig;-)

und ja, so wie sie ist, kommt die szene ganz gut. sie ist eigentlich genau richtig. anmerkungen ĂŒber nussbraune nippel wĂ€ren total ĂŒberflĂŒssig.
zu deiner verbesserung: das zweimalige "und" stört etwas. insgesamt geschickt, aber du solltest aufpassen, dass du nicht "zu" elegant wirst;-), denn wie unser grauhai schon meinte, der text wirkt hingeschmissen, und das macht auch einen grossen teil seines reizes aus. ich wĂŒrde nicht lange dran herumfeilen....
"alles immer wieder" - tja, mein lieblingsthema, die "wiederkehr des ewig gleichen", aber was die zukunft deines helden betrifft, denke ich gar nicht,ed, weil es nicht meine geschichte ist, sondern inhaliere freudig und mit glÀnzenden augen das bukett unseres lacrima.
liebe grĂŒsse
elsa

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