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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Keine gute Idee
Eingestellt am 04. 05. 2018 00:39


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werman
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2017

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Er sp├╝rte wie ein Ruck durch seinen K├Ârper ging und es in ihm zu kribbeln begann. Sie war also auch da heute. Einerseits war er freudig erregt, aber andererseits war er auch nerv├Âs und es war ihm unangenehm. Sie wusste, dass er etwas von ihr wollte, aber er wusste nicht so recht auf wie viel Gegenseitigkeit dieses Begehren beruhte. Alles gut, er habe nicht so viel getrunken heute, redete er sich ein, er w├╝rde sich schon im Griff haben und nichts Dummes tun. So wie letztes Mal, als er einen denkbar schlechten Versuch unternommen hatte, sie zu k├╝ssen. Aber da war er wirklich sturzbetrunken gewesen, heute war es ein viel vern├╝nftigerer Pegel. Man begr├╝sste sich und verlor sich aber schnell wieder im Club, da man eigentlich mit anderen Leuten gekommen war. Ein paar Shots sp├Ąter war er nun doch schon wieder ordentlich dicht, immerhin genug dicht, dass er seine n├╝chterne Sch├╝chternheit ein wenig ablegen konnte. Der Club war dicht gef├╝llt und er kannte viele Leute, ein paar nichtssagende Konversationen sp├Ąter, sah er sie wieder. Oder besser gesagt, sie sah ihn. ÔÇ×Lars, komm doch zu uns!ÔÇť, rief sie ihm zu. Es war ihm nun nicht mehr unangenehm in ihrer Gegenwart, er suchte jetzt sogar ihre N├Ąhe. Sein Versuch small talk zu machen, fruchtete nicht, aber es gab auch nicht wirklich viel zu reden. Er war sich nun im Klaren, dass er es in dieser Nacht wieder versuchen w├╝rde. Er versuchte jetzt bloss noch seine Erfolgschancen zu evaluieren, bevor er zur Tat schreiten wollte. Seine N├Ąhe schien sie schon einmal nicht zu st├Âren, ein gutes Zeichen. Er wusste jedoch, dass das noch nicht sehr viel zu bedeuten hatte. Trotz seines vernebelten Gehirns war ihm immer noch sehr wohl bewusst, dass er es hier mit Elina zu tun hatte, jene Elina, die nicht sehr sparsam mit K├Ârperkontakt und N├Ąhe umging. Trotzdem f├╝hlte er sich selbstbewusst im Vergleich zu seiner sonst so oft unsicheren Natur. Er musste mit ihr weg von all den Leuten hier kommen, um in seinem Unterfangen irgendwie weiter zu kommen. Gerade als er sich zusammenraffte und sie draussen auf eine Zigarette einladen wollte, tippte ihm jemand von hinten auf die Schulter. Genervt drehte er sich um und bereute sogleich, dass er das Tippen nicht einfach ignoriert hatte. ÔÇ×Hallo LarsÔÇť. Es war seine ex Freundin Sara, die er mal zu lieben geglaubt hatte und nun zutiefst verachtete, nachdem sie ihn mit diesem verdammten Hundesohn betrogen hatte. Er hatte weder Nerven noch Zeit f├╝r ein Gespr├Ąch mit ihr und sagte deshalb einfach nichts und drehte sich wieder zu Elina um. Sara rief Richtung Elina: ÔÇ×Lass dich bloss nicht auf diesen Loser ein, weisst du, dass er seinen ersten Kuss mit mir hatte und da war er schon 17 Jahre alt.ÔÇť Ein paar Umstehende schauten herablassend auf ihn herab. Elina schien es jedoch nicht geh├Ârt zu haben oder zumindest tat sie so. Obwohl Lars so tun wollte, als ob ihn den Kommentar nicht k├╝mmere, war er in seinem Stolz verletzt, er sch├Ąmte sich f├╝r seine sp├Ąte Ann├Ąherung zum weiblichen Geschlecht. Er brauchte Zuneigung und intimen Kontakt, um nicht wieder in Selbstmitleid zu versinken, wie er es so gerne zu tun pflegte. Elina war mittlerweile im Gespr├Ąch mit einer Kollegin. Er ging hin und fl├╝sterte ihr ins Ohr: ÔÇ×Komm wir gehen raus, ich halte es keine Sekunde l├Ąnger hier aus.ÔÇť Sie war einverstanden und teilte es kurz ihrer Kollegin mit. Diese wollte auch mit rauskommen und er fragte sich, wie man nur so taktlos sein konnte, wenn es doch so offensichtlich war, dass er alleine mit Elina sein wollte. Er versuchte sich draussen nochmals mit ihr abzuspalten, doch man durfte die winzig kleine Raucherzone des Clubs nicht verlassen. Was f├╝r ein beschissener Club, dachte er sich. ├äusserlich war er vollkommen cool, doch er sp├╝rte sein Begehren nach Elina am ganzen K├Ârper, er wollte sie unbedingt haben heute Nacht. Er liess in der Folge nicht mehr von ihr ab und ging deshalb auch richtung zu Hause, als sie es tat. Elinas Kollegin war mit dem Auto da und nahm die beiden mit. Sein Kopf ratterte, denn er ├╝berlegte sich, wie er es am besten anstellen sollte, dass sie mit ihm zusammen ausstieg, denn die beiden wohnten nicht im gleichen Dorf. Als sich Elina dann auf einmal zu ihm hin├╝berlehnte und ihn mit grossen Augen fragte, ob er noch ein bisschen mit ihr draussen bleiben wollte, ├╝berschlug sich beinahe sein Herzschlag und ein Gef├╝hl der Genugtuung machte sich in ihm breit. Das war seine Nacht, er war sich nun sicher. Sie stiegen zusammen aus und er f├╝hrte sie zu einem seiner Lieblingspl├Ątze. Es war ein Tennisplatz, versteckt inmitten einer Wohnsiedlung, der ihm im fahlen Mondlicht wie ein perfektes Liebesnest schien. Sie setzten sich auf die Bank am Platzrand. Er nahm all seinen Mut zusammen, ergriff sanft ihre Hand und drehte sich zu ihr her├╝ber, bereit sie endlich zu k├╝ssen.
ÔÇ×Tu das nicht Lars, es w├Ąre keine gute IdeeÔÇť, sagte sie und f├╝gte nach einer Weile an, ÔÇ×du bist mir viel zu wichtig, dass w├Ąre nicht gut f├╝r unsere FreundschaftÔÇť. Er lachte laut auf. Was f├╝r ein Witz sein Leben doch war.

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Love is the feeling that you feel when you feel the feeling that you never felt before.

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