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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kirschrote Lippen zwischen braunen Uniformen
Eingestellt am 01. 09. 2003 17:13


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Ercule Poirot
Hobbydichter
Registriert: Aug 2003

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Er sah es nicht gern, wenn wir uns trafen! Nein. Mein Vater sah es wirklich nicht gern. Und das nicht nur, weil David, mein lieber, lieber David aus einem j├╝dischen Hause stammte. Mein Vater fand zudem, dass ich noch zu jung sei, um mich mit solchen dahergelaufenen, verlausten Burschen, wie er sie immer nannte, zu treffen. Dabei war David ja gar kein dahergelaufen, verlauster Bursche, keineswegs. Er war einer der liebensw├╝rdigsten und h├╝bschesten Knaben weit und breit. Aber er war eben Jude, was mir jedoch nicht das Geringste ausmachte, daf├╝r umso mehr meinem Vater und dem Rest meines Heimatdorfes, die sich alle sehr engagierten f├╝r die Partei, f├╝r ihre Partei und so gab es bald keinen der nicht aktiv war f├╝r diesen braunen Abschaum von denen ich nun ganz und gar nichts hielt.
Das grelle Licht des kugeligen Vollmonds fiel durch das nun schon herbstlich gef├Ąrbte Laub des Waldes. Sch├╝tzend stellten sich die Beiden, Julia und David, Arm in Arm unter eine Buche. David lehnte sich an den Baum an, so dass sich die harte Borke etwas durch sein Hemd in seinen R├╝cken einschnitt. Er lie├č sich langsam daran nach unten gleiten, bis er auf einer herausragenden Wurzel Halt fand.
Meistens dienstags fanden diese Treffen statt, wenn Julias Vater im Wirtshaus war, „zur OrtspolitikÔÇť, wie er immer selbst behauptete. Ja ÔÇô immer dienstags gab es die wunderbarsten Stunden der Beiden, die Treffen, die den Zweien, die sich sonst nicht sehen durften, doch so viel bedeuteten. Und damit sollte nun endg├╝ltig Schluss sein?!
Nein, nein und nochmals nein, es will mir einfach nicht in den Kopf. Warum denn soll irgend so ein F├╝hrer gut f├╝r mich sein und David nicht? Dabei ist es doch gerade David der so gut f├╝r mich ist.
Tausende Gedanken flogen in Julias Kopf umher, als David seiner Geliebten mit seinen H├Ąnden wild durch ihre wunderbaren goldblonden Haare fuhr. Erwartungsvoll blickte Julia David an, die diamantblauen Augen von Julia starrte die haselnussbraunen von David an und die Augen der Beiden funkelten. Sie funkelten vor Liebe so heftig, dass sie beinahe den ganzen Wald erhellen h├Ątten k├Ânnen. Und endlich, endlich war es dann so weit. David legte seine Lippen z├Ąrtlich auf die kirschroten Lippen von Julia, was sie sichtlich genoss, denn sie legte ebenfalls z├Ąrtlich ihre Arme um David, der sie ja so mochte und der ihr doch so gut tat. Wieder und wieder und immer wieder tauschten die Verliebten die innigsten K├╝sse aus, die die Besten waren, die Besten, die sie je kannten.
David und Julia konnten nicht genug bekommen von einander. Sie wollten immer mehr davon, immer mehr, w├Ąhrend ihr Verlangen kaum zu stillen war. Das Feuer loderte so heftig, trotz der Missgunst der anderen, loderte das Feuer der Liebe zwischen den Beiden so heftig, seit dem ersten Tage als es entfacht war, dass es durch nichts zu l├Âschen war und nicht mal von einem NS-Geschwader ausgetrampelt werden konnte. Wieder sahen sich die Zwei tief in die Augen, in ihre immer noch vor Liebe sehr leuchtend funkelnden Augen, bis Julia ganz ruhig ihren Kopf auf Davids Schohs legte. David streichte ihr immer wieder ├╝ber ihre schulterlangen glatten Haare, die ihm so gut gefielen und die sich mit jeder Bewegung um seine Finger legten. Julia entspannte sich ganz, lies sich fallen, legte sich ganz allein in die H├Ąnde ihres Geliebten. Eine wunderbare Leere f├╝llte ihren Kopf aus. Sie wollte in diesem traumhaften Augenblick keinen Gedanken an irgendeinen F├╝hrer verschwenden. Er war jedoch nicht ganz leer ÔÇô ihr Kopf w├╝rde wohl nie ganz leer werden. Nur Gedanken ├╝ber sie beide, ├╝ber ihre Zukunft flatterten, wie Schmetterlinge ├╝ber einer saftig bl├╝henden Fr├╝hlingswiese, darin herum.
Wie soll das mit uns beiden blo├č weiter gehen? Es ist so aussichtslos. Ja, unsere Lage ist aussichtslos und trostlos. Man m├╝sste einfach abhauen k├Ânnen, abhauen in ein Land, in dem noch keine braune Macht herrschte. Nach Frankreich oder England. Bestimmt, das w├Ąre das Beste, das m├╝sste man tun. Am besten nach Frankreich, schlie├člich kann ich ja schon ein bisschen franz├Âsisch von Tante Clara aus der Stadt. Aber England ist bestimmt auch h├╝bsch oder wie w├ĄrÔÇÖs mit der Schweiz? Aber es bleibt ja wahrscheinlich doch nur ein Traum. So etwas t├Ârichtes von mir. Tr├Ąume sind Sch├Ąume und zerplatzen wie Seifenblasen.
Julia wurde v├Âllig aus ihren Gedanken gerissen. Ein K├Ąuzchen, das ganz in der N├Ąhe auf einem Baum sa├č und die Beiden beobachtete, stie├č einen heftigen Schrei aus.
Mit neugierigen Blicken beobachtete Julia wie ihr Schatz David sein Taschenmesser aus der Tasche seiner dunkelgr├╝nen Curtjacke holte. Als er die scharfe Klinge aus der schwarzen Ummantelung klappte, gl├Ąnzte sie im hellen Mondlicht. Anschlie├čend ritzte er mit aller Kraft die Initialen von seiner Geliebten und von sich in die harte Borke eines nahestehenden Baumes ein. Danach umfuhr er das Ganze mit der Spitze seines Messers mit einem Herzen. Eine ├╝berw├Ąltigende Freude kam pl├Âtzlich in ihr hoch und f├╝llte sie ganz aus. Julia umarmte ihren Geliebten und belohnte ihn mit einem ihrer innigsten K├╝sse, die den beiden doch so viel bedeuteten. Einen kurzen Moment sahen sich Julia und David wieder an. David wollte etwas sagen. „Ich lieb...!ÔÇť , was er jedoch nicht ganz zu Ende bekam, weil Julia wieder ihre vollen kirschroten Lippen auf seine dr├╝ckte. „Ich auch!ÔÇť
Dies sollte den Bund der Liebe zwischen den Beiden fest beschlie├čen und keiner sollte diese Magie jemals vernichten. David und Julia w├╝nschten sich, dass ihre Liebe so lange andauert, wie der Baum hier im Wald steht und ebenso w├Ąchst. Doch pl├Âtzlich wurde David nachdenklich:
Hat es denn ├╝berhaupt eine Zukunft mit uns? Ich glaube fast nicht daran, denn es w├Ąre zu sch├Ân um wahr zu sein. Aber wir haben wohl kaum eine Chance. Nein, keine Chance. Vielleicht w├Ąre es einfach das Beste, wenn ich Julia verlie├če um sie zu retten. Mir ist es sicher im KZ zu landen und wie ein St├╝ck lebloses Fleisch, ein St├╝ck Dreck behandelt zu werden. Ich sollte sie verlassen, damit sie nicht mit rein gezogen wird, denn sie w├╝rde sofort zerbrechen an den Qualen, an der Folter, die uns erwarten w├╝rden und ich k├Ânnte es einfach nicht ertragen, wenn sie ihr etwas antun w├╝rden. Nein, das w├Ąre meine gr├Â├čte Qual. Nichts was sie mir antun k├Ânnten, w├Ąre schlimmer, als das was sie ihr, meiner Geliebten Julia, an der ich die glatten blonden Haare und die prallen kirschroten Lippen so mag und sch├Ątze, ant├Ąten. Aber ich k├Ânnte es aushalten. Ich w├Ąre so stark wie n├Âtig ÔÇô so stark wie m├Âglich. Und Julia w├╝rde ja bestimmt auf mich warten, bis es vorbei ist, ganz, ganz bestimmt.



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Lillia
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Hallo Ercule Poirot!

Meine ehrliche Meinung zu einigen Einzelheiten, aber nur eine von vielen Meinungen:

"Nein, das w├Ąre meine gr├Â├čte Qual. Nichts was sie mir antun k├Ânnten, w├Ąre schlimmer, als das was sie ihr, meiner Geliebten Julia, an der ich die glatten blonden Haare und die prallen kirschroten Lippen so mag und sch├Ątze, ant├Ąten. "

Das, was er am meisten an seiner riesiggrossen Liebe schaetzt, sind ihre blonden Haare und ihre prallen roten Lippen??

Ich finde die Personenbeschreibungen ziemlich flach.
Die ganze Geschichte finde ich etwas zweidimensional. Auch der dramatische Hintergrund hilft ihr meiner Meinung nach nicht, packender zu werden.

Der im ersten Satz gefuerchtete Vater taucht nicht mehr auf.


Auch sind einige grammatikalische Fehler drin, die Du beheben solltest. zB "Dabei war David ja gar kein dahergelaufenER, verlauster Bursche, keineswegs" oder "diesen braunen Abschaum von denen ich nun ganz und gar nichts hielt." (=> von DEM, denn: 'der Abschaum')

Gehe den Text nochmal sorgfaeltig durch, es waere zuviel Arbeit, sie jetzt einzeln rauszuschreiben.
Die Zeit im ersten Abschnitt stimmt nicht mit den anderen kursiv geschriebenen Absaetzen ueberein.

Lieber Gruss


-lilli-

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