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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Klassentreffen (4. und letzter Teil)
Eingestellt am 13. 07. 2013 18:45


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DocSchneider
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Es gab ein fĂŒrchterlich knirschendes GerĂ€usch, Arno kippte vornĂŒber und knallte auf Sally. Monika starrte wie hypnotisiert auf die klaffende Wunde in Arnos Hinterkopf, aus der sofort reichlich das Blut schoss. Sie besah sich den Schaden nĂ€her. Oh, sie konnte zum ersten Mal in ihrem Leben in Arnos Kopf hineinsehen! Es schimmerte weißlich-grĂ€ulich durch all das Blut. Ob das Arnos Gehirn war? Fast war sie versucht, die Hand auszustrecken, in das Loch zu fassen und alles zu berĂŒhren. Plötzlich aber wurde sie sich bewusst, in welcher Situation sie sich befand. Die blutverschmierte Sally unter dem heftig blutenden Arno, sie selbst einer Nemesis gleich mit einem zerdepperten Bierkrug in der Hand, dessen Splitter sich ĂŒber Arno ausbreiteten. Was sollte sie jetzt tun?
Arno gab stöhnende Laute von sich und sie dachte, ich muss einen Arzt holen! Sofort entschlĂŒpfte ihr ein beinahe sardonisches LĂ€cheln: Ha, Arno war selbst Arzt, sollte er sich helfen, wenn er noch konnte. Sally bewegte sich jetzt unter der Last seines Körpers und öffnete wieder vorsichtig die Augen. Scheiße, dachte Monika, ich muss hier weg. Ich kann das nie und nimmer jemandem erklĂ€ren. Sie stellte den Bierkrug neben Sally, wischte ihn notdĂŒrftig mit ihrem BlusenĂ€rmel ab und spĂ€hte in den Gang. Die Luft war rein, also nichts wie hin zur Toilette. Sie schloss sich in einer Kabine ein und betrachtete ihr weißes Gesicht im Spiegel. So sah also eine Mörderin aus, denn sie war fest davon ĂŒberzeugt, dass Arno dieses Loch in seinem Kopf nicht ĂŒberleben wĂŒrde.
Das fehlte noch, dass dieser bekloppte Typ es auch nach Jahrzehnten noch schaffen wĂŒrde, ihr Leben zu zerstören. Sie wĂŒrde hinter Gitter kommen. Sie wĂŒrde ihre Familie verlassen mĂŒssen. Sie bekĂ€me nie wieder ein Bein auf den Boden, nur in ein privates Fernsehstudio, das ihre Geschichte mit Vorliebe preis geben wĂŒrde. Nein, so weit durfte es nicht kommen! Sie wĂŒrde sich nicht limboartig in gesellschaftliche Niederungen begeben, sie nicht! Sie musste die Normale spielen. Hier war der perfekte Ort zum Üben. Sie kniff sich in die Wangen, um etwas Farbe hinein zu bringen und sagte zu ihrem Spiegelbild: "Hallo, ich glaube, ich fahre gleich nach Hause. Ist schon spĂ€t....und wir machen doch nochmal ein Treffen?" Das klang ja furchtbar, so wie sie das sagte! Also nochmal, nochmal und nochmal. Schließlich war sie zufrieden. Sie entriegelte die TĂŒr und ging in den Saal zurĂŒck. Das Zimmer des Grauens wĂŒrdigte sie mit keinem Blick.
Im Saal traf sie gleich auf eine angeheiterte Gruppe, bestehend aus Werner, Paula und Lothar, und sagte ihr geĂŒbtes SprĂŒchlein auf. Niemand schöpfte Verdacht. Sie hakte sich bei Paula unter und plötzlich sagte Werner: "Wo ist eigentlich Arno? Der wollte nur zum Klo, ist aber schon lange weg!" "Der hat sicherlich jemand zum Nageln gefunden", warf Paula ein, "guck doch mal, wer von den Weibern auch verschwunden ist!" "Klar, Sally ist auch nicht da, komm, wir gehen die beiden suchen! Denen vermasseln wir aber die Tour", rief Lothar und alle drei schwĂ€rmten Richtung Toilette aus. Monika nahm sich einen Ouzo - sie fand, das sei der richtige Moment fĂŒr einen Schnaps - und hielt den Atem an.
TatsĂ€chlich, zwei Minuten spĂ€ter ertönten spitze Schreie und entsetzte Ausrufe. "Schnell, ruf einen Krankenwagen, jetzt mach!" war zu vernehmen und Werner stĂŒrzte mit leichenblassem Gesicht zurĂŒck in den Saal. "Arno und Sally liegen ĂŒbereinander in ihrem Blut, Sally hat dem wohl mit nem Bierkrug einen verbraten, sie ist bei Bewusstsein, aber Arno hat es ĂŒbel erwischt", berichtete Werner, der zwar nur Tierarzt war, aber den Ernst der Lage erkannt hatte. "Mann, der kratzt ab!", schrie Paula, die ebenfalls in den Saal gelaufen kam. "Ach, was weißt denn du, du bist bloß ZahnĂ€rztin", ereiferte sich Werner, "so schnell stirbt es sich nicht!". "Halt die Klappe", schimpfte Paula drauflos, "wer KĂ€lber herauszerrt, hat eh keine Ahnung" und es sah aus, als gĂ€be es gleich die nĂ€chsten Verletzten. "Habt ihr jetzt endlich den Notarzt gerufen?", fragte Lothar, der dazustieß, wĂ€hrend sich am Unfallort immer mehr Schaulustige drĂ€ngten. "Ja, habe ich", antwortete Werner und im selben Moment hörten sie schon die Sirene.
Monika hielt sich dezent im Hintergrund, als das NotĂ€rzte-Team, unterstĂŒtzt von gut gemeinten, aber falschen fachmĂ€nnischen RatschlĂ€gen von Werner und Paula die Verletzten behandelte. Vorsichtig trennten sie Sally und Arno, fĂŒhrten die Erstversorgung der Wunden durch und brachten beiden auf zwei Tragen heraus. Paula ging heulend hinterher. "Wie schlimm ist es?", wagte Monika zu fragen. "Die werden wieder", brummte einer der NotĂ€rzte, "dann können sie es ja nochmal miteinander versuchen!" Monika war erleichtert. Sie war keine Mörderin!
In kleinen Gruppen standen die Ehemaligen zusammen, um die Ereignisse zu beraten. Auf einen Schlag schienen alle nĂŒchtern zu sein. "Ist doch klar, was da passiert ist", referierte Lothar, der vernĂŒnftige Rechtsanwalt. "Arno hat Sally angebaggert, sie gingen in den Raum, dann wollte sie nichts mehr oder nicht so viel wie er, also hat sie ihm den Krug ĂŒber den SchĂ€del gedonnert! Allerdings ist Sally auch verletzt. Vermutlich hat er sie vorher irgendwie vertrĂŒmmt!", schloss er. Monika schwieg. Sie dachte, falls Sally oder Arno auspacken, nehme ich Lothar als Rechtsbeistand. Ihn konnte ich schon immer gut leiden ....bald zerstreuten sich alle, um nach Hause zu fahren. Monika war sehr mit sich zufrieden. Von wegen verhuschtes Weib! Nein, sie hatte die Situation bis dahin gut gemeistert und war stolz auf sich.
Am nĂ€chsten Morgen fragte Monikas Familie, wie denn ihr Klassentreffen gewesen sei. "Ach, das Übliche", entgegnete sie und strich Leberwurst auf ihr Brötchen, "die gleichen Idioten wie frĂŒher! Ich glaube, das war definitiv mein letztes Treffen! Zwei waren so betrunken, dass sie sogar ins Krankenhaus mussten! Unmöglich!" Ihre Familie nickte zufrieden. Genau, Klassentreffen waren blöd!

















































Version vom 13. 07. 2013 18:45
Version vom 16. 07. 2013 10:23
Version vom 17. 07. 2013 10:29
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Version vom 07. 12. 2013 12:14

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USch
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Hallo Doc,
da ich so lange Texte nicht am Monitor lesen mag, hab ich die vier Teile mal zusammengefasst und ausgedruckt.
GrundsĂ€tzlich mag ich es nicht so gern, wenn Kettengeschichten geschrieben werden, die doch eher ErzĂ€hlungen sind. In deinem Fall hĂ€ngt das wohl mit dem sukzessiven Entstehen und gewĂŒnschtem Feedback zusammen. Ich finde das o.K, wenn die LL als Arbeitsforum im Prozessgeschehen fungiert. Aber da meistens sofort gewertet wird, ist das etwas problematisch.
Wenn Kettengeschichten, dann muss am Ende eines Teils so viel Neugier auf eine Fortsetzung bestehen, dass man unbedingt weiter lesen will. In deiner Geschichte steigt mit zunehmender AbstrusitĂ€t des Geschehens die Spannung stĂ€ndig an, was eine Steigerung des LesevergnĂŒgens schafft.

Ein paar redaktionelle Anmerkungen und Korrekturen:
Du schreibst sehr oft >herunter<. Manchmal wĂŒrde besser hinunter passen, sowohl vom Blickwinkel als auch von der Sprachmelodie (Wdh.)

Monika schloss aufatmend die TĂŒr hinter sich und ließ sich auf den geschlossenen Deckel sinken. Gelobt sei der Erfinder der Toiletten, dachte sie, endlich ein Ort, an dem man alleine sein kann. Sie streckte die Beine von sich und massierte ihre SchlĂ€fen. Dieser Abend war einfach misslungen und entwickelte sich ĂŒberhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Zuerst hatte es gar nicht danach ausgesehen. Fast alle ehemaligen Klassenkameraden waren zum ersten Treffen zwanzig Jahre nach dem Schulabschluss aufgetaucht. Herrlich zu sehen, wer sich gut gehalten hatte oder wer völlig aus dem Leim gegangen war! Einige wirkten wie konserviert, andere schon mĂ€chtig angekratzt, aber alle waren sie gleichaltrig.

Bei Monika hatte es geheißen: „Du hast dich ja gar nicht verĂ€ndert!“ und sie wusste nicht, ob das jetzt positiv oder negativ war. Jedenfalls hatte sie sich gefreut, einige liebe Leidensgenossen von damals wiederzusehen, denn wohl kaum jemand war gerne zur Schule gegangen. Die ĂŒblichen Cliquen rotteten sich erneut zusammen und verglichen ihre Statussymbole, Haus, Auto, Karriere, Kinder. Monika beteiligte sich nicht daran, denn irgendwann war ER aufgetaucht. Arno. Arno, mit dem sie damals nach der alkoholgetrĂ€nkten Abschlussfeier knutschend neben der Parkbank gelegen hatte. Seine HĂ€nde waren ĂŒberall gewesen, seine Zunge auch, seine Hose war plötzlich wie von selbst herunterglitten, aber sehr viel weiter war er nicht gekommen, tatsĂ€chlich auch nicht, denn er war schlicht zu betrunken gewesen. Ihr war das Ganze höchst peinlich erschienen. Arno hatte sie jahrelang nicht beachtet, um dann auf einmal ausgerechnet sie zu wollen. So ein Schmarrn!

Jetzt sah sie, dass Arno noch immer gut aussah, kein Bauch wölbte sich unter seinem T-Shirt wie bei manch anderem – einer trug gar einen Anzug mit Weste und Uhrkette - , die Jeans modellierte seinen perfekten Hintern und feine graue StrĂ€hnen durchzogen die noch immer blonden Haare, was ihn höchst attraktiv machte. Er trug keinen Ehering, wie Monika sofort sah, dafĂŒr aber ein Goldarmband und eine ebensolche Kette. Ach, der Typ war wahrscheinlich der ĂŒble Aufschneider geblieben, der damals die meisten Fremdwörter kannte, schon mit achtzehn Jahren ein Auto sein eigen nannte, mit dem er grundsĂ€tzlich links fuhr und das eine eingebaute Vorfahrt hatte. Sie beobachtete ihn nun, wie er plaudernd umher ging und schließlich auch zu ihr kam. Er hauchte ihr zwei KĂŒsschen rechts und links auf die Wangen und sagte: „Mensch, du hast dich ja fast gar nicht verĂ€ndert! Super siehst du aus – wenn man sich dagegen einige andere Maschinen hier anguckt.....“, schloss er vielsagend und zwinkerte ihr zu. Blöder Kerl, dachte Monika. Der hĂ€lt sich wohl fĂŒr besonders schön. „Was ist aus dir geworden?“, frage sie fragte ich höflich und dachte: Hoffentlich erinnert er sich nicht an unsere letzte Begegnung! „Oh, ich bin Kardiologe in Duisburg. Also falls du mal etwas am Herzen hast, ich bin immer fĂŒr dich da! Ich operiere auch, deshalb habe ich stĂ€ndig ein scharfes Messer dabei“, entgegnete er und senkte dann die Stimme: „Außerdem habe ich noch was ganz anderes dabei...wie wĂ€re es denn noch ein Mal mit uns beiden, das letzte Mal war ja ein bisschen...“, er verstummte und blickte sie herausfordernd an.

Monika schwieg entsetzt und wie ĂŒblich fiel ihr keine schlagfertige Antwort ein. Wichser, dachte sie, der hat sich kein bisschen verĂ€ndert. „Ich muss mal auf die Toilette“, antwortete sie lahm und verschwand so schnell wie möglich. Und so saß sie nun hier und ĂŒberlegte, wie sie den restlichen Abend gestalten sollte, ohne Arno zu begegnen. Hoffentlich könnte er eine andere aufreißen, dann wĂ€re sie ihn los. Seine plumpe Anmache hatte sie verletzt. Sie blickte in den Spiegel, erneuerte ihr Make-up und verließ die Toilette.

Auf dem Weg zurĂŒck in den Saal kam ihr Sally entgegen. Sie und Monika hatten nie viel miteinander zu tun gehabt, aber auch keinen Streit ausgetragen. „Na, findest du es auch langweilig, dieses harmoniesĂŒchtige Revival?“, fragte sie und blieb stehen. Monika sagte leise: „Ich muss Arno aus dem Weg gehen. Der hat mich angemacht, der ist noch genauso doof wie frĂŒher!“ „Ach der Arno! Vergiss den. MĂ€nner sind doch nur testosterongesteuerte Vollidioten! Komm mit, wir gehen in die Sektbar. Da ist es ruhiger. Ich gebe dir einen aus!“, antwortete Sally und zog Monika mit sich.

Du hast im Folgenden des öfteren Kommas hinter >Frage- oder Ausrufezeichen und "< vergessen zu setzen. Das wĂŒrde ich noch mal gegenlesen und korrigieren.

Bald stießen sie mit zwei gefĂŒllten SektglĂ€sern an und erzĂ€hlten sich aus ihren beiden Leben, welche völlig unterschiedlich verlaufen waren. Aber das machte nichts, sie wurden immer vertrauter und kicherten und lachten und nach dem dritten Glas Sekt stellte Monika fest, dass der Abend doch nicht so schlecht werden wĂŒrde wie befĂŒrchtet. Sally blickte sie plötzlich spitzbĂŒbisch an. „Und sonst?“, fragte sie und strich leicht mit ihren Fingern ĂŒber Monikas rechten Unterarm.

Monika zuckte zusammen. Die feinen HĂ€rchen stellten sich auf. Was meinte Sally mit ihrer Bemerkung? Und mit ihrer BerĂŒhrung? „Ich meine“, fuhr Sally fort, als hĂ€tte sie Monikas Gedanken gelesen, „ sehnst du dich nicht manchmal nach etwas ganz ...Neuem, etwas ganz VerrĂŒcktem?“ und federleicht fuhren ihre Finger wieder ĂŒber Monikas Arm, drehten ihn sanft um und zeichneten feine Linien auf die Haut.

Monika schluckte. Was tat Sally da? Ob es jemand gesehen hatte? Vorsichtig blickte sie sich um, aber sie waren fast alleine in der Bar. Ihr ganzer Arm schien zu kribbeln. Sally hielt ihre Hand fest und spielte mit ihren Fingern. Monika durchfuhr ein Schauer. So etwas hatte sie noch nie erlebt. Was hatte Sally denn vor? Sie beide waren doch gestandene Ehefrauen....zumindest hatte sie das angenommen.

Sally senkte den Blick, nĂ€herte sich Monikas rechtem Ohr und flĂŒsterte: „Komm mit, ich zeig dir was“, und ihre Lippen streiften kurz die Muschel, kĂŒssten zĂ€rtlich das OhrlĂ€ppchen und glitten am Hals abwĂ€rts. Monikas Herz klopfte. Das musste jetzt sofort hier aufhören, sofort! Aber zu ihrer eigenen Überraschung tat sie nichts, um Sally aufzuhalten. Nahezu willenlos stand sie auf und folgte ihr leicht schwankend. Der Sekt tat auch seine Wirkung, alles wirkte verschwommen. Sally hatte ihre Hand ergriffen und fĂŒhrte sie zielstrebig an dem gefĂŒllten großen Saal vorbei.

Sie gingen in Richtung Toiletten und als sie diese passiert hatten, standen sie plötzlich vor einer TĂŒr mit der Aufschrift „Privat – Kein Zutritt“. „Das ist ja genau richtig fĂŒr uns“, flĂŒsterte Sally und drĂŒckte vorsichtig die Klinke herunter. TatsĂ€chlich, der Raum war nicht verschlossen. Das aufflammende Licht gab den Blick auf Regale frei, die mit allerhand VorrĂ€ten gefĂŒllt waren: GlĂ€ser, Bierdeckel, Tischdecken, Prospekte – alles das, was ein Restaurant immer mal wieder brauchte. Sally schloss die TĂŒr und drĂ€ngte Monika gegen ein Regal. Monikas Kopf berĂŒhrte einen Stapel karierter weicher Decken, ihr RĂŒcken drĂŒckte gegen Kartons. Ihr war schwindelig, doch sie spĂŒrte Sallys HĂ€nde, die ĂŒber ihren Körper strichen, ihn erkundeten und dann legten sich die Lippen auf ihren Mund.

Vorsichtig versuchte Sally, ihn mit ihrer Zunge zu öffnen, aber im selben Moment zuckte Monika zurĂŒck, ihr Körper wehrte sich gegen den anderen weiblichen und die Erkenntnis des widrigen falschen Begehrens ĂŒberkam sie in dem Moment, als sich Sally zudem an Monikas Bluse zu schaffen machte. Monika stieß Sally von sich und keuchte: „Lass mich in Ruhe! So etwas muss ich nicht haben!“ und hielt sie auf ArmeslĂ€nge von sich.

Sallys Augen blitzten wĂŒtend. Sie umfasste Monikas Handgelenke mit einem schmerzhaften Griff. „Wieso, du wolltest es auch!“, rief sie empört, „Oder habe ich dich so falsch verstanden?“ „Nein, aber ich“, setzte Monika an, „ich will das nicht, ich kann das nicht, lass mich jetzt wirklich in Frieden“. Die Situation kam ihr surreal vor und sie sah Sally und sich selbst wie auf einer BĂŒhne. Sally schnappte nach Luft. „Du bist noch genauso spießig wie frĂŒher, du verhuschtes Weib, du langweiliges StĂŒck, was ist schon dabei, es auch mal mit einer Frau zu versuchen, herrje, nen Mann haben wir doch immer! Aber nein, du bist halt einfach eine....“, sie suchte nach einem Ausdruck, „einfach eine... Doris Day mit ihrem pieksauberen Badezimmersex, also total verklemmt!“ Monika entwand sich Sallys Handgriffen und sagte leise: „Ich gehe jetzt. Ich fahre dann auch gleich. Mit dem Taxi, anders geht es ja nicht mehr.“ Sally stellte sich vor die TĂŒr. „So einfach kommst du mir nicht davon, du Schlampe!“, giftete sie und ihre GesichtszĂŒge entglitten ihr in gleichem Maße wie ihr Mundwerk. „Ich rette dir den Abend, nachdem dich dieser blöde Arsch Arno angebaggert hat, du lĂ€sst dich von mir hierher bringen und nun machst du die Fliege! BĂ€h!“ Sie streckte ihr die Zunge raus.

Monika dachte: Sie ist ja total betrunken! Bloß raus hier! Sie packte Sallys linken Arm und zerrte sie mit ihrer ganzen Kraft, die sie aufbieten konnte, von der TĂŒr weg. Sally schwankte. „Pack mich nicht an!“, schrie sie und wollte Monika mit ihrer freien Hand wegschieben. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und drohte zu fallen. Monika packte erschrocken ihren Arm noch fester, konnte aber nicht verhindern, dass Sally tatsĂ€chlich umkippte. Instinktiv ließ Monika sie los. Sally fiel gegen ein mit GlĂ€sern gefĂŒlltes Regal. Mit lautem Getöse krachten zahlreiche GlĂ€ser zu Boden und begruben Sally, die mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gefallen war.

Monika blickte entsetzt auf Sally, die regungslos in einer sich langsam ausbreitenden Blutlache lag. Um Himmels willen, dachte Monika. Sie beugte sich hinunter, traute sich aber nicht, Sally zu berĂŒhren. Sie musste Hilfe holen! Aber wie erklĂ€ren, was sie beide in diesen Raum verschlagen hatte? O Gott, in welche Situation hatte sie sich da gebracht! Egal, sie musste hier raus. Sie öffnete vorsichtig die TĂŒr und lugte heraus. Von weither schwappten Musik und GesprĂ€chswirrwarr zu ihr herĂŒber. Plötzlich kam ein Mann pfeifend den Gang entlang, um zur Toilette zu gehen. Arno! NatĂŒrlich, Arno, er konnte ihr helfen, er war Arzt, und wenn er noch so ein mieses StĂŒck war. Aber er wĂŒrde ja wohl kaum lebensnotwendige Hilfe verweigern! Schließlich hatte er mal einen Eid geschworen, sagte sich Monika. „Arno!“, rief sie leise. Der Angesprochene blieb ĂŒberrascht stehen. „Monika! Was machst du denn hier?“

„Ich brauche deine Hilfe“, flĂŒsterte Monika, „komm her!“ Arno nĂ€herte sich dem Raum und sagte misstrauisch: „Was ist denn los? Was machst du eigentlich hier?“ und spĂ€hte durch die angelehnte TĂŒr. Monika sagte beschwörend: „Versprich mir, dass du nichts sagst, du hast doch Schweigepflicht! Es gab einen kleinen....“ sie hĂŒstelte, „...Unfall. Sally ist gestĂŒrzt. Schau sie dir bitte an, sie ist verletzt!“ Sie gab den Weg frei und Arno schĂŒttelte den Kopf, weil er sich keinen Reim auf das Gesagte machen konnte. Dann erblickte er Sally in der Blutlache liegend, die sich inzwischen weiter vergrĂ¶ĂŸert hatte. „Mein Gott, was ist denn hier passiert?“, rief er entsetzt aus, hockte sich neben Sally auf den Boden und tastete fachmĂ€nnisch nach ihrer Halsschlagader. „Ihr Puls ist gut, also kann es nicht so schlimm sein, sicher nur eine Platzwunde“, meinte er. „Komm, hilf mir, sie umzudrehen!“ Monika ging ebenfalls in die Hocke und vorsichtig bugsierten sie Sally auf den RĂŒcken.

Ihr Gesicht war blass, die Augen waren geschlossen, ein leises Stöhnen entwich ihrem Mund, als Arno behutsam die Wunde untersuchte. „Naja, das mĂŒsste genĂ€ht werden“, befand er, „und sie hat sicherlich auch einen Schock! Aber kannst du mir bitte mal erklĂ€ren, was hier vorgefallen ist?! Weshalb seid ihr ĂŒberhaupt in diesem Raum? Ihr durftet doch gar nicht hier herein! NĂŒchtern bist du jedenfalls nicht!“, konstatierte er leicht angewidert, da er bereits Monikas Alkoholatem gerochen hatte. Diese schwieg und wand sich vor Verlegenheit. „Tja, was soll ich dir sagen, wir.....“, sie brach ab und wusste einfach nicht mehr weiter. Ihr Gehirn suchte verzweifelt nach einer glaubhaften Ausrede. Arno zog die Augenbrauen hoch. „Also ich raff das nicht, auf jeden Fall mĂŒssen wir jetzt einen Krankenwagen rufen, auch wenn es nicht lebensbedrohlich ist“, er warf einen Blick auf Sally, deren Kopfwunde nun zu bluten aufgehört hatte. „Hm, eigentlich mochte ich Sally schon immer gern, sie war so schön kratzbĂŒrstig, hat mich stĂ€ndig abblitzen lassen, so eine richtige kleine Furie! Wie nett, sie jetzt so hilflos zu sehen!“, schloss er und fuhr sachte mit dem rechten Zeigefinger ĂŒber Sallys linkes Jochbein. „Sie sieht immer noch scharf aus, selbst verletzt, und im Grunde könnte ich doch jetzt mal.....“, er ließ den Satz in der Luft hĂ€ngen und begann, Sallys Bluse zu öffnen.

Monikas Augen weiteten sich unglĂ€ubig. Dieser Schuft, was hatte DER denn jetzt vor? Sich an der wehrlosen Sally zu vergehen? Der war wirklich vollkommen gestört! Und das als Arzt! Sie sagte leise. „MĂŒssen wir nicht lieber den Krankenwagen rufen?“ und hĂ€tte am liebsten Arnos HĂ€nde gepackt, die inzwischen sĂ€mtliche Knöpfe geöffnet hatten. „Jetzt mach mal kein Theater, meine SĂŒĂŸe“, antwortete Arno, „Sallys Verletzung sieht schlimmer aus als sie ist, sie blutet nicht mehr und immerhin sagst du mir nicht, was ihr beiden hier getrieben habt, ich buche das jetzt unter die Ă€rztliche Schweigepflicht, dass ich euch nicht verraten werde, obwohl mir das Ganze sehr komisch vorkommt. Und du hĂ€ltst die Klappe darĂŒber, was ich hier mit Sally anstellen werde“, mit diesen Worten schob er Sallys Bluse beiseite und betrachtete verzĂŒckt ihren wohlgeformten Busen, welcher von einem champagnerfarbenen Spitzen-BH umschlossen wurde.

Monika konnte nicht mehr klar denken. Sie musste diesem Albtraum hier ein Ende bereiten! Sally halb ausgezogen, die Stirn blutverschmiert, der lĂŒsterne Arno davor kniend. Seine HĂ€nde schoben sich nun unter Sallys RĂŒcken und machten sich am Verschluss zu schaffen, nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit konnte er ihn öffnen und kurz darauf starrte Arno auf Sallys nackte BrĂŒste. „Sehr schön“, murmelte er, „SO habe ich sie mir immer vorgestellt“ und als er sich zu ihnen herunter beugen wollte, öffnete Sally die Augen.

„Was ist los?“, murmelte sie, „wo bin ich?“ und gleich darauf schlossen sich ihre Augen wieder halb. „Das ist gut“, sagte Arno leise, „so bekommt sie auch etwas mit“, und machte Anstalten, Sally zu kĂŒssen. Endlich kam Leben in Monika. „Lass sie in Ruhe, du Schuft“, rief sie, „ich bring dich um, wenn sie du anrĂŒhrst“ und sie ergriff den erstbesten Gegenstand in Reichweite. Es war ein glĂ€serner Maßkrug.

Arno drehte sich um, ein amĂŒsiertes Grinsen lag auf seinem Gesicht. „Ach komm, du spinnst ja, du kannst doch sogar mitmachen! Stell das Glas hin und...“ weiter kam er nicht. Mit voller Wucht ließ Monika den Bierkrug auf seinen Kopf niedersausen.

Es gab ein fĂŒrchterlich knirschendes GerĂ€usch, Arno kippte vornĂŒber und knallte auf Sally. Monika starrte wie hypnotisiert auf die klaffende Wunde in Arnos Hinterkopf, aus der sofort reichlich das Blut schoss. Sie besah sich den Schaden nĂ€her. Oh, sie konnte zum ersten Mal in ihrem Leben in Arnos Kopf hineinsehen! Es schimmerte weißlich-grĂ€ulich durch all das Blut. Ob das Arnos Gehirn war? Fast war sie versucht, die Hand auszustrecken, in das Loch zu fassen und alles zu berĂŒhren. Plötzlich aber wurde sie sich bewusst, in welcher Situation sie sich befand. Die blutverschmierte Sally unter dem heftig blutenden Arno, sie selbst einer Nemesis gleich mit einem zerdepperten Bierkrug in der Hand, dessen Splitter sich ĂŒber Arno ausbreiteten. Finde ich zu dick aufgetragen! Vor allem Ausbreiten passt nicht so richtig.Was sollte sie jetzt tun?
Arno gab stöhnende Laute von sich und sie dachte, ich muss einen Arzt holen! Sofort entschlĂŒpfte ihr ein beinahe sardonisches LĂ€cheln: Ha, Arno war selbst Arzt, sollte er sich helfen, wenn er noch konnte. Sally bewegte sich jetzt unter der Last seines Körpers und öffnete wieder vorsichtig die Augen. Scheiße, dachte Monika, ich muss hier weg. Ich kann das nie und nimmer jemandem erklĂ€ren. Sie stellte den Bierkrug neben Sally, wischte ihn notdĂŒrftig mit ihrem BlusenĂ€rmel ab und spĂ€hte in den Gang. Die Luft war rein, also nichts wie hin zur Toilette. Sie schloss sich in einer Kabine ein und betrachtete ihr weißes Gesicht im Spiegel. So sah also eine Mörderin aus, denn sie war fest davon ĂŒberzeugt, dass Arno dieses Loch in seinem Kopf nicht ĂŒberleben wĂŒrde.
Das fehlte noch, dass dieser bekloppte Typ es auch nach Jahrzehnten noch schaffen wĂŒrde, ihr Leben zu zerstören. Sie wĂŒrde hinter Gitter kommen. Sie wĂŒrde ihre Familie verlassen mĂŒssen. Sie bekĂ€me nie wieder ein Bein auf den Boden, nur in ein privates Fernsehstudio, das ihre Geschichte mit Vorliebe preis geben wĂŒrde. Nein, so weit durfte es nicht kommen! Sie wĂŒrde sich nicht limboartig in gesellschaftliche Niederungen begeben, sie nicht! Sie musste die Normale spielen. Hier war der perfekte Ort zum Üben. Sie kniff sich in die Wangen, um etwas Farbe hinein zu bringen und sagte zu ihrem Spiegelbild: "Hallo, ich glaube, ich fahre gleich nach Hause. Ist schon spĂ€t....und wir machen doch nochmal ein Treffen?" Das klang ja furchtbar, so wie sie das sagte! Also nochmal, nochmal und nochmal. Schließlich war sie zufrieden. Sie entriegelte die TĂŒr und ging in den Saal zurĂŒck. Das Zimmer des Grauens wĂŒrdigte sie mit keinem Blick.
Im Saal traf sie gleich auf eine angeheiterte Gruppe, bestehend aus Werner, Paula und Lothar, und sagte ihr geĂŒbtes SprĂŒchlein auf. Niemand schöpfte Verdacht. Sie hakte sich bei Paula unter und plötzlich sagte Werner: "Wo ist eigentlich Arno? Der wollte nur zum Klo, ist aber schon lange weg!" "Der hat sicherlich jemand zum Nageln gefunden", warf Paula ein, "guck doch mal, wer von den Weibern auch verschwunden ist!" "Klar, Sally ist auch nicht da, komm, wir gehen die beiden suchen! Denen vermasseln wir aber die Tour", rief Lothar und alle drei schwĂ€rmten Richtung Toilette aus. Monika nahm sich einen Ouzo - sie fand, das sei der richtige Moment fĂŒr einen Schnaps - und hielt den Atem an.
TatsĂ€chlich, zwei Minuten spĂ€ter ertönten spitze Schreie und entsetzte Ausrufe. "Schnell, ruf einen Krankenwagen, jetzt mach!" war zu vernehmen und Werner stĂŒrzte mit leichenblassem Gesicht zurĂŒck in den Saal. "Arno und Sally liegen ĂŒbereinander in ihrem Blut, Sally hat dem wohl mit nem Bierkrug einen verbraten, sie ist bei Bewusstsein, aber Arno hat es ĂŒbel erwischt", berichtete Werner, der zwar nur Tierarzt war, aber den Ernst der Lage erkannt hatte. "Mann, der kratzt ab!", schrie Paula, die ebenfalls in den Saal gelaufen kam. "Ach, was weißt denn du, du bist bloß ZahnĂ€rztin", ereiferte sich Werner, "so schnell stirbt es sich nicht!". "Halt die Klappe", schimpfte Paula drauflos, "wer KĂ€lber herauszerrt, hat eh keine Ahnung" und es sah aus, als gĂ€be es gleich die nĂ€chsten Verletzten. "Habt ihr jetzt endlich den Notarzt gerufen?", fragte Lothar, der dazustieß, wĂ€hrend sich am Unfallort immer mehr Schaulustige drĂ€ngten. "Ja, habe ich", antwortete Werner und im selben Moment hörten sie schon die Sirene.
Monika hielt sich dezent im Hintergrund, als das NotĂ€rzte-Team, unterstĂŒtzt von gut gemeinten, aber falschen fachmĂ€nnischen RatschlĂ€gen von Werner und Paula die Verletzten behandelte. Vorsichtig trennten sie Sally und Arno, fĂŒhrten die Erstversorgung der Wunden durch und brachten beiden auf zwei Tragen heraus. Paula ging heulend hinterher. "Wie schlimm ist es?", wagte Monika zu fragen. "Die werden wieder", brummte einer der NotĂ€rzte, "dann können sie es ja nochmal miteinander versuchen!" Monika war erleichtert. Sie war keine Mörderin!
In kleinen Gruppen standen die Ehemaligen zusammen, um die Ereignisse zu beraten. Auf einen Schlag schienen alle nĂŒchtern zu sein. "Ist doch klar, was da passiert ist", referierte Lothar, der vernĂŒnftige Rechtsanwalt. "Arno hat Sally angebaggert, sie gingen in den Raum, dann wollte sie nichts mehr oder nicht so viel wie er, also hat sie ihm den Krug ĂŒber den SchĂ€del gedonnert! Allerdings ist Sally auch verletzt. Vermutlich hat er sie vorher irgendwie vertrĂŒi mmt!", schloss er. Monika schwieg. Sie dachte, falls Sally oder Arno auspacken, nehme ich Lothar als Rechtsbeistand. Ihn konnte ich schon immer gut leiden ....bald zerstreuten sich alle, um nach Hause zu fahren. Monika war sehr mit sich zufrieden. Von wegen verhuschtes Weib! Nein, sie hatte die Situation bis dahin gut gemeistert und war stolz auf sich.
Am nĂ€chsten Morgen fragte Monikas Familie, wie denn ihr Klassentreffen gewesen sei. "Ach, das Übliche", entgegnete sie und strich Leberwurst auf ihr Brötchen, "die gleichen Idioten wie frĂŒher! Ich glaube, das war definitiv mein letztes Treffen! Zwei waren so betrunken, dass sie sogar ins Krankenhaus mussten! Unmöglich!" Ihre Familie nickte zufrieden. Genau, Klassentreffen waren blöd! -

quote:
Epilog: Sally konnte das Krankenhaus einen Tag spĂ€ter mit genĂ€hter Stirn verlassen. Sie erinnerte sich nur noch daran, dass Monika sie verschmĂ€ht hatte. Sie traute sich nicht, sie zu fragen, ob sie ihr die Verletzung beigebracht hatte, weil sie sich inzwischen entsetzlich fĂŒr ihr damaliges Angebot schĂ€mte. Sie besuchte Arno auf der Intensivstation, wo dieser sein inzwischen aufgetretenes Herzproblem heimlich selbst behandelte. Arno ließ sie in dem Glauben, dass sie ihn in Panik niedergeschlagen hatte, weil sie seine angebotene Hilfe falsch deutete. Er wĂŒrde die Sache aber auch sich beruhen lassen, weil er Angst hatte, dass Monika die Wahrheit erzĂ€hlen wĂŒrde. Sally wiederum verschwieg, weshalb sie mit Monika in dem Raum gewesen war. Monika stellten sie nicht zur Rede. So verstrickten sie sich in ein Gespinst aus LĂŒgen und Schweigen.

Sie sahen sich nie wieder. Monika lebte inzwischen mit Lothar zusammen, sie fĂŒhlte sich dadurch sehr sicher, falls Sally und Arno doch auf die Idee kĂ€men, alles auszuplaudern. Sally zog sich völlig ins Privatleben zurĂŒck und suchte nie mehr den Kontakt zu Frauen. Arnos Genesung dauerte lange, er verlor seine Stelle in der Klinik. Heute ist er Leiter eines Gesundheitsamtes in Bayern.

Den Epilog wĂŒrde ich ganz weglassen!
Eine spannende und gut geschriebene Geschichte! Gern gelesen.
LG USch

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Lieber USch, ich habe fast alle Deine VerbesserungsvorschlĂ€ge ĂŒbernommen und den Text bwz. die Textteile entsprechend verĂ€ndert. (Puh! ;-) Du hast Dir in der Tat gute Gedanken gemacht. Vier Augen sehen eben mehr als zwei.
Einzig das Wort "vertrĂŒmmen" habe ich so stehen lassen, ich kenne es aus meiner Kindheit als Synonym fĂŒr "vertrimmen", welches auch schon umgangssprachlich fĂŒr verprĂŒgeln steht. Vermutlich ist "vertrĂŒmmen" noch schlimmer als "vertrimmen" . ;-) Ich finde es jedenfalls brutaler ausgedrĂŒckt. Ich lasse es vorerst mal so.
Ja, der Epilog ist noch drin, weil er mich viel MĂŒhe gekostet hat und ich ihn 5 Mal neu geschrieben habe. Ich war der Meinung, der Leser hĂ€tte noch ein bisschen mehr AufklĂ€rung verdient. Vor allem Arnos Schicksal ist gemein, denn seine berufliche Entwicklung bedeutet eigentlich eine Degradierung. Vielleicht hat das aber kein Leser so empfunden. ;-) Ich gehe nochmal in mich, ob ich ihn doch weglasse. LĂ€sst der Text dann aber nicht zu viele Fragen offen?
Auf jeden Fall habe ich mich gefreut, das gilt auch fĂŒr Thylda, wenn der Text einfach unterhalten hat.

Liebe Ciconia, es ist richtig, dass ich kein Konzept hatte, als ich die Geschichte zu schreiben begann. Ich hörte immer dann auf, wenn ich nicht mehr weiterwusste und ließ das Ende fĂŒr mich selbst offen. Das war dann auch fĂŒr mich spannend, Ă€hem. Auf jeden Fall hat es mich sehr beflĂŒgelt. NatĂŒrlich sollte der Leser auf eine falsche FĂ€hrte gelockt werden. Monika macht durchaus eine Entwicklung durch, denn am Ende ist sie ganz gewieft. Die Geschichte bleibt ein Mehrteiler und wird kein zusammenhĂ€ngender Text. Es hat einfach viel zu viel Freude gemacht, weiterzuschreiben. ,-)

Allen nochmals vielen Dank fĂŒr die Kommentare.
LG Doc

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USch
Guest
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Hallo Doc,
Konzept hin oder her - ist das wichtig? Entscheidend ist doch das Ergebnis!
Der Epilog: Ich weiß wie schwer es ist, kluge Gedanken loszulassen, aber der Text wĂŒrde bei Streichung fĂŒr den Leser meines Erachtens gewinnen, auch schon allein wegen seiner LĂ€nge. Mir gingÂŽs mit der Streichung des letzten Absatzes bei >Das Loch< gerade auch so.

Hallo Ciconia,
eine Straffung wĂ€re natĂŒrlich durchaus möglich. Doch ich finde die Geschichte in allen Teilen sehr unterhaltsam und sie wirkt so wie sie ist sehr spontan, was mir gut gefĂ€llt. Das liegt wohl auch am sukzessiven Prozess des Schreibens des Autors. Tun wir das nicht auch oft/manchmal. Oder wird nicht oft erst spĂ€ter ein Konzept draus. Manch konzeptionelle Geschichte kommt auch oft/manchmal sehr steif daher. Also, was sollÂŽs, ist doch egal WIE der Text entstanden ist.
LG euch beiden
USch

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