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Leselupe.de > Humor und Satire
Klaus
Eingestellt am 17. 07. 2004 16:10


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glasperlenspielerin
???
Registriert: Jun 2003

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Klaus

Klaus wusste am besten Bescheid, wie ernst es um Robert wirklich stand.

P├╝nktlich um sieben Uhr morgens stieg die Sonne fr├Âhlich leuchtend ├╝ber den Horizont und nur eine Viertelstunde sp├Ąter ergossen sich ihre warmen Strahlen in Roberts Wohnheimzimmer.


F├╝r den geneigten Leser sei kurz angemerkt, dass es sich beim hier erw├Ąhnten Robert um einen Langzeitstudenten der Philosophie, forensischen Psychologie, Sanskrit und Germanistik handelt; kurz einem modernen Oblomov. Sollte es jemanden geben, der sich unter "Oblomov" nichts und niemanaden vorstellen kann, so muss ich auf Lexika und dergleichen verweisen, denn ein literarhistorischer Exkurs w├╝rde zu sehr von unserem Helden Klaus ablenken.

Also:
P├╝nktlich um sieben Uhr morgens stieg die Sonne fr├Âhlich leuchtend ├╝ber den Horizont und nur eine Viertelstunde sp├Ąter ergossen sich ihre warmen Strahlen in Roberts Wohnheimzimmer.
Zuerst leuchtete die Decke in zartem Rosa auf, dann kroch das Licht langsam die W├Ąnde hinab, ├╝ber das "Keine Macht den Drogen.", Poster, das als Dartscheibe diente, und weiter ├╝ber leere Pizzakartons, mehrere Stummel von aufgerauchten Joints, bis hin zum dem K├Ąfig mit dem Hamster namens "Klaus."
Hier hat Robert ├╝brigens eine gro├če Chance verpasst, um weltber├╝hmt und eventuell auch relativ reich zu werden, denn dieser Hamster "Klaus" w├Ąre ein wahres Weltwunder f├╝r jeden Biologen gewesen, h├Ątte er ihn nur jemals einem gezeigt. Klaus war n├Ąmlich in der Lage, bis zu acht Monate ohne Hamster-Nahrung auszukommen und seinen Fl├╝ssigkeitsbedarf nur aus dem Ausnuckeln umgefallener Bierflaschen zu decken. Diese Ern├Ąhrungsgewohnheiten hatte er zwangsweise annehmen m├╝ssen, denn sein Besitzer hatte ihn schlicht und ergreifend vergessen. Nicht einfach so, wie man beispielsweise vergisst, seine Tante zum Geburtstag anzurufen, und sich dann zur Strafe zum hundertsten mal anh├Âren muss, dass man enterbt wird, oder wie man mal vergisst, samstags Lotto zu spielen, nein, er hatte diesen Hamster vor drei Jahren geschenkt bekommen, ihn in die Ecke neben seinem Bett gestellt und einfach...vergessen.
Dumm f├╝r Klaus war au├čerdem, dass Robert ihn auch nicht zur├╝ckgeben konnte, denn wer ihm diesen Hamster eigentlich geschenkt hatte und zu welchem Anlass, hatte er auch vergessen. In seiner Hamsterjugend, als es noch Futter und Wasser f├╝r ihn gab, w├Ąre Klaus nie der Gedanke gekommen, er m├╝sse sich mal von Bier und Pizza Funghi ern├Ąhren, doch das war ja mittlerweile alles halb so wild, denn vor einem Jahr hatte er auf seiner n├Ąchtlichen Suche nach Essbarem im Zimmer eine kleine T├╝te, mit gr├╝nen Pflanzen gef├╝llt, entdeckt.
Da dies die erste Pflanze seit ├╝ber zwei Jahren war, die er zu Gesicht bekam, lie├č er sein Hamsterhirn auf Hochtouren arbeiten, um sie zu ├Âffnen, es gelang ihm.
├ťbrigens - f├╝r Biologen w├Ąre sicher auch interessant gewesen, dass sich seine Denkleistung und die Anzahl seiner synaptischen Verbindungen um ein Vielfaches erh├Âht hatten.
Kein Wunder, bei dem, was er sich alles selbst beibringen musste, um ├╝berleben zu k├Ânnen.
So ├Âffnete er also diese seltsame T├╝te mit seinem selbst geschnitzten Messer, mampfte mit Hochgenuss den gr├╝nen Inhalt und bemerkte eine gewisse Hochstimmung, die sich nach und nach bei ihm einstellte.
Sehr zum Verdruss seines Besitzers, wie Klaus bemerkte, denn der machte sich am n├Ąchsten Tag murrend auf die Suche nach dem Inhalt "Wo ist denn mein Zeug, verdammt?", fand es jedoch nicht direkt und lie├č sich dann nach wenigen Minuten ersch├Âpft auf sein Bett fallen.
Und da es Robert zu anstrengend fand, im ganzen Zimmer nach seinem Gras zu suchen, bemerkte er nie die vielen leeren, durchsichtigen T├╝tchen im Hamsterk├Ąfig, aus denen sich Klaus mittlerweile ein Nest gebaut hatte.
"Selbstgeschnitztes Messer"(?) wird der kritische Leser denken. Ja! Sehr richtig! Klaus hatte sich ein Messerchen geschnitzt. Die Evolution liebt ab und an den Zickzack-Kurs. Unser Klaus hatte sich nicht nur "Werkzeug" zum ├ťberleben gebastelt, nein, er ├╝bte auch flei├čig das Gehen auf zwei Beinen. Zun├Ąchst geschah dies aus Langeweile, aber bald entdeckte er, dass sich die Wahrnehmung seiner Umgebung drastisch ver├Ąnderte und er die Vorderpfoten frei bekam. Nach dem Verzehr der gr├╝nen Pflanzen konnte es auch vorkommen, dass er in ekstatisches Tanzen verfiel.


Klaus jedenfalls schwebte an dem besagten Morgen um kurz nach sieben noch viel zu sehr in anderen Sph├Ąren, um die warmen Sonnenstrahlen im Zimmer zu bemerken, die immer tiefer hinab krochen und Robert schlie├člich an der Nase kitzelten und z├Ąrtlich seine Wangen streichelten.
Robert jedoch war kein bisschen kitzelig, und so schlief er bis halb elf.


Doch pl├Âtzlich ...

(c) g-ps-d
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flammarion
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he,

du kannst einen doch nich so in de luft h├Ąngen lassen!
wie geht die geschichte weiter?
lg
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Old Icke

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glasperlenspielerin
???
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fortsetzung

"klaus" ist nur eine episode aus einer l├Ąnger konzipierten story um robert, dem nonchalenten "loser" mit oblomov-mentalit├Ąt
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mirami
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Glasperlenspielerin,



ein vergn├╝glicher Lesegenuss ist deine Story. Ich jedenfalls habe mich k├Âstlich am├╝siert und wei├č jetzt warum mein Kater manchmal verkl├Ąrt l├Ąchelnd auf dem Tisch tanzt! ;-)

Ich fand es ebenfalls sehr schade, dass die Geschichte so pl├Âtzlich endete. Hoffentlich bekommen wir die Fortsetzung auch noch zu lesen.

Liebe Gr├╝├če
mirami

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glasperlenspielerin
???
Registriert: Jun 2003

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quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von mirami


ein vergn├╝glicher Lesegenuss ist deine Story. Ich jedenfalls habe mich k├Âstlich am├╝siert


damit habe ich mein ziel erreicht: dich, den leser, zum l├Ącheln zu bringen




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