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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART (L)
Kleener
Eingestellt am 03. 06. 2004 22:57


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AlexanderrednaxelA
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2004

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Kleener
(2000)

Ick seh dir noch mein dein‘ Ranzen um die Ecke preschen
Verfolgt vonner Meute johlender MĂ€dchen
Da warste v’leicht neun oder zehn oder so
Un wennde JlĂŒck hattest hamse dich nich jefunden
In dein kleen‘ Vasteck uffn Lehrerklo

Warst nie so der Held Kleener, n Weichei wohl eher
So’n lieba Bengel, bisschen kleen jeraten
WĂŒrdst noch wahnsinnig wachsen hab ick immer jemeint
Un wennde mal hinjefalln bist haste jeweint

SpĂ€ter haste dann anjefang‘ so komisch auszusehn
So wie die Spasten hier alle aussehn
Hast dir nich jeschĂ€mt mit Leute uff die Straße zu jehn
Die mir, deim Bruder, die Fresse poliert ham

Ick hab mir jedacht det jeht schon bald vorbei
Der janze MĂŒll da, mim Hitler undm drittn Reich
Un dat hier wat los is un man muss jetz wat tun
Ick hab mir jestritten mit dir un jesagt wat fĂŒrn Arsch bistn du
Mann du warst doch erst dreizehn un dein Blick war so weich

Haste det nich mehr ertragen im Spiejel
Wolltste keen Weichei mehr sein, wa
N harter Hund sein dem die Leute ausweichen wolltste
Der so Sachen sagt wie dass de dich hier noch als Deutscher fĂŒhln willst
EY!!-
HÀtte meen kleena Bruder dir ma zujehört, schreiend wÀr der wegjeloofen, schreiend
Aber meen kleener Bruder det warst ja du

Un dann diese Leute, Mann
Warst ja jarnich mehr zuhause
Bist jefahrn zu irjendwelche Treffen
Wo du un deine Affen dann
jegloobt ham sie machen janz toll Widerstand

Wat hat dir denn bloß jeritten Kleener
Da mit in dieset Dorf zu jehn
Un wieso warste grade da inner Mitte
Wo zwanzich von euch un zwanzich von denen stehn
Ick stell mir dein Kinderjesicht vor, völlich verzerrt
Stehste da un schreist rum, die solln jehn
Un wennse nich jehn wernse alle verjast
Un hĂŒpfst da rum mit dein‘ Einmetersechzich
Un weeßt doch so jar nich, watte da machst
Ick seh wie deine sojenannten Kameraden
In ihrer Hand mit sone Dinger spieln
Un seh wie die von jejenĂŒber aus ihre Taschen Messer ziehn

Ick stelle mir vor, wie ihr uffnander losjeht
un du stehst janz vorne
un du schreist rum
un du wirst gleich erwischt
un du fÀllst um! meen Kleener

Un du Arsch kommst mir immer mit deine Scheißmeinung an
Un jetz liegt dein Kopp da im Dreck un alle
Trampeln druff rum, un ick vermiss dir so, Mann!
Ick vermiss dir so, Mann!

Am Ende war allet so beschissen wie et vorher ooch schon war
Bloß von euch un von den‘ warn jetz nur noch neunzehn da
Der andre der liejen blieb, der hatte bestimmt ooch n Bruder
Und ne Mutter oder ne Schwester oder so
Die wissen janz sicher ooch nich wo se sich verstecken solln
Vor ihrn Schmerz, so wie ick det nich weeß
DafĂŒr, Kleener, jibs keen Lehrerklo

Weeßte wo ick jetz stehe; hier an deinen Stein
Da druff steht neunzehn-fĂŒmfunachzich bis neunzehn-neununneunzich
Un ick lese det un fang jedetmal an zu wein‘
Un du mit deine Scheißtheorien
Der kleene Steppke der allet weeß
Du liegst hier un ick wette
Du weeßt nich wieso de denn jetz jestorben bist
Un du weeßt ooch nich, Kleener, dass de mir fĂŒrchterlich fehls
Un dass ick nich mehr schlafen kann un nich mehr arbeiten jehn
Dass ick bei jeden Bengel uff der Straße
Mitn Eis inner Hand, n bisschen kleen jeraten
Dass ick da gloobe, Kleener, dich zu sehn.

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Profil
Lieber Alex,

nach lÀngerer Lupen-Abstinenz mal wieder nach dir geschaut. Und was lese ich? Einen wunderbaren Text lese ich mal wieder.

Es ist einfach Klasse, dass du die Dialektform gewĂ€hlt hast. Sie macht den Text leichtfĂŒĂŸiger und gleichzeitig noch eindringlicher. Und die Thematik.... Sowieso!

Ich habe laut gelesen und bin hie und da noch ĂŒber ein paar Kleinigkeiten gestolpert. Vielleicht guckst du noch mal?

Jedenfalls gibts von mir eine glatte 9.

__________________
Am jĂŒngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnĂŒtz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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