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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kleine Geheimnisse
Eingestellt am 25. 11. 2003 00:06


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mustafa
AutorenanwÀrter
Registriert: Oct 2003

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Kleine Geheimnisse

Jeder von uns hat dieses oder jenes kleine Geheimnis.
Bei manchen „kleinen Geheimnissen“ ist es besser, daß sie ein Geheimnis bleiben.
Andere jedoch „bringen einem zum LĂ€cheln“, wenn man sich daran erinnert.
Falls man sich erinnert!

Auch ich trage ein solches kleines Geheimnis seit diesen Urlaub in Paris mit mir rum.
Ich wollte einfach keinen Ärger mit meiner Freundin, deshalb verschwieg ich ihr mein kurzes Erlebnis, welches dann zu meinem kleinen Geheimnis wurde.

Schon die Planungsphase fĂŒr unseren trip nach Paris erwies sich als sehr schwierig.
Mein Gott, es war Paris – nicht Kalkutta. Ein paar Stunden mit dem Auto und wir waren da.
Nein, ich glaube, daß sie das eher als eine Weltreise plante.
Nicht einen ReisefĂŒhrer wĂ€lzten wir durch. Nein, um wirklich alles zu sehen besorgten wir uns verschiedene ReisefĂŒhrer. Mit dieser Logik, konnte ich gar nichts anfangen.
In jedem stand in anderen Worten immer dasselbe.
Schlimm war, daß ihre Planung kein Ende nehmen wollte. Es ging so bis zur Abfahrt.

Ihre Planung trug FrĂŒchte in ihr.
Den Louvre, Notre Dame, daß „berĂŒhmte Kaufhaus“ mit dem Cafe in der obersten Etage und wirklich vieles mehr hatten wir uns schon angesehen.
In Cafes voller Touristen machten wir halt und speisten so französisch wie nur Touristen speisen konnten. Ich erkannte meine ReisefĂŒhrer bei vielen Touristen wieder – und viele Touristen natĂŒrlich auch. Wir sahen uns alle dasselbe an und speisten alle in Ă€hnlichen Lokalen. Eben in jenen, die in den ReisefĂŒhrern besonders hervorgehoben wurden.

Abends war sie dann immer so mĂŒde, daß sie nicht mehr weggehen wollte.
Alleine losziehen, es wÀre ein Desaster geworden.
Die Hölle hĂ€tte sie mir heiß gemacht, wenn ich auch nur angedeutet hĂ€tte, alleine weggehen zu wollen.
„Dann zieh doch los, amĂŒsier dich. Brauchst dich auch nicht wieder blicken zu lassen. Entweder bin ich wieder in Deutschland oder ich werde mir allein, nach meinem Plan die Stadt ansehen. Mach doch was du willst“.
Den ganzen Abend hĂ€tte ich mir solche SĂ€tze anhören mĂŒssen, eben wenn ich auch nur angedeutet hĂ€tte, alleine was zu unternehmen.

Ich wollte die Stadt bei Nacht erleben. Durch enge, verwinkelte Gassen und schrĂ€ge Clubs wollte ich streichen. Das Rotlichtviertel mit seinen dunklen Kaschemmen, die wilden Parties bei Nacht – weggehen wollte ich und Menschen kennenlernen, die mir ihr Paris zeigen.
Das wollte ich.

Oh, meine Freundin wĂ€re ĂŒberallhin mitgegangen. Ja, jede Boutiqe hĂ€tten wir unsicher gemacht. Jedes Touristenereignis, irgendwelche Bootsfahrten an der Seine, Muschellokale und irgendwelche Nepplokale hĂ€tten wir mitgenommen. Zu wirklich jeder Schandtat wĂ€re sie bereit gewesen.

Aber nur bis elf. Das war die Zeit, in der sie immer ins Bett ging. Notgedrungenerweise war das die Zeit in der wir ins Bett gingen, um fit fĂŒr den nĂ€chsten Tag zu sein.
Um elf! Wer, außer ein paar Touristen, die so tun als wĂ€ren sie jedes Jahr in ihrer selben Traumstadt, geht um diese Zeit ins Bett?

Ich hatte einfach keine Lust auf dieses ganze organisierte Theater.

Hineinleben wollte ich mich in „mein Paris“.
Auf eigene Faust wollte ich die Stadt entdecken. Wollte durch Straße ziehen, ohne vorher zu wissen wo ich lande und was mich erwartet.
Doch der einzige Weg, den ich in diesen Tagen fĂŒr mich hatte, war der Weg zum Parkhaus.
Ab und zu mußte ich nach meinem Wagen sehen.

FrĂŒh am nĂ€chsten Tag brachen wir auf.
Genervt war ich schon, als meine Freundin die „to-do Liste“ mit mir durchgehen wollte. Wir machten sowieso das, was sie Wochen zuvor geplant hatte.
Depremierend war es, wieder einen Plan in der Hand zu haben, an denen AbhackkĂ€stchen waren. Als ob wir spĂ€ter Rechenschaft ablegen mußten, was wir alles gesehen oder nicht gesehen hatten.

Ein großes vollgeschriebenes Blatt hielt ich wie die letzten Tagen in den HĂ€nden.
SehenswĂŒrdigkeit um SehenswĂŒrdigkeit mit Metroverbindung waren fein sĂ€uberlich Zeile um Zeile notiert. Daneben ein KĂ€stchen, in welches ein Hacken kam, nachdem wir es uns angesehen hatten.

Nachmittags, nach vielen Stunden Fußmarsch und zig Metrostationen machten wir Rast in einem Muschellokal. Dieses stand auch in einem unserer ReisefĂŒhrer. Unter der Rubrik „Wo Pariser gerne essen“ hatte sie sich dieses Lokal besonders hervorgehoben.

Hunger hatten wir.
8 Stunden waren wir unterwegs. Nach einem Museum besuchten wir eben dieses Lokal. Es war ein gemĂŒtlich eingerichtetes Bistro mit einer Tageskarte von Fisch und Muschelgerichten. Wir setzten uns an den einzigen Tisch, der noch nicht von Touristen besetzt war.
Das war also laut unseren ReisefĂŒhrer, der Geheimtip in der Rubrik „wo Pariser gerne essen“!

An unserem Nebentischen saßen Deutsche, Spanier, Italiener. Selbst der Wirt sah nicht aus wie ein Franzose. Er war ein Algerier. Ich mußte ihn einfach fragen, woher er kam.
Meine Freundin bestellte sich einen Muschelteller. Ich hatte mehr Lust auf ein belegtes Brötchen mit MeeresfrĂŒchten.
Muscheln mag ich nicht besonders. Mir sind sie einfach zu schleimig. Vermiesen wollte ich meiner Freundin ihr essen nicht. Deshalb behielt ich dies auch fĂŒr mich.

Gott war ich froh, keinen Muschelteller nur aus wohlgefallen zu meiner Freundin bestellt zu haben.


SpĂ€ter, als wir an der Metrostation weiter zu unserem nĂ€chsten Etappenziel ziehen wollten, stellte sich bei meiner Freundin ein „Unwohlsein-GefĂŒhl“ ein.
Ihr wurde schlecht.
Warscheinlich vertrug sie die Muscheln nicht, die sie in dem „Szenetip-Lokal“ gegessen hatte. Ihr wurde so schlecht, daß wir unseren Plan aufgaben und zurĂŒck zum Hotel fuhren.
Ohne sich zu ĂŒbergeben erreichten wir nachmittags bei Sonnenschein unser Hotel.
Sie lag sich gleich ins Bett und wollte nur noch schlafen.


Viel konnte ich nicht fĂŒr sie tun.
Mir war nicht schlecht. Ich wollte noch etwas von diesem schönen Tag haben.
Ich schlug meiner Freundin vor, nach dem Wagen zu sehen. Vielleicht hatte ich etwas gegen Übelkeit in meinem Verbandskasten.

Ich wußte genau, daß ich keine Pillen gegen Übelkeit mit hatte.
Mein Gott, sie hatte was falsches gegessen. Oft ging es mir selbst so. Ihr war halt jetzt ĂŒbel.
Sollte ich deshalb auch im Hotel bleiben. Nein, jetzt war die Chance, das Hotel mit mehr Zeit fĂŒr mich zu verlassen.
Der Rest von diesem sonnigen Nachmittag war „mein“.

Ohne ein schlechtes Gewissen schlenderte ich „allein“ durch Straßen voller Menschen.
Endlich keinen Plan zu haben. Zum Teufel mit diesem idiotischen Besichtigungsprogramm.
Alles wirkte plötzlich so befreiend auf mich.

Losgelöst soltzierte ich in einem Obstladen und kaufte mir bei einem Araber einen Apfel.
„ObstlĂ€den gibt es an dieser Straße sehr viele“, dachte ich mir, als ich mit meinem angebissenen Apfel weiter die Straße entlangging.
Nach ca. 10 minuten Fußmarsch Ă€nderten sich die LĂ€den doch langsam.
Ich glaube, daß ein Elektronikviertel losging.
Viele Afrikaner hatten kleine LĂ€den mit kleinen Schaufenstern,
in denen allerlei gebrauchte Fernseher und Stereoanlagen ausgestellt waren.
Weg waren meine Obst- und GemĂŒselĂ€den. Die Straßen wurden nun kĂŒnstlich bunter durch die ganze Leuchtreklame, welches die Schaufenster bis ins letzte Eck ausleuchtete.

Die Menschen auf „meiner Straße“ gingen alle ihre Wege. Es waren keine Touristen zu sehen.
Komisch, ich fĂŒhlte mich sogar in diesem Augenblick ein wenig Französisch.
Ein Hemd und eine Jeans hatte ich an.
Ich sah aus, als ob ich hier in einem Obst und Elektroladen arbeiten wĂŒrde.
Ich wirkte auf jeden Fall nicht wie ein gehetzter Tourist mit einem ReisefĂŒhrer in der Hand.

Mir fiel auf, daß
Obst- und GemĂŒselĂ€den in arabischer,
GebrauchtelektrogerĂ€te in afrikanischer und das ĂŒbrige, wie die grĂ¶ĂŸeren SupermĂ€rkte,
in Franzöischer Hand waren.

Es war Leben um mich. Keine Geschichte aus vergangenen Tagen ĂŒber irgendwelche Menschen. Keine Geschichten von Heldentaten, keine DenkmĂ€ler und Museen.
Ich fĂŒhlte mich gut und war froh bemerkt zu haben, was um mich herum geschieht.
Durch unseren Plan ging das ganze „drumherum“, das eigentliche, was ich unter einem Urlaub verstand verloren.

Die Straße Ă€nderte wieder ihr Erscheinungsbild.
Die Schaufenster der LĂ€den wurden jetzt mehr durch „nackte Tatsachen“ dekoriert.
Sexshop an Sexshop, gemischt mit kleinen SupermÀrkten begleiteten mich meines unbekannten Weges.

Interessant war es, vor diesem und jenem Schuafenster stehen zu bleiben.
Sie waren alle sehr Ă€hnlich dekoriert. Pornofilme lagen meist auf einem dĂŒnnen rötlichen Stoff neben ein paar Handschellen und irgendwelcher Sexwundermedizin.
Der Gag waren die Gummipuppen. In allerlei AusfĂŒhrungen waren sie „aufgeblasen“ anzusehen.
FĂŒnf AusfĂŒhrungen von der kleinen Blonden bis zu kleinen Schwarzen. Alle hatten sie große BrĂŒste und Luftballon-Gesichter. Die Gesichter sahen aus wie schlecht gezeichnete Comics.
Alle hatten sie riesen MĂŒnder. Teilweise waren in den MĂŒndern der Luftballonfrauen kleine Saugmaschinen eingesetzt.
Nicht ganz mein Ding.
Ich hol mir lieber so einen runter. Aber interessant anzusehen.

Die Gegend wirkte irgendwie verruchter.
Ich fĂŒhlte mich wohl.
So schlenderte ich Schaufenster an Schaufenster, bis ich an ein noch Àlteres GebÀude kam.
Die Gegend war schon mehr heruntergekommen, als die, die ich bis jetzt so gesehen hatte.
Vor dem GebĂ€ude blieb ich stehen. Es mußte frĂŒher eine Vorhalle von irgendetwas großem gewesen sein. Vielleicht war es einmal ein Kino?
Jetzt, so schien es mir, war es ein Stripteaselokal.
Ein recht heruntergekommenes Stripteaselokal.
Der Gedanke, reinzuschauen, reitzt mich sehr. Rechts und links neben dem Eingang waren GlaskÀsten mit Bildern von irgendwelchen nackten Frauen..

Es waren Frauen zu sehen, die ĂŒberhaupt nicht mein Typ waren.
Halbnackte Frauen, die in irgendwelchem Fummel einfach furchtbar auf diesen Fotos aussahen.
Quer ĂŒber den Fotos war eine Aufschrift, auf der stand: „every 30min LIVE-NUDESHOW“.
Das regte dann noch mehr meine Aufmerksamkeit.
Ein aller roter LĂ€ufer lag vor der EingangtĂŒr und zeigte Richtung Straße.
Der Laden wirkte so, als ob es schon mal wesentlich bessere Tage gesehen hatte. Dies ganze „drumherum“ fand ich sehr anrĂŒchig. Noch einmal ĂŒberlegte ich mir reinzugehen.
„Auf ein Bier. Wieso nicht!“ dachte ich mir, als ich auf dem roten LĂ€ufer Richtung EingangstĂŒr schritt und die TĂŒr öffnete.

Dunkelheit und Rauch schlug mir als erstes entgegen. Recht rasch gewöhnten sich meine Augen auf dieses neue Licht.
In gedĂ€mpften Rot erkannte ich mehrere Sitzgelegenheiten. 7 bis 8 Tische mit PlĂŒschsofas standen verteilt im Raume rum. In der Mitte vom Raum war ein kleiner Laufsteg mit einer Stange. Neben dem Eingang war die Bar.
Eine Bedienung kam auf mich zu. In Englisch, wollte ich von ihr wissen, wann die Show losgehe. „Bald“ bekam ich zur Antwort, als ich mir ein Bier bestellte.

Wenige Menschen waren um mich herum.
Die Bardame und ein paar Frauen standen rum und unterhielten sich.
Es störte mich, allein hier zu sein.
Die Menschen, die hier waren, gehörten irgendwie zu Laden. Warscheinlich sind daß die TĂ€nzerinnen, dachte ich mir, als mich eine wirklich furchtbare Frau ansprach.
Wie soll ich sie nur umschreiben. Also, sie war absolut nicht mein Typ.
Vielleicht 1,50m groß. Super Fett. Vom Geruch her ĂŒberdeckt sĂŒĂŸlich. Irgendein billiges Deo scheiterte an ihr, sie roch wiederlich SĂŒĂŸ und furchtbar nach Alkohol.
Diese Frau stand plötzlich neben mir und lallte irgend etwas in französisch, welches ich nicht verstand.


Ich entfernte mich schnell von dieser Frau, und saß mich an einen Tisch.
„Nur nicht umdrehen“, dachte ich mir. Ich hatte keine Lust mit dieser Frau auch nur ein paar Worte zu wechseln.

Doch sie ließ nicht locker. Ich roch schon hinter mir ihren Schweißgeruch. Jetzt saß sie neben mir und schrie der Bedienung irgendetwas zu. Mich redete sie mit irgendetwas zu, was ich nicht verstand.
Ich wollte schon aufstehen und mich woanderhin setzen, als die Bedienung mit einem Glas Sekt ankam.
„Gott, ich gerate gerade in einen ganz großen Schlamassel!“, dachte ich mir, als ich ihr in Englisch versuchte zu erklĂ€ren, daß ich mir schon die Menschen aussuche, die ich zu einem GetrĂ€nk einlade. Sie, zĂ€hlte bestimmt nicht dazu.
Das alles nutzte herzlich wenig.
Sie trank ihr Glas aus, stand auf und verpisste sich.
Die StripteaseauffĂŒhrung ging immer noch nicht los.
Nur noch raus wollte ich aus diesem Schuppen.
Ich winkte die Bedienung her, und wollte die Rechnung. So ging sie wieder von mir.
Ich wollte nur noch raus aus diesem Scheißladen.

Doch noch war ich drinn. Hinter der Bar war noch eine TĂŒre. Diese ging auf, und ein etwa 40jĂ€hriger, tĂ€towierter 2,10große ZuhĂ€ltertyp mit furchtbar dummen Augen brachte mir die Rechnung. 810 France fĂŒr ein Bier......

So stand er vor mir und wollte ganz selbstverstÀndlich abkassieren.
In Englisch wollte ich wissen, wie diese „Mamutrechnung“ zustande kam.
Getrunken hatte ich nur ein Bier.
Da wurde er schon ungemĂŒtlicher. Zornig warf er mir einen Blick zu
und hielt seine Hand auf. Er wollte das Geld.
Da wurde ich auch ein wenig trotzig. Egal, was das fĂŒr ein Berg Mensch war.
WĂŒtend war ich, ließ es mir aber nicht so anmerken.

Den Umstand zuzuschreiben, daß kein Gast im Lokal war, wurde er plötzlich sehr laut.
In französisch schrie er mir etwas zu. Ich verstand kein Wort.
Colerisch rannte er hinter die Bar, und kam knallrot im Gesicht angelaufen mit einem Schlagring in seiner Hand zurĂŒck.
So stand er nun vor mir. Drohend, flĂŒsterte er mir irgendetwas zu.
Mein Gott, wieder so ein irrer. Gut, daß meine Freundin weit, weit weg war.
Weniger gut war, daß ich mehr Geld als sonst mit hatte.
Und am schlimmsten war, daß ich vielleicht jetzt ausgeraubt wurde.

Jetzt wurde dieser Berg von Mensch noch lauter. Er riß mich hoch und packe mich am Hemd.
Wieder schrie er mir etwas zu. Bevor ich alles registrierte, machte es einen donnernden Schlag, mitten in meinem Gesicht, und ich lag mit einem bösem Auge am Boden.

So stand der Abkassierer vor mir und gestikulierte mit den HĂ€nden, daß ich meine Kleidung ausziehen sollte. Ich verstand nicht, wieso die Kleidung. HĂ€tte ein „her mit deiner Brieftasche nicht gereicht?“ Schon hatte ich wieder einen stechenden Schmerz. Diesmal im Bauch.
Mein „auf die Beine kommen“, dauerte ihm wohl zu lange und er trat mich. Kaum Luft bekam ich, als ich vor ihm stand.

Die dicke Frau von vorhin stand nun daneben. Der Typ wollte, daß ich ihm mein Hemd, meine Hose und meine Schuhe gab.

So zog ich mich in einem Stripteaseschuppen aus, und warf ihm mein Hemd und meine Hose zu. In Shorts stand ich nun im Laden.
Mein Gott, war mir das peinlich. Er durchsuchte meine Hose nach Taschen und zog meine Brieftasche raus. Shit, um die 500 france mĂŒĂŸte ich drinn gehabt haben.
Das Geld nahm er raus. Dann durchsuchte er meine Schuhe.

Was sollte ich da sagen. Mein Auge und mein Bauch taten mir weh.
Dieser Mensch sah mich dann grinsend an, riss die EingangstĂŒr auf und war meine Sachen auf die Straße.
Wieder spĂŒrte ich seine Arme, als er mich Richtung Ausgang dirigierte.
Auf der Straße lag ich dann, neben meinen Sachen.
Ich sammelte meine Sachen ein und zog mich am Eingang wieder an.
Einige FußgĂ€nger sahen mich an, liefen aber dannn doch weiter. Gott war ich froh, daß niemand stehenblieb.

„Endlich draußen. Was fĂŒr ein Arschloch.Zum GlĂŒck hatte er mir die Brieftasche auch hinterhergeschmissen. Dachte ich mir.
Meine Freundin durfte nichts von alldem erfahren.
Sie hÀtte gleich ihre Sachen gepackt und ich hatte schon genug Stress gehabt.
Nein, sie durfte einfach nichts davon erfahren.

Ich lief meinen Weg zurĂŒck Richtung Hotel. Die Magie der Straße war verloren. Die LĂ€den wirkten nun auch so grau.
Anderes hatte ich im Kopf, als ich am EC-Automaten einer Bank, so um die 500 France abhob, einen Teil unserer Reisekasse.

In einem Cafe machte ich mich wieder einigermaßen frisch und trank noch ein Bier.

Meiner Freundin erzĂ€hlte ich anschließend, daß ich mir mein Auge anstoß, wĂ€hrend ich nach ihren Tabletten suchte. Ein dummer Zufall. Zum GlĂŒck nahm sie mir das ab.
Der Umstand, das wir frĂŒh zu Bett gingen, kam mir dann an diesem Tag ganz gelegen.
Das nahm sie mir dann auch ab.

Am nĂ€chsten Tag, ging alles wieder in seinen gewohnten Bahnen. FrĂŒhmorgens standen wir auch und machten uns auf. Einen Tag hatten wir ja fast verloren. Es gab noch viel zu sehen...
Sanft wie eine Katze nahm ich die Tortur, geplagt wegen meines schlechten Gewissens die nÀchsten Tage hin.

Jetzt im nachhinein muß ich grinsen und stelle mir vor, daß es doch ziemlich verrĂŒckt war.
VerrĂŒckt auch, es niemanden erzĂ€hlt zu haben, nachdem wir zurĂŒck aus Paris waren.
Wem hÀtte ich es auch erzÀhlen können...
Es war mein kleines Geheimnis.

Jetzt , nach Jahren ist es eine schöne Erinnerung.
Schön, weil es ĂŒberstanden und eine Erfahrung ĂŒbriggeblieben ist.
Seitdem war ich nie mehr in einem Stripteaseschuppen...

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jon
Foren-Redakteur
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Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
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Wo bitte findet das "schön" dieser "schönen Erinnerung" statt?
Was hat der Ausrufe-Satz "Falls man sich erinnert!" fĂŒr eine tiefere Bedeutung in dieser Geschichte?

Viel zu viel Vorrede – ehe das "schöne Ereigniss" beginnt, ist der Text schon halb rum.
Viel zu oft eine merkwĂŒrdig „hoppelnde“ Aneinanderreihungen von SĂ€tzen, die in Wirklichkeit das selbe aussagen. Auch in den SĂ€tzen „hoppelt“ es oft durch die (in ihrem Sinn nicht ganz nachvollziehbare) Verdrehung der ĂŒblichen Satzstellung.
Zu oft „Schlaufen“ – meint: die (in ihrem Sinn nicht ganz nachvollziehbare) Wiederholung von schon mal Gesagtem.
Zu viele Rechtschreibfehler, um sie unter "passiert schon mal" abbuchen zu können.


davon mal ganz abgesehen: Der Typ (der hier als Ich-ErzĂ€hler auftritt) kann einem nur leid tun – er hat offenbar ein beinahe krankhaftes VergnĂŒgen am "sich dreckig fĂŒhlen" und daran, andere an diesem GefĂŒhl teilhaben zu lassen.

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
Kommentare: 977
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Hallo Mustafa,

mir hat deine Geschichte sehr gefallen,
zeigt sie doch, wie unterschiedlich die Vorstellungen einer Reise oft sind und wie wenig sich der Mensch mit seiner Meinung durchsetzen kann.
Ja, ein wenig Freiheit muss sehr schön sein, wenn man sie sich heimlich nehmen muss. Sie wird zum Abenteuer an das du lange zurĂŒckdenken wirst.

Vielleicht etwas viele Rechtschreibfehler und den Anfang etwas kĂŒrzen. Sonst nicht schlecht!

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