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Leselupe.de > Gereimtes
Kleine Wespe, große Wirkung
Eingestellt am 26. 01. 2005 18:30


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Anne-Marie Zuther
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Kleine Wespe, große Wirkung


An einem Montag im August,
da hatte eine Wespe Lust
auf Marmelade oder Kuchen,
drum wollte sie ihr Glück versuchen
und flog beherzt mit viel Elan
geradewegs zur Autobahn.

Dort gab’s, was sie so gerne wollte:
Ganz nah an ihr vorüberrollte
ein Sattelzug mit süßer Last.
Die Wespe hatte schnell erfasst:
Das Schicksal war ihr wohlgesinnt,
und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Sie fand den Weg in’s Führerhaus,
stach dort den Fahrer, der – oh Graus –
vor Schreck das Lenkrad fahren ließ,
das Fahrzeug an die Planken stieß
und kippte mit der Ladung um,
zerbrochen lag sie nun herum.

Die Wespe dachte sich: "Wie schade
um all’ die Gläser Marmelade!
Für mich hätt’ eines auch gereicht,
davon ernährte ich mich leicht
mein ganzes Wespenleben lang,
zuviel davon macht mich doch krank,
und übermäßig Süßes tut
der Wespentaille auch nicht gut!"

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Das Schicksal war ihr wohlgesinnt,
und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Das Schicksal war ihr wohlgesonnen
und wer nicht wagt, hat nicht gewonnen.


Liebe Anne Marie,
bis auf die obigen zwei Zeilen kann ich nüscht zum
Meckern finden- im Gegenteil, ich finde Dein Gedicht
einfach bezaubernd

Das Blaue ist die grammatikalische Verschlimmbesserung

Liebe Grüße
Klopfstock

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Anne-Marie Zuther
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Hallo Klopfstock,

Deine Verschlimmbesserung, oder viel mehr Deine Bewertung hat jedenfalls große Wirkung gezeigt und mich zum Erfolgs-Autor befördert. Ich bin beeindruckt und freue mich sehr darüber und noch mehr dass Du mein Gedicht bezaubernd findest, denn ich hatte eine mehrwöchige Schreibflaute, die ich jetzt hoffentlich überwunden habe

Herzliche Grüße
Anne-Marie

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LuMen
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gesinnt - gesonnen?

Hallo Anne-Marie,

Du hast Dir da eine sehr nette Reimgeschichte ausgedacht! Sie enthält nur einen Fehler, an dem Du aber nicht Schuld bist. Klopstock hat diesmal - ausnahmsweise - Unrecht. "Wohlgesinnt" ist richtig, "wohlgesonnen" falsch. Das ist ein häufiger, man kann schon sagen "gebräuchlicher" Fehler (s. Großer Duden, sprachliche Zweifelsfälle): Gesonnen bedeutet "gewillt sein, willens sein", z. B. muss es heißen, "ich bin nicht gesonnen, das zu tun" (nicht "gesinnt"). Gesinnt bedeutet dagegen, eine bestimmte Gesinnung haben, also jemandem gleichgesinnt, gut gesinnt oder eben auch wohlgesinnt sein. Das meinst Du in Deinem Gedicht.

Nichts für ungut, liebe Irene, ich mache auch mal Fehler, denn Deutsch ist ja eine schwierige Sprache (selbst für Deutsche). Euch beiden wünscht ein schönes Wochenende

LuMen, der Sprachfreund

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Anne-Marie Zuther
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Hallo LuMen,

die deutsche Sprache steckt voller Überraschungen. Ich bedanke mich für's Nachschauen im Duden und für die Erklärungen und werde die 2 Zeilen wieder in ihren Urzustand zurückversetzen.
Ausgedacht habe ich mir die Geschichte allerdings nicht. Kaum glaublich, aber wahr: Es passierte im letzten Sommer auf einer deutschen Autobahn. 15 Tonnen Marmeladengläser gingen zu Bruch, der Sachschaden belief sich auf 100.000 Euro, der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. Ob die Wespe tatsächlich zugestochen hatte oder ob der Fahrer in Panik war, um sich schlug und dabei den Lenker losließ, weiß ich nicht...

Liebe Grüße
Anne-Marie

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Zeder
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Noch ein paar kleinere Anmerkungen von mir (insbesondere zur Optik des Textes):


Kleine Wespe, große Wirkung

An einem Montag im August,
da hatte eine Wespe Lust
auf Marmelade oder Kuchen,
drum wollte sie ihr Glück versuchen
und flog beherzt mit viel Elan
geradewegs zur Autobahn.

Dort gab’s, was sie so gerne wollte,
es nah an ihr vorüberrollte:
Nen Sattelzug mit süßer Last.
Die Wespe hatte schnell erfasst:
Das Schicksal war ihr wohlgesinnt,
und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Sie fand den Weg in’s Führerhaus,
stach dort den Fahrer, der – oh Graus –
vor Schreck den Lenker das Lenkrad fahren ließ -
das Fahrzeug an die Planken stieß -
und kippte mit der Ladung um,:
Zerbrochen lag sie nun herum.

Die Wespe dachte sich: „Wie schade
um all’ die Gläser Marmelade!
Für mich hätt’ eines auch gereicht,
davon ernährte ich mich leicht
mein ganzes Wespenleben lang,
zuviel davon macht mich doch krank,
und übermäßig Süßes tut
der Wespentaille auch nicht gut!“

__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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