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Leselupe.de > Ungereimtes
Kleiner Sommernachtstod
Eingestellt am 27. 02. 2004 16:22


Autor
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Romancier
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2004

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Kleiner Sommernachts-Tod

Vielstimmiges Lachen sonnenwarmer G├Ą├čchen.
Noch atmen sie Sp├Ątsommerschw├╝le.

Cafes dr├Ąngen nach drau├čen - fluten die Piazzas mit Gastlichkeit.
Windlichter an den Bistrotischen locken sch├Âne Menschen an.

Fr├Âhlichkeit, die sich an romanischen Mauern bricht.
Sommer in der Stadt.

Schal schmeckt sie, die Heiterkeit der Gassen - schal wie der Strawberry Daikiri auf dem hintersten der Bistrotische.
Das Eis - es ist geschmolzen. Das Rot der Erdbeeren hat einen Stich ins Gr├Ąuliche.

Der Schl├╝ssel zittert ├╝ber dem Marmorplattenimitat. In UNSERE Wohnung f├╝hrt er nicht - nicht mehr.
Seine CDs (die fliegenden) beleidigen nicht die stilvolle Eleganz furnierter Zedernholzregale (mein ganzer Stolz) - nicht mehr.

Ich finde Bach wieder und auch Vivaldi (lange verschollen - irgendwo unter Uns├Ąglichem).
A-Dur klingt wie E-Moll - Die Suche nache der Frau beginnt, die ich einst war.

Ich kann mich nicht mehr finden. Zu lange waren wir verschwei├čt.
Das Trennen Siamesischer Zwillinge birgt immer noch Gefahren, warnen die Ärzte.

Zumindest einer - der Schw├Ąchere - stirbt.

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Lord-Barde
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2004

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Ja, so ist es wohl....

als fehle ein ganzer Teil, von einem selbst.
Wo ist er geblieben? Es kann durch nicht
nur der Andere gewesen sein.
betroffen
der Lord-Barde
__________________
Mensch werden ist eine Kunst (Novalis)

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Romancier

Zwei Teile hat dein Text, wie auch meine Eindr├╝cke hier zweigeteilt sind und ebenso die Ebenen des Lesens.

Zuerst las ich, die Stimmung f├╝hlend, die er f├Ąhig ist, zu malen.
Und da finde ich den ersten Teil schon ziemlich gut.
Die Beschreibung des Sommers im Stra├čencafe ist gelungen und f├╝hrt mich zu ├Ąhnlichen Erlebnissen in der Vergangenheit.

Dann leitest du weiter auf den kleinen Tod in dir (lyrisches DU) und offenbarst jene Wahrheit, der zufolge der Text schw├Ącheln muss, sobald man nicht gen├╝gend Abstand wahrt zur eigenen Zerrissenheit.

Die Klammern sind dabei nicht das Einzige, was st├Ârt.
Das Zedernholz und die CDs lassen mich zweifeln an der Tiefe deiner Trauer.
Ein Schmerz kann nicht so tief sein, solange ich in ihm w├╝hlend immer noch wei├č, dass Regale mein ganzer Stolz sind.

Zumindest einer - der Schw├Ąchere - stirbt.

Er muss sterben, sonst kann nichts Neues entstehen. Alles andere w├Ąre Flickschusterei.

Spontane Eindr├╝cke nach Lekt├╝re des Sommernachtstodes verbunden mit einem Willkommen auf der Lupe und der Ermutigung zum Weitermachen.

Lotte Werther

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Romancier
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2004

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Hallo Lord-Barde,

freut mich, dass mein Gedicht dich betroffen macht - so war es gedacht ;-) ...

Hallo Lotte Werther,
danke f├╝r dein Willkommen und deine Anmerkungen. Was ich schaffen wollte ist eine seelische Zustandsbeschreibung nach einer Trennung. Der Versuch einer Bestandsaufnahme (was ist gewonnen, was verloren, wie f├╝hle ich mich damit, wer bin ich? ...). Der halbherzige Schritt hinaus ins Leben (ins Cafe - allein) - Und das doch-nicht-Loslassen-k├Ânnen. Der subjektiv gef├╝hlten Trauer (Trennungsschmerz) steht die Ratio entgegen (seine CDs contra meine Zedernholzregale, zeigt: wir haben nicht zusammengepasst-es w├Ąre nicht gutgegangen)
Der Schluss: Die Hoffnung, stark genug zu sein, sich neu zu definieren lernen.

Anyway: W├Ąr alles das so r├╝bergekommen, dann w├Ąr ich wohl der perfekte Dichter ... und nicht nur ein Freizeitschreiberling

Gr├╝├če,
Romancier

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