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Leselupe.de > Ungereimtes
Kloster in der Nachbarschaft
Eingestellt am 21. 04. 2005 07:53


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Vera-Lena
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Kloster in der Nachbarschaft
Eine Anekdote

Dort unten spricht die Klosterfrau
wortgenau
das Herzgebet
wie es auf dem Papiere steht.

Dich, G├Âttergleicher, bitte ich
flehentlich
um die Parabel:
Von Haar bis Fu├č, dazwischen Nabel.

Dein Auge trinkt von meinem Mund.
Es bleibt kein Grund
f├╝r meine Bitte,
sie wird erh├Ârt von deiner Mitte.

Verr├Ąterisch dringt vom Balkon
ein seufzend Ton
ins Herzgebet.
Die Nonne ins Gem├Ąuer geht.






__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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rosste
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Liebe Vera-Lena,
Der sch├Âne Wunsch: "Von Haar bis Fu├č, dazwischen Nabel." gef├Ąllt mir sehr gut.
Der ist reif, offen und modern sogar und steht nicht so in den dicken Gebetsb├╝chern.
"wie es nicht in der Bibel steht" finde ich daher passender als
"wie es auf dem Papiere steht."
Der Grund f├╝r die Bitte ist doch noch da, es gibt nur keinen Anlass mehr - sie wird erh├Âhrt.
Der letzte Vers zeigt sehr sch├Ân die Einsamkeit, Sehnsucht und Zwiesp├Ąltigkeit der "Gottesdienerin".
seufzend soll es heiβen.
LG

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Vera-Lena
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Lieber Stephan,

da hatte ich doch wieder einen Tippfehler drin. Na sowas! Danke

Das Herzgebet (ich bin nicht katholisch) habe ich aus dem Buch: " Aufrichtige Erz├Ąhlungen eines Russischen Pilgers". Ich habe das Buch verschlungen.

Ich glaube nicht , dass der Text des Gebetes in der Bibel w├Ârtlich steht. Wo er nun genau steht, wei├č ich aber nicht.

Was die Nonne empfindet, zu interpretieren, steht jedem frei.

Ich habe absichtlich alles vermieden, was in die letzte Zeile eine Deutung hineinlegen k├Ânnte.

Wenn man das Ganze sehr gro├čz├╝gig betrachtet, so k├Ânnte man sagen, dass da zwei Formen der Verehrung nebeneinander berichtet werden.

Aber nat├╝rlich l├Ąsst sich auch eine Menge hinein interpretieren, das wei├č ich schon auch.

Danke, dass Du wieder so sorgf├Ąltig gelesen hast und mir Deine Gedanken mitteilst. Grund und Anlass habe ich in diesem Falle gleich gesetzt. Der Grund ist nat├╝rlich ein immerw├Ąhrender.

Ein wundersch├Ânes Wochenende w├╝nsche ich Dir.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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San Martin
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Gef├Ąllt mir gut, Vera-Lena. Die unterschiedliche Zeilenl├Ąnge verleiht dem Gedicht etwas von der eigenen und eigenwilligen Dynamik, die Brecht oder Rilke ihren Werken zu geben vermochten.

Nur diese Punkte st├Âren mich: der Rhythmusbrecher "auf dem Papiere", das "seuzfend" und ganz besonders die Stellung des letzten "geht".

2 kleinere Vorschl├Ąge: Strophe 2 & 3 in Anf├╝hrungszeichen setzen, und statt "Dein Auge trinkt schon meinen Mund" "Dein Auge trinkt von meinem Mund" - das w├╝rde vom F├╝llwort "schon" befreien.

Statt "auf dem Papiere" k├Ânnte ich mir "in den B├╝chern" vorstellen. "Seufzend" passt an der Stelle, wo es steht, inhaltlich hervorragend, weshalb ich keine ad├Ąquate Ersetzung anbieten kann.. "Seufzerton"? Zuallerletzt finde ich "Die Nonne ins Gem├Ąuer geht" wegen der Satzstellung ├╝berarbeitungsw├╝rdig. "worauf sie ins Gem├Ąuer geht" w├Ąre eine schnelle Abhilfe, falls du dort etwas tun m├Âchtest.

Martin
__________________
"I still can remember the way that you smiled on the fifth day of May in the drizzling rain."

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Vera-Lena
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Lieber Martin,

danke f├╝r Deine Anregungen!

"Auf dem Papiere" ist mir inhaltlich wichtig im Kontrast zu den beiden lebenden Personen auf dem Balkon. Nicht das ich sagen will, dass ein Gebet etwas "Papierenes" h├Ątte, ganz im Gegenteil, wenn es gesprochen wird hat es eine gro├če Kraft, aber eben nur dann.

Die Nonne verhilft diesem Text zum Leben, der f├╝r die meisten Menschen nur auf dem Papiere steht.

"Auf dem Papiere" ver├Ąndert weder Rhythmus noch Silbenzahl, wenn ich das richtig sehe. Vielleicht ├╝berpr├╝fst Du es noch einmal.

Dein Auge trinkt "von" meinem Mund, finde ich gut, weil das Auge ja die Bitte von den Lippen abliest. Das werde ich dankbar ├╝bernehmen.

Ein seufzen(der) Ton, solche Verk├╝rzungen kann man in lyrischen Texten durchaus benutzen, denke ich.

Danke auch f├╝r Deine ├ťberlegungen zur letzten Zeile.

Ich habe das extra so geschrieben. Warum die Nonne ins Gem├Ąuer geht, diese Schlussfolgerung wollte ich unbedingt dem Leser ├╝berlassen.

Es gibt doch viele Gr├╝nde, warum sie gegangen sein k├Ânnte, es muss ja nicht wegen des Seufzens gewesen sein. Deswegen wollte ich die leicht ungewohnte Satzstellung gerne hinnehmen.

Danke f├╝r Deinen ausf├╝hrliche Kommentar!

Dir noch einen sch├Ânen Abend.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena


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San Martin
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Du hast recht mit der Silbenanzahl und dem Rhythmus bei "wie es auf dem Papiere steht". Die anderen 4. Zeilen sind auch jambisch. Ich habe es anders gelesen, weil ich in normaler, d.h. prosaischer Aussprache, das "wie" betont h├Ątte statt des "es".
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Vera-Lena
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Lieber Martin,

vielleicht erinnerst Du Dich, wir beide hatten schon einmal eine Unterhaltung unter einem meiner Texte wegen der Betonung. Auch hier ist es eigentlich wieder so, dass die ersten f├╝nf Silben in der vierten Zeile der ersten Strophe gleichm├Ąssig betont werden k├Ânnen. Solche Dinge merkt man erst,wenn man den Text laut liest.

Danke f├╝r Deine nochmalige R├╝ckmeldung!

Dir einen sch├Ânen Fr├╝hlingssonntag!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena


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