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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Knochenbrecher im Feld
Eingestellt am 27. 10. 2006 22:50


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dubidu
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Nach zwei verlorenen Weltkriegen forderte die tief entt├Ąuschte deutsche Massenseele den modernen Soldaten. Aus der Asche stieg Phoenix, der Staatsb├╝rger in Uniform. Der deutsche Soldat sollte von nun an zwei Herren dienen: zum einen Luzifer, dem in beiden Kriegen durch Gehorsam, Kampfkraft und Todesverachtung bereits tatkr├Ąftig gehuldigt wurde und zum anderen dem Erzengel Michael mit den neuen deutschen Tugenden Edelmut, Vertrauen und Treue.

W├Ąre der Menschenpark bereits erfunden gewesen, man h├Ątte diesen uniformierten Staatsb├╝rger geklont. Nun, es war nicht m├Âglich und so existierte diese Kunstfigur nur im schlechten Gewissen des deutschen Bildungsb├╝rgers.

Ist diese Ehe zwischen zwei Gegens├Ątzen ├╝berhaupt m├Âglich? Nein, denn entweder triumphiert der Engel oder sein gefallener Bruder; dieser Glaubenskrieg ist vergleichbar mit dem Aufeinandertreffen eines Wellentals und eines Wellenbergs (in der Quantenphysik); es macht plopp und beide Ehepartner l├Âsen sich im Nichts auf.

Trotzdem wurde Westdeutschland vom Rosenkrieg verschont. Es gab weder Eins├Ątze im Inneren - das hatten die Gr├╝nderv├Ąter in weiser Voraussicht verhindern k├Ânnen - und es trat auch nicht der Verteidigungsfall ein. Im Osten funktionierte es nicht ganz so gut, allerdings wurde der uniformierte Staatsb├╝rger dort auch nicht nachgefragt.

Und heute: da spielen deutsche Soldaten im Ausland Krieg mit Totenk├Âpfen und die deutsche Mittelschicht sitzt mit Bier und Chips - die Oberschicht mit Sekt und Kaviar - in der ersten Reihe und schauen emp├Ârt zu.

Ich glaube, hier liegt ein Missverst├Ąndnis vor. Den salomonischen Staatsb├╝rger in Uniform kann und wird es nie geben! Die zum Gro├čteil aus der Unterschicht rekrutierten Kampfmaschinen wollen Spa├č haben. Animiert und geschult aufgrund langj├Ąhriger virtueller Kriegserfahrung am PC, an der Playstation oder am Gameboy wollen sie endlich siegreich gegen den realen Feind ziehen, der unsere bundesdeutsche Grenze bedroht.

Und die pikierte deutsche Mittel- bis Oberschicht r├╝mpft die Nase. Weil sie nichts kapiert!
Man kann nun mal nicht gleichzeitig Luzifer und Gabriel dienen!

Die Soldaten haben Angst und Langeweile. Und sie verhalten sich menschlich allzu menschlich in einer Ausnahmesituation, die ich keinem Menschen w├╝nschen m├Âchte.


__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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bonanza
Guest
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essayistisches stammtischgelaber, wie es mir gef├Ąllt!

bon.

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dubidu
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Essayistisches Stammtischgelaber

Lieber bon,

Essayistisches Stammtischgelaber ist genau der Begriff, den ich gesucht habe, ja der Begriff, der genau das trifft, was ich da fabriziert habe. Dem Volke aufs Maul geschaut, popul├Ąre Meinungen gesammelt, einmal herumger├╝hrt und dann in eine Form gebracht.

Danke f├╝r den Tipp,
gez. das dubidu,
Arrogantester Wichtigtuer Lupaniens
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dubidu
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Liebe Hanna,

genauso sehe ich das auch: es ist sehr schwierig auf der einen Seite Kampfmaschinen zu erziehen und auf der anderen Seite den "Staatsb├╝rger in Uniform" zu verlangen. Das schlie├čt sich fast gegenseitig aus. Dennoch bin ich der Ansicht, lieber knychen, dass dieses hehre Ideal durch Erziehung und Bildung erreicht werden kann. Und es ist auch m├Âglich, von der Unterschicht in die Mittelschicht oder Oberschicht aufzusteigen, lieber knychen. Wer die "Schichten" negiert, dem empfehle ich die Bilder des Berliner Malers Zille. Wenn du glaubst, dass ich ein Kastenbewusstsein propagiere, lieber knychen, dann hast du mich missverstanden. Ich analysiere und werte und freue mich sehr, wenn Unterschichtler aufsteigen, aber ich bin sicher, dass wir die Schichten nicht ohne die Menschen abschaffen k├Ânnen. Das ist ein gro├čer Unterschied.

Liebe Gr├╝├če
gez. das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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knychen
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vielleicht sprechen wir nicht die gleiche sprache, dubibdu, vielleicht habe ich mich einfach schwierig ausgedr├╝ckt. mir stinkt diese abf├Ąlligkeit und parallel dazu die selbstverst├Ąndlichkeit, mit der du, dubidu, diese begriffe benutzt.
was ist denn unterschicht?
verdienstm├Ą├čig?
wohnmilieu?
charakterlich?
k├╝chenfrau, facility manager oder rektor?
siehst du jemanden aus deinem bekanntenkreis, der es nicht geschafft hat aufzusteigen als unterschicht, obwohl du ihn als menschen kennst?
da sind doch schon grenzen im kopf, die dort gar nicht hingeh├Âren.
es gibt dumme menschen, die nicht denken und die deshalb dumm bleiben und es gibt kluge menschen, die mit mehr oder weniger erfolg versuchen, aus der dummheit auszubrechen.
so w├╝rde ich die menschen einteilen.
ich hoffe, diesmal war es deutlicher.
gru├č aus berlin.
knychen.
__________________
kny

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HFleiss
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Knochenbrecher im Feld

Nochmal zum "B├╝rger in Uniform". Der hat sich seit dem Jugoslawienkrieg erledigt, und wenn einer heute noch diesen Ausdruck in den Mund nimmmt, dann ist er wohl ein wenig von gestern.
Die uniformierten B├╝rger sind Soldaten, die ausgeschickt werden, um andere V├Âlker zu erledigen - und das ist ja wohl der Sinn jedes Krieges, und hier noch vom "B├╝rger in Uniform" zu sprechen, ist entweder Zynismus oder Scheinheiligkeit.

Gru├č
Hanna

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dubidu
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Lieber knychen,

ich rede nicht abf├Ąllig dar├╝ber, sondern neutral, gem├Ą├č der allgemein bekannten Einteilungen der unterschiedlichsten Stellen, die sich dazu berufen f├╝hlen. Kriterien wie Einkommen, Bildung, Verm├Âgen, Status, Arbeit etc. spielen bei dieser Kategorisierung eine Rolle. Fast alle Medien, auch der Berliner Tagesspiegel, hatten diese Kategorien in den letzten Wochen publiziert. Ich habe diese Begriffe nicht in die Welt gesetzt, nutze sie allerdings gerne, weil diese Schubladen die Realit├Ąt zwar nicht 100%ig abbilden k├Ânnen, jedoch als Hilfsmittel sehr n├╝tzlich sind.

Gru├č
gez. das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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