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Leselupe.de > Gereimtes
Knorriges Schweigen
Eingestellt am 11. 05. 2000 00:00


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Abalone
???
Registriert: Sep 2000

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Knorriges Schweigen
Der Baum steht da und schweigt.
Ein P├Ąrchen, tief verstrickt im Streit,
fast schon zu einer Trennung bereit,
bleibt stehen, mustert gedankenverloren
den Baum, der vor Jahrhunderten geboren -
entdecken - wie es der Menschen S├╝nde -
die Namen von Liebenden geritzt in seine Rinde.
Sie schauen sich an und sinken sodann
mit Z├Ąrtlichkeit im Herzen einander in den Arm...
Und der Baum steht da und schweigt.
Im Schatten der Äste Gestalten huschen,
im Rauschen der Bl├Ątter l├Ą├čt sich vieles vertuschen.
Gemurmelte Worte - nur f├╝r jene betimmt,
die Eingeweihte im Kreise der Verschw├Ârung sind!
Geschmiedet werden Pl├Ąne mit lodernder Glut,
werden sie doch schlie├člich fordern einen hohen Tribut!
Blut wird flie├čen, und Unschuldige sterben,
weil sie Opfer einer politischen Intrige werden...
Und der Baum steht da und schweigt.
Und wieder versammeln sich an seinem Stamm
Menschen, gefangen in seinem Bann.
Sie sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens,
jeder ├╝berzeugt von der Richtigkeit seines Strebens,
finden gegens├Ątzliche Gesetzm├Ą├čigkeiten
und verzetteln sich tief in nichtige Kleinigkeiten.
Der Baum, er kennt die Wahrheiten im Leben,
er k├Ânnte ihnen den Durchblick geben...
Doch der Baum steht da und schweigt.
In der finstren Nacht ein Mann sich an ihn schmiegt,
in des Baumes Schatten er sich in Sicherheit wiegt.
Auf dem Weg f├╝hrt eine Frau ihre Gedanken spazieren,
sie ahnt nicht, was gleich endg├╝ltiges wird passieren.
Der Baum sp├╝rt eine unheilschwangre Spannung -
da verl├Ą├čt der Mann raubtier├Ąhnlich seine Tarnung,
vollendet sein befriedigendes Werk und kichert -
ihr Blut langsam zwischen den Wurzeln versickert...
Und der Baum steht da und schweigt.
Ich lehne mein Ohr an ihn und lausche...

(├ťbernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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