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Leselupe.de > Gereimtes
Kolorit II
Eingestellt am 04. 02. 2012 13:34


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helmut ganze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2009

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Der Dresdner Kulturpalast

In Dresdens alter Mitte fast
steht sichtbar der Kulturpalast,
ein Haus, das sagt sein Name pur,
fĂŒr Unterhaltung und Kultur.

„Was nicht mehr in die Landschaft passt,
dies ist jetzt der Kulturpalast“,
das sagt die Stadt seit Jahr und Tagen,
den Dresdnern schlÀgt es auf den Magen.

Die Kunst in vielerlei Gestalt,
fĂŒr groß und klein, fĂŒr jung und alt,
das soll vorbei sein und das quÀlt,
weil ganz allein noch Klassik zÀhlt.

Die „Dresdener Philharmonie“,
sie spielte hier und nicht nur sie,
selbst „Das Phantom der Opera“
und Roland Kaiser war`n schon da.

Das Volk soll Steuern zwar entrichten
auf Unterhaltung doch verzichten,
es soll dem Hause fern jetzt bleiben,
sich anderswo die Zeit vertreiben.

FĂŒr schlappe siebzig Millionen,
es soll sie doch der Teufel holen-
will man des Hauses Kern zerstören
und nur noch Geigensoli hören.

Doch dieses Bauwerk fĂŒr die Welt
ist unter Denkmalschutz gestellt
und jeder Umbau heutzutage
stellt diesen Schutz total in Frage.

Vergebens haben viele Leute
und Bauexperten nicht erst heute
gewarnt vor diesem schnöden Plan
und diesen Unsinn kundgetan.

Doch plötzlich kommt der Plan ins Wanken,
den Fördermitteln ist`s zu danken,
die jetzt aus BrĂŒssel nicht mehr fließen
und diesem Pack den Plan vermiesen.

Es zeigt sich wieder voll im Licht,
der GrĂ¶ĂŸenwahn trĂ€gt ein Gesicht,
das Leben, wild, in seiner Pracht
ist stÀrker als man sich`s gedacht.


Noch eines macht mich sehr verdrossen,
im Sommer wird das Haus geschlossen,
aus BrandschutzgrĂŒnden, wie es heißt,
das Haus steht leer dann und verwaist.

Dresden, den 03. 02. 2012
ergÀnzt am 10. 02. 2012








Version vom 04. 02. 2012 13:34
Version vom 04. 02. 2012 13:57
Version vom 07. 02. 2012 14:53

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Helmut,
mir scheinen solche "Pamphlete" völlig in Ordnung und haben ihre Berechtigung in der Lyrik. Bezogen auf die Reime, und da stimme ich mit Duisburger ĂŒberein, solltest du nacharbeiten, dem Ganzen auch mehr rhetorische Durchschlagskraft verleihen, denn es handelt sich ja nicht um ein Adventsgedicht. Einen Vorschlag mache ich dir, könnte mir jedoch auch etwas noch viel Heftigeres vorstellen.

quote:
In Dresdens alter Mitte fast
steht sperrig der Kulturpalast,
ein Haus des Volkes, sehr beliebt,
leicht bröckelnd, schien es schon versiebt.

"Was nicht mehr in die Landschaft passt,
ist jener grÀssliche Palast",
dies sagt die Stadt seit Jahr und Tagen
(den Dresdnern schlÀgt es auf den Magen),

Kultur in vielerlei Gestalt,
fĂŒr groß und klein, fĂŒr jung und alt;
das soll vorbei sein und es quÀlt,
weil ganz allein noch Klassik zÀhlt.

Das Volk soll Steuern zwar entrichten,
auf Spaß zur GĂ€nze doch verzichten.
Es soll dem Hause fern jetzt bleiben,
sich anderswo die Zeit vertreiben.

Die Dresdener Philharmonie,
sie spielte hier und nicht nur die,
selbst das Phantom der Opera
und Roland Kaiser waren da!

Millionen, siebzig, anbefohlen -
es soll sie doch der Teufel holen!
Man will des Hauses Kern zerstören
und nur noch Geigensoli hören!

Doch dieses Bauwerk fĂŒr die Welt
ist unter Denkmalschutz gestellt!
Und jeder Umbau heutzutage
stellt diesen Schutz bereits in Frage.

Vergebens haben viele Leute
und Bauexperten, nicht erst heute,
gewarnt vor diesem schnöden Plan
und seinen Unsinn kundgetan.

Doch plötzlich kommt die Stadt ins Wanken,
- den Fördermitteln ist`s zu danken -
die jetzt aus BrĂŒssel nicht mehr fließen
und jenem Pack den Brei vermiesen.

Es zeigt sich wieder hell im Licht,
der GrĂ¶ĂŸenwahn trĂ€gt ein Gesicht;
und Leben, wild, in seiner Pracht,
ist stÀrker als man sich`s gedacht.

GrĂŒĂŸle, der 8.

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helmut ganze
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s.o.

Lieber Achter Zwerg,

deinen Änderungsvorschlag finde ich sehr gut. Mir hat sicher der Mut gefehlt, mit den Verantwortlichen in Dresden so hart zu Gericht zu gehen. Ich werde deine ideen aufgreifen und meinen Text schĂ€rfen. Vielen Dank nochmal fĂŒr deine UnterstĂŒtzung meiner BemĂŒhungen,Unsinniges zu verhindern.

Ganz liebe GrĂŒĂŸe

Helmut

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Fein, Helmut, so schnackelt es!
Gibt es bei euch denn eine (kostenlose) Stadtzeitung (garantiert hohe Auflage!), wie bei uns im "Westen?" - Ich wĂŒrde das auf jeden Fall einschicken.
Ist in lyrischer Hinsicht vielleicht kein Volltreffer aber als Streitschrift super geeignet, finde ich.
Und wird garantiert von allen verstanden, was Voraussetzung fĂŒr diese Art der Dichtung / Flugschriften ist.
Herzliche GrĂŒĂŸe
der 8. Zwerg

quote:
Der Dresdner Kulturpalast

In Dresdens alter Mitte fast
steht sichtbar der Kulturpalast.
Ein Haus, das sagt sein Name pur
fĂŒr Unterhaltung und Kultur.

"Was nicht mehr in die Landschaft passt,
dies ist jetzt der Kulturpalast",
das sagt die Stadt seit Jahr und Tagen,
den Dresdnern schlÀgt es auf den Magen.

Die Kunst in vielerlei Gestalt,
fĂŒr groß und klein, fĂŒr jung und alt,
das soll vorbei sein und das quÀlt,
weil ganz allein noch Klassik zÀhlt.

Die "Dresdener Philharmonie",
sie spielte hier und nicht nur sie,
selbst "das Phantom der Opera"
und Roland Kaiser waren da.

Das Volk soll Steuern zwar entrichten
auf Unterhaltung doch verzichten,
es soll dem Hause fern jetzt bleiben,
sich anderswo die Zeit vertreiben.

FĂŒr schlappe siebenzig Millionen,
es soll sie doch der Teufel holen -
will man des Hauses Kern zerstören
und nur noch Geigensoli hören.

Doch dieses Bauwerk fĂŒr die Welt
ist unter Denkmalschutz gestellt,
und jeder Umbau heutzutage
stellt diesen Schutz total in Frage.

Vergebens haben viele Leute
und Bauexperten, nicht erst heute,
gewarnt vor diesem schnöden Plan
und diesen Unsinn kundgetan.

Doch plötzlich kommt der Plan ins Wanken,
den Fördermitteln ist`s zu danken,
die jetzt aus BrĂŒssel nicht mehr fließen
und diesem Pakt den Plan vermiesen.

Es zeigt sich wieder voll im Licht,
der GrĂ¶ĂŸenwahn trĂ€gt ein Gesicht,
das Leben, wild, in seiner Pracht
ist stÀrker als man sich`s gedacht.


Noch eines macht mich sehr verdrossen,
im Sommer wird das Haus geschlossen,
aus BrandschutzgrĂŒnden, wie es heißt,
es steht dann leer und ist verwaist.
Bei den Satzzeichen könntest du noch mal schauen gehen ... und vielleicht doch noch mehr mit meinem 1. Vorschlag abgleichen.


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helmut ganze
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Lieber Achter Zwerg,

ich habe deine Gedanken zu meinem Gedicht nochmals aufgegriffen und eingearbeitet. Was die Stadtzeitung betrifft, bin ich noch am Suchen.

Ganz liebe GrĂŒĂŸe

Helmut

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