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Leselupe.de > Kurzprosa
Kondolenz
Eingestellt am 07. 09. 2008 20:05


Autor
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kite
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2008

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Ein magerer Kondolenzzettel, der nach der Beerdigung mitzunehmen blieb. Kaum dass es sich ihn aufzuheben lohnte. Die Mutter verga├č ihn, oder wollte ihn seiner Magerkeit wegen nicht wahrnehmen. Der Sohn, ich, riss ihn ab. Wie einen Bestellbogen, ein Kalenderblatt. Es zeigte sich, dass es sich als Verzeichnis der Bewohner des Mietshauses lesen lie├č. Die wenigen Verwandten vom Dorfe der Mutter hatten ihren Eintrag vergessen. Dar├╝ber hinaus hatte sich aus der Ferne niemand herbegeben, nicht einmal aus einem Nachbarhaus, oder aber sich nicht eingetragen, wie, um das Verzeichnis nicht zu st├Âren. Acht Parteien, davon abgezogen die betroffene. Das Verzeichnis war erstellt und sogleich wieder entfernt.
Er sieht doch gut aus, hatte mich meine Mutter beschworen, als wir einen letzten Blick getan hatten. Sieht er nicht gut aus! F├╝rchterlich, wie man erkennen konnte, dass die Bearbeiter der Leiche bei dem Versuch sie f├╝r sich akzeptabel hinzukneten, in einem Nichts gelandet waren. Sie hatten, schien es mir pl├Âtzlich, den normalen Ausdruck meines Vaters f├╝r Todesschrecken gehalten und ihn entfernen wollen. Jetzt war es ein Gesicht, das krampfhaft einen Schrecken zu verbergen suchte.
Ja er sieht recht gut aus.
Die Wohnung m├╝sste nun ja zu gro├č f├╝r meine Mutter sein. Von F├╝nfen war allein sie geblieben. Allerdings zogen in die gleich geschnittenen Nachbarwohnungen zunehmend Alleinstehende. Irgendwie hatte sich unsere Familie durch Wegzug und Tod ins Normale geschrumpft. Das hie├č nicht, dass meine Mutter den Raum zu nutzen verstanden h├Ątte. Sie hatte nun, wie es sich geh├Ârt, eine gute Stube, brauchte sie aber nicht mehr.
__________________
kite

Version vom 07. 09. 2008 20:05

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Lee
Guest
Registriert: Not Yet

Hi,
dem letzten Absatz w├╝rde etwas Straffung gut tun......

Die beste Stelle f├╝r mich:

"Sie hatten, schien es mir pl├Âtzlich, den normalen Ausdruck meines Vaters f├╝r Todesschrecken gehalten und ihn entfernen wollen. Jetzt war es ein Gesicht, das krampfhaft einen Schrecken zu verbergen suchte."

Das geht schon rein.

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