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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kontrollverlust
Eingestellt am 13. 12. 2017 22:59


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Ariane Winter-Schieszl
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2016

Werke: 10
Kommentare: 7
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Das Hupen eines vorbei fahrenden Autos ließ Anika wach werden. Sie zuckte bei diesem schrecklichen, störenden Geräusch zusammen. Die Augen immer noch geschlossen – merkte sie, dass etwas anders war. Der Untergrund auf dem sie lag war hart, eiskalt und nass. Es roch nach nassem Teer, Erbrochenem und Urin. Langsam öffnete Anika die Augen. Sie lag mit dem Gesicht nach unten auf einer dunklen Straße. Mit einem Stöhnen versuchte sie sich aufzusetzen. Sofort wurde ihr schwindelig. In ihren Ohren hörte sie ein Rauschen und ihr Kopf schmerzte als ob ein Presslufthammer zu Gange wäre. Anika schloss erneut die Augen, versuchte langsam und tief zu atmen und sich möglichst nicht zu bewegen. Jede Bewegung tat ihr weh. Als sich der Schwindel etwas gelegt hatte und das Rauschen verebbt war, öffnete sie erneut die Augen. Es war finster um sie herum. Nur links von ihr war Licht zu erkennen. Von dort war auch das Hupen gekommen. Dort vorne war offensichtlich eine Straße, also musste das, wo sie lag, eine Nebenstraße sein. Anika fasste sich an den Hinterkopf, sie spürte eine deutliche Beule und etwas Nasses. Als sie ihre Finger betrachtete, konnte sie im fahlen Schein etwas Dunkles ausmachen. Blut?! Wahrscheinlich eine blutende Kopfwunde. Automatisch entfuhr ihr ein lautes Stöhnen. Wieso hatte sie eine blutende Wunde am Kopf? Wo war sie? In ihrem Kopf war absolute Leere bis auf ein paar verschwommene Bilder. Sie sah an sich hinab – ihre Jeans waren dreckig und ihr T-Shirt am Ärmel zerrissen. Von ihrer Handtasche fehlte jede Spur. Auf einmal setzte Anikas Gehirn wieder ein. Es fehlte nicht nur ihre Handtasche, sondern auch ihre Freundinnen Monika und Sarah. Panik überkam sie. Ihre Hände und ihre Stirn wurden augenblicklich schweißnass. Was sollte sie nur tun? Was war nur passiert? Anika versuchte sich zu erinnern. Sie waren gestern zu dritt in die Stadt gefahren, um Monikas Uniabschluss zu feiern. Zuerst waren sie italienisch Essen gewesen und später waren sie noch ins „Underground“ gegangen, um eine Runde zu tanzen. Anika wurde schlecht, sie merkte wie ihr der Speichel im Mund zusammenlief. Sie raffte sich hoch, machte einen Schritt und erbrach sich. Das Würgegefühl verebbte. Vollkommen entkräftet, lehnt sie sich zitternd und schwitzend an eine Wand direkt hinter ihr. „Erinnere dich!“
schrie sie. Nach und nach kamen die Erinnerungen bruchstückhaft zurück. Im „Underground“ hatten sie erst eine Weile getanzt. Es war ziemlich voll gewesen. Es wimmelte gestern nur so von jungen Männern, die versuchten wie wild ein Mädchen auf der Tanzfläche anzusprechen, zu einem Cocktail einzuladen um sie letztendlich für eine Nacht mit nach Hause zu nehmen. Daran waren die drei aber nicht interessiert gewesen, sie wollten einfach tanzen. Als sie das Tanzen durstig gemacht hatte – waren sie an die Bar gegangen um sich zu erfrischen. Dort standen zwei Männer – blond, groß, gut gebaut. Die Art von Mann, die einsamen Frauen wahrscheinlich gleich auffällt. Die fast zu schön sind für diese Welt. Diese zwei sprachen Monika und Sarah gleich an und wollten sie einladen, die aber dankend ablehnten. Anika sah noch das Bild vor sich wie die Kerle, nach der Abfuhr, miteinander tuschelten. Aber dann doch kein weiteres Interesse zeigten. Sie standen dann an der Bar und unterhielten sich miteinander. Anika fiel ein, dass sie das sehr seltsam fand und sie ein komisches Bauchgefühl beschlich. Alle drei Mädels hatten etwas getrunken, allerdings war es nicht so viel, das sie betrunken gewesen wären. Es gab ein Versprechen zwischen ihnen – eine würde immer so nüchtern bleiben, dass sie alle nach Hause bringen konnte. Und gestern hatte sich Anika dazu bereit erklärt. Das nächste Bild in Anikas Kopf erschien und zeigte Sarah, wie sie sich in der Seitengasse, in der Anika aufgewacht war, übergab. Und wieder waren da diese zwei Männer von der Bar. Aber Anika konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern ob sie mit Ihnen geredet hatten – es war alles grau und verschwommen. Anika wusste, dass sie Hilfe brauchte. Sie musste zur Polizei. Vielleicht hatten sich ihre Freundinnen dort schon gemeldet? Vielleicht wurde sie schon gesucht? Vielleicht war ihre Handtasche aufgetaucht? Es waren einfach zu viele Fragen. Sie stieß sich von der Wand ab und lief dem Licht am Ende der Straße entgegen. Nach ein paar Schritten, stolperte sie über etwas. Sie stürzte. Anika suchte mit ihren Augen, die sich mittlerweile an das Halbdunkel gewöhnt hatten, nach dem Stolperstein. Ein Blick über den Boden ließ sie ein paar Füße erkennen, der Rest des Körpers lag im Dunkeln eines Müllcontainers.
Der eine Fuß steckte noch in einem hochhackigen roten Schuh. Solche Schuhe hatte Monika gestern getragen. Anika krabbelte näher heran, jetzt konnte sie das Gesicht erkennen.
„Monika!?“ keine Regung. Anika überkam Panik. Anika rüttelte an dem leblosen Körper. Nichts. Oh Gott was sollte sie nur tun? Sie blickte um sich. Reflexartig raffte sie sich hoch und lief in die Richtung aus der die Stimmen am Ende der Straße kamen. Noch im Laufen machte sich die innere Panik Luft und Anika fing an zu schreien
„Hilfe!!!“
„Ich brauche Hilfe!!!“



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