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Leselupe.de > Horror und Psycho
Konversation mit Gott
Eingestellt am 05. 12. 2012 10:06


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djepicx
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2009

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Es war 23:45 Uhr als ich den alten Dom betrat. Er war nur sp├Ąrlich, durch Kerzen und einzelnen elektrischen Lampen beleuchtet. Seit dem Tod meines Vaters war ich nicht mehr in einem Gotteshaus gewesen. Ich hatte weder davor, noch danach das Bed├╝rfnis mich mit Gott, dem heiligen Geist, Jesus oder Maria zu unterhalten. Warum auch? Man redete und redete, breitete seine Sorgen und ├ängste vor den heiligen Symbolen aus und bekam......Nichts. Keine Antwort, kein Zeichen, ja noch nicht einmal ein Lufthauch der ansatzweise als Wink g├Âttlicher F├╝gung interpretiert werden h├Ątte k├Ânnen.

Was also zum Teufel tat ich hier?

Ich kniete nieder und wollte es doch nicht, ich senkte mein Haupt und wehrte mich dagegen.

Ich begann zu reden, erkl├Ąrte die Not, die ├ängste die mich beherrschten, bettelte um Hilfe und Unterst├╝tzung. Forderte Schutz und Beistand f├╝r meinen Weg den ich gehen musste. Ich redete mir den Frust von der Seele nur um dann zum Schlu├č das Kreuz anzubr├╝llen.

ÔÇ×Ist es das was Du wolltest? Soll mein ganzes Leben darauf ausgerichtet sein? Wei├čt Du eigentlich wie schwer es ist damit zu leben? Sich jeden Tag auf`s neue die Frage zu stellen warum man sich eigentlich noch die M├╝he macht einen Fu├č auf die Stra├če zu setzen?ÔÇť

Ich zitterte am ganzen Leib. Mein Blut wallte und ich ballte die H├Ąnde zu F├Ąusten. Ich sch├╝ttelte den Kopf und l├Ąchelte. Was hatte ich mir nur dabei gedacht, was hatte ich erwartet? Eine Gespr├Ąch mit dem Sch├Âpfer? Warum sollte er auch ausgerechnet mit mir sprechen wollen, mein Leben ist es nicht wert gerettet zu werden. Ich begann zu begreifen, der Glaube war nichts weiter als der allerletzte Strohhalm an dem man sich klammerte wenn alles andere sinnlos erscheint. Gott ist ein Mythos, das war er schon immer. Ich begann zu verstehen, wir Menschen waren schon immer allein gewesen und werden es auch immer bleiben. Auch wenn Gott nicht geantwortet hat wusste ich doch jetzt genau was ich zu tun hatte, ich musste mein Leben weiterhin selbst in die Hand nehmen, musste mit dem Schmerz und der Verzweiflung leben, daraus Kraft und Hoffnung sch├Âpfen und selbst daran glauben das es eines Tages vorbei sein w├╝rde und ich ein normales Leben f├╝hren k├Ânnte. So wie fr├╝her, als alles noch in bester Ordnung war. Als die Dunkelheit noch nicht ├╝ber mich gekommen ist.

Ich wand mich vom Kreuz ab und ging festen Schrittes zur├╝ck zur gro├čen massiven Holzt├╝r, die mich wieder in die Wirklichkeit entl├Ąsst, sobald ich sie ├Âffnen und durchschreiten w├╝rde. Erst jetzt bemerkte ich die Stille, die sich ├╝ber den ganzen Innenraum erstreckte. Meine Hand ergriff den T├╝rknauf, ich z├Âgerte kurz, atmete tief durch und ├Âffnete die T├╝r.

Die T├╝r schloss sich knarzend hinter mir, meine Augen verengten sich, meine rechte Hand umfasste die Machete mit festem Griff und mit einer flie├čenden, ausholenden Bewegung spaltete ich den Kopf des ersten lebenden Toten der sich mir mit schlurchenden Schritten gef├Ąhrlich n├Ąherte. Blut spritzte gegen die T├╝r des Gotteshauses, und der lebende Tote brach in sich zusammen. Weitere Zombies bemerkten mich und kamen langsam auf mich zu. Ich wandte mich ab und rannte in die Dunkelheit. Auf der Suche nach einem Ort an dem ich ein neues Leben beginnen konnte.

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