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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kopfromanze
Eingestellt am 10. 08. 2009 19:52


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Maurin
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2009

Werke: 1
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Und jetzt sitzt sie vor ihm, mit klopfendem Herzen. Ein Klopfen, so verzweifelt vor lauter Hoffnung. Sie kann ihn nicht lange ansehen, zu vielsagend ist ihr Blick, der Zug um ihren Mund, die sichtbare Wärme ihres Gesichtes. Er aber tut es. Die vorerst flüchtigen Ausflüge ihrer blauen Verräter, lassen sie entdecken, dass Augen auf ihr ruhen. Solche, die sie sich so sicher sind. So sicher und so unverfälscht – nicht berechnend sondern gegenwärtig, und zwar ganz.

Im Nachhinein wird sie sich an kaum ein Gespräch des Abends erinnern können. Nur noch an das Gefühl von Wärme, welches sie zu Beginn gespürt und später selbst auszustrahlen schien

Eine Sushirolle landet aufgrund mangelnder Stäbchenkünste in der Sojasoße. Sie lacht – freier.
Als sie aufblickt trifft er sie, sein Blick.

Wahrscheinlich ist dieser Moment der Grund dafür dass sie nicht nur einen großen Teil der Gespräche, sondern auch sein Gesicht vergessen wird, und sich lediglich an den Ausdruck seiner Augen erinnert. Waren sie blau?

Seine Augen sind klein aber versprechen ihr einen großen Handlungsspielraum. Die Tür zum Notausgang scheint offen zu stehen. Gestrichen ist er in weiß, die wehenden, langen, leichten Vorhänge vor den großen, geöffneten Fenstern sind es auch. Sie tritt ein. Für diesen einen Abend erlernt sie die Gegenwärtigkeit, ist sie zu Gast in weißen Zimmern von denen sie träumt, wenn sie die Augen vor den Farben der ihrigen manchmal nicht verschließen kann.
Bist du okay? – Ja, sie ist okay

Aber sie war es vorher nicht und wird es auch später nicht mehr sein.

Sie hat sich verträumt. Verträumt in die Illusion der Erfüllung ihrer Hoffnung.
Nicht in ihn, sondern in das Gefühl der Gegenwärtigkeit, in die Wärme und in das, was diese in jenem Moment aus ihr gemacht hat – keinen offenen Rücken mehr haben. In seine Worte.

Genauso wie sie es vor ihrer eigenen tut, wird sie vor seiner Alltäglichkeit zurückschrecken. Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit, schon allein weil es sich offensichtlich tatsächlich um sie handelt, oder um das, was davon noch vorhanden ist. Später wird sie ihn wieder sehen, er wird keine Gelegenheit haben mit ihr zu sprechen und sie wird spüren, dass es nicht er ist, sondern das Gefühl dass jemand da sein könnte, der ihr jederzeit bedingungslos ein Pflaster auf ihre blutigen Knie kleben würde, wenn sie wieder beginnt über ihre selbstgelegten Stolpersteine zu fallen – so lange, bis sie lernt sie zu umgehen.
In ihrer nahezu unerschütterlichen Selbstgefälligkeit hat sie sich das Recht auf Rettung zugesprochen. Rettung aus der scheinbar grundlosen dumpfen Verzweiflung, die zu früh und zu oft ihr Begleiter geworden ist und vor der sie sich eigentlich nur selbst retten kann.

Sie sehnt sich schon jetzt nach diesem GefĂĽhl, das er zu vergeben hat, obwohl sie erst einen verschwindend kleinen Teil davon kosten durfte.

Doch die Bereitschaft ihn ganz einfach den Preis zahlen zu lassen wird später von der verdammten, verletzlichen Nacktheit ihrer Empfindsamkeit gestoppt.

Er fährt sie nach Hause. Ihr Abschied ähnelt einer Flucht. Sie will es kosten das Gefühl, allein, in Ruhe, unbeobachtet. Sie wird ihn wieder sehen und dann....

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