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Leselupe.de > Ungereimtes
Kopfsteinallee
Eingestellt am 12. 04. 2006 09:09


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kernbusch
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2006

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Kopfsteinallee:


Die mumifizierte Kopfsteinallee,
Ziegelbarock brennt sich, stadtauswärts,
auf den letzten Dr√ľcker ins Ged√§chtnis.
Im R√ľcken die Seufzer der Pl√§tze,
es ist Krieg, Männer stehen rum
und brennen, warten auf einen gebr√ľllten
Hordenlaut, tragen wunde Stiefel,
verbergen B√ľcher im Tornister.

Offiziere mit d√ľnnen B√§rten
lachen ihnen Hyänen in den Weg.

Ein Soldat liegt quer auf der Straße,
zielt in den Himmel, hustet Blut,
kommt von da, wohin sie gehen.

Die Bäume sind schwarze Gespenster,
den Sommer in hastigen Z√ľgen aufgeraucht,
alles Blut im Kopf, bis er platzt,
Augäpfel zu den Schlangen schleudert.

Phosphor- und Dieselblumen,
trittresistente Gew√ľrzpflanzen.
Einer erzählt von der Kälte und den
geschlachteten K√ľhen, der W√§rme in den Ged√§rmen,
der Notwendigkeit von Vergeltungsmaßnahmen.

Die Plätze summen nach,
es wird eine kurze Stille geben
wenn diese kleinen Schatten verschwunden sind,
einen winzigen Moment.

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HFleiss
gesperrt
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Registriert: Jan 2006

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Kopfsteinallee

Lieber Kernbusch,

ich wei√ü gar nicht, ob ich die Richtige bin, dir was zu deinem Gedicht zu schreiben, vielleicht sollte es ein Ex-Bundeswehrsoldat tun, der in Afghanistan oder Jugoslawien war. Nat√ľrlich, Soldaten, aus welchem Grund auch immer sie Besatzer sind, haben eine Gef√ľhlswelt, sogar Gedichte im Tornister. Und gerade das erinnert verdammt an Landserromantik und das Bild des inmitten des zerbombten Stalingrad auf "Beutegut" klavierspielenden Nazi-Offiziers. Dahinter steht: Wir alle sind betrogene und beschissene Schweine, aber so ist es nun mal, und Krieg wird es immer geben, Schei√üe, dass es ausgerechnet mich trifft, aber was sein muss, muss sein. Und das ist, entschuldige bitte, sehr hart an der kitschigen Landserromantik. Vielleicht hast du eine andere Intention gehabt, vielleicht hast du gedacht, wenn ich schreibe, wie es war bzw. ist, dann ist auch das Kritik. So wie es geschrieben steht, ist aber der Schritt zur Verherrlichung der "harten M√§nner" nicht allzu weit und damit die Verteidigung des Krieges. Der Sterbende auf der Stra√üe, der in den Himmel schie√üt, wohin seine Opfer schon gegangen sind - welch Kitsch. Ich gebe dir das zur √úberlegung.

Lieben Gruß
Hanna

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kernbusch
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Registriert: Apr 2006

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hallo hanna,

so ganz hast du es nicht verstanden, glaube ich.
lies es noch mal wertfreier.

gruss
mathias

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HFleiss
gesperrt
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Registriert: Jan 2006

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Kopfsteinallee

Lieber Kernbusch, wie kann man Krieg wertfrei lesen?
Du bleibst im ungenauen, um welchen Krieg es sich handelt, es könnte der zweite Weltkrieg sein, es könnte aber auch Afghanistan sein oder Irak - wer weiß das schon. Aber darum geht es auch nicht. Es ist diese verdammte Scheißhaltung, die dahinter steht, die mich abstößt. Und man sollte sie nicht noch in einem Gedicht verewigen. Daran ist schon einmal die Welt genesen.

Lieben Gruß
Hanna

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

wie sonst?
entweder erlebt oder mit viel empathie nachempfunden.
du gehst mit deinen bildern in die materie.
du scherbelst das SEIN zusammen.
mehr kann und soll ein gedicht nicht.

bon.


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Löwengeist
???
Registriert: Sep 2001

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Erinnert mich ganz stark an Kubricks Meisterwerk "Full metal jacket", mein Lieblingsfilm :-).
Deinen Krieg habe ich gern gelesen!

LG
Löwin

__________________
Der Glaube in uns, geboren aus Hoffnung, weist einen Weg, der Zuversicht heißt.

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