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Leselupe.de > Horror und Psycho
Korrumpiert
Eingestellt am 10. 06. 2007 15:30


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Deva
Hobbydichter
Registriert: Jun 2006

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off.topic:„ Ich wollte jetzt ĂŒber etwas dunkles Schreiben. Vielleicht gefĂ€llt es, vielleicht nicht. Ist wie gesagt nur etwas zum Schocken und soll eine dĂŒstere Zukunftillusion sein. Der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Bitte nicht zu streng sein, da es mein erster Ausflug in die Welt des Horrors ist."




Besessen


Sam Hayne war von Geburt an nie ein großes Schicksal vergönnt. StĂ€ndig den MĂŒll anderer zu beseitigen und unter Aufwand seines Lebens, den meist hochgiftigen Abfall zu entsorgen. Er war schon froh, wenn er eines Abends sich nicht die abgestorbene Haut vom Fleisch kratzen musste. Das was sie SchutzanzĂŒge nannten, war nicht mehr als billiges, farbiges Plastik. Jede Woche war er krank. Morgens spuckte er oftmals Blut ins Waschbecken oder Übergab sich kurz nach den Erwachen. Die wöchentlichen, Ă€rztlichen Untersuchungen, die mitunter einen halben Tag dauerten, hatten ergeben, daß er nur noch maximal ein Jahr leben wĂŒrde. Sein strohiges, blondes Haar war ihm grĂ¶ĂŸtenteils ausgefallen und der Rest war ergraut. Ebenso wie sein Gesicht.

Die Haut war aufgerissen und nicht selten teilte eine eitrige Beule die schmierige, fettige Landschaft seines Gesichtes. Die Chemikalien und Toxine hatten ihn entstellt. FrĂŒher einmal hatte er azurblaue Augen, doch heute war er fast blind und seine Pupillen schneeweiß. Er hasste sein Leben.

Seufzend sank er in sein ungemachtes, klappriges Bett in seiner dunklen Wohnung,welche nahe an einer Waffenfabrik lag, und begann wie jeden Abend die abgestorbene Haut mit einer in sich verdrehten Art eines Messer abzuziehen. Dabei verwundete er sich oft selbst. Wie jetzt. Einem brennenden Schmerz folgte ein warmes GefĂŒhl.

Blut floss ĂŒber seinem Arm und tropfte auf den Teppichboden. Vor einem Jahr hatte er sich noch die MĂŒhe gemacht, das Blut aus dem Teppich zu waschen, doch heute war es ihm egal. Er wĂŒrde ohnehin bald sterben, also warum sollte es der nachfolgende Mieter leichter haben.

Warum war er nur geboren worden? Warum konnte er nicht einfach tot sein? Wozu lebte er? Nur um zu leiden? War dies der tiefere Sinn des Lebens? Geboren, um langsam zu sterben? Völlig in Gedanken versunken, schnitt er sich tief mit den Messer in das Fleisch. Bemerkte es allerdings zu spÀt und warf die blutige Klinge weg.

Blau, es war blau, besah er sich sein Blut und ahnte das Schlimmste. Der Verfall schritt immer weiter voran und es gab keine Behandlung dagegen. Doch, eigentlich gab es eine Heilung, aber nicht fĂŒr ihn.

Nur fĂŒr die Menschen der Mittel- und Oberschicht waren Medikamente bestimmt. Die Unterschicht, die fast 60% der gesamten Bevölkerung dieses Planeten angehörten, bekam keine medizinische Versorgung. Sie wurden nicht einmal in KrankenhĂ€user gelassen, selbst wenn sie einen Aufenthalt bezahlen konnten.

Wie viel Zeit wĂŒrde ihm noch bleiben? Ein Jahr hatte man ihm gesagt, doch diese Prognose war meist sehr ungenau. Er gehörte zu den wenigen GlĂŒcklichen, die durch ihre Arbeit eine Ă€rztliche Untersuchung leisten konnten bzw. man sie dort hinschickte. Es war alles nur ein schlechter Witz. Egal, wie hart er arbeitete, alles ging fĂŒr die Rechnungen drauf. Besonders seine medizinische Versorgung schluckte alleine monatlich mehrere Tausend Krediteinheiten. Es war kein Wunder das er total verschuldet war.

Von draußen hörte er Schreie und wusste, daß es wieder die OrganjĂ€ger waren. Geisteskranke Mörder, die sich ihre Opfer in den Armenvierteln suchten und ihnen, wie ihr Name schon sagte, die Organe entrissen, um sie an gesunde Kinder und Menschen der Oberschicht weiter zu verkaufen. Er ging nicht einmal mehr zum Fenster, da es ihn nicht interessierte ob jemand starb oder warum. GlĂŒcklicherweise blieb er von ihnen verschont, da er, wie sie ihn nannten, minderwertige Ware war.
Ja, dieses Leben wurde immer mehr zu einem Witz. Er wĂŒnschte sich wirklich, daß die dĂ€monischen Rebellen diesen Planeten eroberten und diese jĂ€mmerlichen Regenten in ihrer eigenen Dekadenz ertrĂ€nken wĂŒrden.

An Gott glaubte er schon lange nicht mehr. Diese idiotische Ideologie wollte er nicht mehr folgen. Was hÀtte er davon? Stundenlang seinen Namen beschreien und auf eine nicht existierende Erlösung hoffen? Nein, es war alles sinnlos.
„Wie wahr.“ hallte es plötzlich in seinem SchĂ€del.
„Was? Wer?“ sah er sich in seiner dunklen zwei Zimmer Wohnung um, doch da war niemand.

„Ich habe deine Gedanken gehört. Du bist anders als andere Menschen. So reif, intelligent und nicht blind fĂŒr die Wahrheit. Ich habe nach dir gesucht, weil ich dich liebe.“ sprach eine weibliche Stimme, die von einer gewissen Bösartigkeit besetzt war.

„Wie? Ein Psioniker? Raus aus meinem Kopf.“ fluchte er und schlug seinem SchĂ€del gegen Wand. Mitunter reichte es aus einem sanktionierten Psioniker zu vertreiben, da sie den gleichen Schmerz verspĂŒrten wie ihre Zielperson.
„Ich bin kein Psioniker. Ich spreche von einer anderen Ebene aus zu dir. Ich bin nah und doch so unendlich weit entfernt.“ erklĂ€rte sich die geisterhafte Sprecherin.
„Und was willst du von mir?“ sprach er zu seiner verdreckten Wohnungsdecke.

„Das sagte ich bereits. Ich liebe dich. Ich will eins mit dir werden.“

Sam Hayne schĂŒttelte den Kopf, weil er nicht fassen konnte, was er gerade erlebte. Vielleicht war es auch nur einer seiner beiden Gehirntumore, die fĂŒr diese Illusion sorgten.
„Nein, du Dummerchen. Ich bin so real wie du.“ erwiderte die Frau auf seine Gedanken und er musste so langsam einsehen, daß er noch nicht wahnsinnig war.

„Deine Stimme, sie ist so schön. Wenn du kein Psioniker bist, was bist du dann?“ wollte er wissen und vernahm wieder die wundervolle Stimme der fremden Frau.
„Ich bin nicht einmal ein Mensch. Auch keine Außerirdische. Ich bin vielmehr das, was ihr einen DĂ€monen nennt.“
„DĂ€monen? Ich dachte immer.....“ versuchte er seinen Satz zu Ende zu sprechen, aber die DĂ€monin unterbrach ihm.„.....,daß es uns nicht gibt. Überraschung. Wir sind sehr wohl existent.“
„Aber was willst du von mir? Ich bin ein Nichts und ohnehin so gut wie tot.“ schrie er und einige TrĂ€nen liefen ihm ĂŒber das Gesicht.

„Du bist kein Nichts. Du bist ein Jemand. Ein Lebewesen, nur die Umwelt degradiert dich zu einem Nichts. Dein Körper ist schwach, ja, aber ich habe mich in deine Seele verliebt. Deine Gedanken, deine Ambitionen.“ sprach die unsichtbare Frau mit sanfter und verfĂŒhrerischer Stimme.
„Dann wirst du nicht viel Freude haben. In wenigen Monaten bin ich tot. Dann hört meine Seele auf zu existieren.“ Die DĂ€monin lachte.

„Das muss nicht geschehen. Ich kann dir alles geben, was du willst. Ewiges Leben, Macht. Alles wovon du getrĂ€umt hast.“
Sam Hayne war nicht abgeneigt, doch wollte er aufgeklĂ€rt werden. „ Was verlangst du?“
„Nichts. Ich will mich nur mit dir vereinen. Das wir auf immer miteinander vereint sind und uns nichts mehr trennen kann.“ sagte sie in voller Inbrunst und beinahe vor Ektase erbebend.

„Was muss ich dafĂŒr tun?“ fragte er nach.
„Lasse dich fallen. Vergiss alles, was du erlebt hast. Vergiss alles. Lass dich fallen.“ wiederholte sie immer und immer wieder diese Worte. Sam gehorchte. Er versank in Dunkelheit. Er vergaß wirklich alles. Seine Eltern, seine Kindheit. Einfach alles.

„Jaaaaaa......“ schrie die DĂ€monin in völliger Euphorie.
Sam spĂŒrte wie sich etwas Dunkles, etwas Böses wie ein sanfter Schleier ĂŒber seine Seele und seinem Geist legte.
Plötzlich kribbelte es in seinem Arm und bemerkte, wie sie anschwollen. Muskeln bildeten sich wie von Geisterhand.
Seine ZÀhnen fielen aus und stattdessen brachen spitze, dolchartige Zacken aus seinem Ober- und Unterkiefer. Klauen schossen aus seinen Fingern und sprengten die simplen FingernÀgel von seiner Hand. Selbiges geschah auch mit mit seinen Zehen.

Ihm war heiß. So entsetzlich heiß, als wĂŒrde er brennen und doch wieder nicht.
Seine Augen wurden schmalen und waren von einem dĂ€monischen Licht erfĂŒllt. Als auch noch mehrere Stacheln aus seinem RĂŒcken brachen, hörte er die DĂ€monin, als wĂŒrde sie direkt neben ihm stehen.

„Wir sind Eins. Geliebter. Auf ewig werden wir zusammen sein. Ich habe dich geheilt, als Beweis meiner unerschĂŒtterlichen Liebe zu dir. Doch nun bitte ich dich um einen Beweis fĂŒr deine Liebe.“

„Und das wĂ€re?“ fragte er und erkannte seine Stimme nicht mehr. Sie hatte sich total verĂ€ndert. Als wĂŒrde man in eine riesige Höhle schreien.

„FĂŒttere mich. Ich brauche Seelen. Töte deine Feinde und ich werde ihre Seelen verzehren.“ erwiderte sie und Sam antwortete kalt.„ Nur allzu gern.“
Daraufhin trampelte der nun beinahe 3 Meter große Besessene den Gang hinunter und verließ seine Wohnung. Nur wenig spĂ€ter, durchschnitt die Nacht ein Schrei, wie der Dolch eines Mörders die Kehle seines Opfers. Das Mahl fĂŒr seine Geliebte war bereitet und es wĂŒrden noch weitere Gelage folgen.......

__________________
In der Finsternis glimmt ein Licht, welches Hoffnung verspricht.

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Marcus Richter
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Hallo Deva,

weil es dein erster Ausflug ist, will ich dich kurz begleiten. Alles in allem ist es ganz nett, was du da schreibst, und natĂŒrlich steckt in deinem Werk eine gute Geschichte oder sogar mehrere. Aber zu keiner Zeit kannst du mich als Leser mit in die Geschichte hinein ziehen. Da ist vieles an der OberflĂ€che und nur angedacht. Zum Beispiel die OrganjĂ€ger. Das ist wohl seit Frankenstein eines der Topthemen der Horrorliteratur. Wurde in den siebzigern der fortschreitenden medizinischen Entwicklung angepasst und hat einige gute filmische Umsetzungen erfahren. FĂŒr eine Topic mit solchem Hintergrund, denkst du sie zu kurz an.
Ich weiß zwar, dass du nur vermitteln willst, auf wen der MenschdĂ€mon am Ende Jagd macht, aber letztenendes gleitest du ĂŒber den Organhandel, wie ĂŒber die Krankheit und die LebensverhĂ€ltnisse des Protagonisten so oberflĂ€chlich hinweg, dass es kaum zu einer BerĂŒhrung kommt.
Der DĂ€mon selbst kommt ziemlich lockerflockig aus dem Nichts.
Ist einfach so da, ohne sich anzukĂŒndigen.
Das liegt wahrscheinlich an der KĂŒrze und Halbherzigkeit deiner Geschichte. Weil du schon zu Beginn nicht in die Tiefe gehst, erreichst du auch nicht die erzĂ€hlerische Dichte am Ende, die unumgĂ€nglich ist, um eine Fantasiegestalt wie einen DĂ€mon einzufĂŒhren.
Ich muss glauben können, wenn ich eine Geschichte lese.

Ich an deiner Stelle wĂŒrde die Geschichte erstmal in drei Abschnitte unterteilen, drei lange Kapitel.

Erstens:
Lebenswandel und Umwelt des Protagonisten.
DafĂŒr wĂŒrde ich mir mehrere Seiten Zeit nehmen, die Ausweglosigkeit, die Bitterkeit unter die Lupe nehmen.

Zweitens:
Die OrganjĂ€ger. Beobachtung und Reaktion des Protagonisten. Ist er nicht lĂ€ngst bereit, als Racheengel ĂŒber die korrumpierte Welt zu kommen?

Drittens:
Der DĂ€mon. Er gibt ihm schließlich das Werkzeug in die Hand, um endlich das zu vollbringen, wozu er schon lĂ€ngst bereit ist.

Könnte dann sogar eine ganz gute Geschichte werden, wenn sie mind. zehnmal so lang ist.
Aber dafĂŒr mĂŒĂŸte man sich Zeit nehmen.

Also deva,
hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Und keine Sorge, Horrorgeschichten sind genauso schwierig zu schreiben, wie alles andere. Und es gibt "immer" jemanden, der glaubt, dass er es besser weiss.

Bis dann,
Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂŒnbein

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Marcus Richter
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Liebe Deva,

ich persönlich bin gar nicht der Meinung, dass es beim Schreiben einer Geschichte so sehr auf die Idee oder das große Ganze ankommt. Wenn man immer mal wieder was von anderen Autoren ließt, dann kommt man sehr schnell drauf, dass alle nur mit Wasser kochen.
Ich glaube, dass es immer ganz entscheidend auf die Umsetzung ankommt. Ich meine, mir fĂ€llt da z.B. 1984 ein - großer Roman, aber was hört man? Wurde schon Jahrzehnte frĂŒher von einem Russen geschrieben und hieß da "Wir".
Die Ideen kommen und gehen, Deva. Was entscheidend ist, ist ein gewachsener, eigener Schreibstil und Recherche, die dich in die Lage versetzen, eigentlich jedes Thema anzugreifen und leserfreundlich umzusetzen.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung(und darauf wĂŒrde ich jetzt auch nicht so viel geben). Kann sein, dass ich das irgendwann anders sehe.
Trotzdem wĂŒrde ich dir doch raten, dich einfach von großen Werken fernzuhalten - kosten nur Blut und Schweiß und TrĂ€nen.
Ich meine, selbst gestandene Kurzgeschichtenautoren scheitern des Öfteren am Roman oder dem großen Werk.

Besser, du nutzt dieses Forum, um Ideen, Schreibstil und Umsetzung auszuprobieren; mal zu schauen, wie der Leser so auf deine Geschichten reagiert. Zur Zeit ist hier ja wieder mal was los, so dass du da auf einige Reaktionen hoffen kannst.

Also, viel Spass beim Ausprobieren,
Gruss, Marcus
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Durs GrĂŒnbein

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