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Leselupe.de > Kurzprosa
Kosmisches Grundgesetz für die Bewohner der Galaxis (GGG)
Eingestellt am 14. 09. 2000 08:54


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Bernd
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Kosmisches Grundgesetz
für die Bewohner der Galaxis (GGG)

vom 12. 13. 23321 mittelgalaktischer Zeitrechnung

Präambel

Im Bewußtsein, daß der Kosmos (k)einen Anfang und (k)ein Ende hat, haben sich alle Bewohner der Sternen- und der Nebelwelten folgendes
provisorische Grundgesetz gegeben. Das Grundgesetz gilt zunächst nicht für die Welten des Sirius, des Vereinigten Pferdekopfnebels und des
Sondergebietes der vordergalaktischen Weltraumbehörde, in denen die Explosionsversuche mit Neutronensternen vorgenommen werden. Die
ersten beiden Welten können dem Gebiet des Grundgesetzes beitreten, wenn sie nach bekannten Beispielen einen Einigungsvertrag
schließen, dann gilt das Grundgesetz für alle genannten Gebiete, außer den Sondergebieten.

I. Die Grundrechte

Artikel 1
[Das Recht auf die Vergangenheit]

(1) Jeder hat das Recht auf die Vergangenheit, soweit diese nicht die Vergangenheit anderer verletzt, oder gegen die verfassungsmäßige
Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf den Urknall und die damit verbundene Explosion des Weltalls.

(3) Der Urknall ist kein ruhestörender Lärm.

(4) Die nachfolgenden Grundrechte binden Uhren, Waagen und Thermometer als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
[Das Recht auf die Gegenwart]

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Nutzung der Gegenwart. Dieses Recht ist unverletzlich und nur durch die Wirkung der Gravitation
begrenzt.

(2) Niemand darf wegen seiner Gegenwart in die Vergangenheit geschickt oder anderweitig bevorzugt werden.

Artikel 3
[Das Recht auf die Zukunft]

(1) Das Recht auf die Zukunft ist hiermit abgeschafft.

(2) Aus diesem Grund hat jedermann dafür zu sorgen, daß die Zukunft niemals erreicht wird.

Artikel 4
[Zeitmaschinenverbot]

Konstruktion und Aufbau von Zeitmaschinen jeglicher Art ist verboten. Der Versuch ist strafbar.

Artikel 5
[Grundlagen kosmischer Ordnung, Widerstandsrecht]

(1) Jeder Leiter hat das Recht auf Widerstand gegen den elektrischen Strom.

(2) In höherem Maße ist dieses Recht Halbleitern gegeben.

(3) Nichtleiter sind verpflichtet, entschiedenen Widerstand gegen den elektrischen Strom zu leisten.

(4) Supraleitern ist jeglicher elektrische Widerstand verboten.

Artikel 6
[Gleichheit vor dem Gesetz]

(1) Die Gleichheit vor dem Gesetz ist gewährleistet. Niemand darf durch Veränderung des Bezugssystems in Ort, Zeit oder Geschwindigkeit
bevorzugt oder benachteiligt werden.

(2) Eine Abhängigkeit von der Beschleunigung ist zulässig.

Artikel 7
[Vereinigungsfreiheit]

(1) Alle haben das Recht auf freie Vereinigung.

(2) Für neue Verbindungen kann dieses Recht durch Naturgesetz eingeschränkt werden, sofern sie ionisierende Strahlungen freisetzen oder in
anderer Weise die Stabilität von Raum und Zeit gefährden.

Artikel 8
[Informationsfreiheit]

(1) Die Freiheit der Information ist gewährleistet. Informationshäufungen sind zur Vermeidung des Informationskollaps (IK) unzulässig.

(2) Informationen aus der Zeit vor dem Urknall sind aus allen Lehrbüchern zu entfernen, diese Zeit gibt es nicht.

II. Übergangs- und Schlußbestimmungen

Artikel 9
[Vollständigkeit]

(1) Das hiermit gegebene Kosmische Grundgesetz der Galaxis ist vollständig und kann weder verlängert noch verkürzt werden, es ist in seinem
Wesensinhalt unantastbar.

(2) Unberührt hiervon bleiben zufällige Schwankungen (Fluktuationen).

Artikel 10
[Inkrafttreten, Gültigkeit]

(1) Das Gesetz tritt in genau 5 Minuten in Kraft und gilt fortan immerdar und unabhängig von seiner sprachlichen Form, Übersetzungen in
andere Sprachen oder Symbole.

(2) Bis zum Inkrafttreten des Kosmischen Grundgesetzes der Galaxis führt der LAPLACEsche Dämon die Amtsgeschäfte weiter.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Gilmon
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Hallo Bernd,

ein interessanter Text. Es ist eine gute Idee, eine fiktive Präambel für eine zukünftige Gesellschaft zu schreiben. Dein Text hat stellenweise jede Menge Wortwitz, was ich etwas vermisse, ist eine durchgängige logische Struktur. Die ersten vier Artikel beschäftigten sich noch mit der Zeit, danach geht es etwas durcheinander.
Ich denke, der Text würde noch besser werden, wenn Du dich etwas an der Struktur des dt. Grundgesetzes orientieren würdest, der Leser hätte so viel mehr Anhaltspunkte. Er hätte etwas bekanntes, was Du in eigener Form variierst. Von der optischen Form her hast Du das Grundgesetz sehr gut getroffen. Sieht der Leser diese Form, erwartet er eine Art „Parodie" auf das dt. Gesetz, zumindest war es bei mir so.

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Bernd
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Hallo, Gilmon,
ich habe Deinen Antrag an das Korlament weitergeleitet, und es wird sich jetzt mit der Verbesserung der Struktur des Kosmischen Grundgesetzes befassen. Das wird allerding drei galaktische Bogenminuten dauern. Das GGG gilt allerdings nicht für die Bewohner der Zukunft, sondern immer, das heißt, in genau 5 Minuten.
Bis dahin regiert der Laplacesche Dämon weiter.

In der Tat hatte das Deutsche Grundgesetz Pate gestanden. Aber es war zu lang, zu schwer zu begreifen, und mit zuviel Pflichten versehen.

Da Pflichten nie eingehalten werden, wohl aber Rechte, wurde auf jegliche Pflichten verzichtet, unter anderem auf die Pflicht, alle paar Jahre Wahlen durchzuführen.

(Soweit die Antwort des Boten des Gesetzgebers)
---

Danke für die Kritik, ich werde es bedenken.

Erik Simon sagte mir (in Zusammenhang mit dem Schöpfungsrechtsgesetz), daß eine Parodie keine Nachahmung sei. Wenn Du das Schöpfungsrechtsgesetz liest, so hält es sich in der Struktur an das Urheberrecht. Und zwar sehr vollständig.
Erik meinte, aus einer langweiligen Vorlage werde nichts Kurzweiliges durch Kopie.

Gut, ich habe es trotzdem versucht.

Du kannst als Kontrastprogramm mal das Schöpfungsrecht nachlesen, ebenfalls in der Leselupe, oder im Fanzine "TERRAsse".

Grüße von Bernd

__________________
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