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Leselupe.de > Ungereimtes
Kraft
Eingestellt am 29. 04. 2005 20:29


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Kraft

Singe Herz, taub scheint das Ohr,
muss es deine KlÀnge missen,
Blindheit tÀuscht das Auge vor,
kann nichts mehr vom Lichte wissen.

Du, genÀhrt aus tausend Quellen,
lass die Freude ĂŒberfließen,
lass erwÀrmend Strahlen schnellen,
sich in Dunkles zu ergießen.

Ach im Anschaun bist du offen,
deine Regung eilt dem Schönen
als VerbĂŒndete hinzu.

Deine Seufzer schenken Hoffen
und dein zÀrtliches Durchtönen
strömt Erstarrtem Leben zu.



__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Vieillir
Hobbydichter
Registriert: Mar 2005

Werke: 0
Kommentare: 37
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Hallo Vera-Lena,

dein Gedicht gefĂ€llt mir ausgesprochen gut. Nach dem ich es nun mehrmals und auch laut gelesen habe, bereue ich ihm keine 9 gegeben zu haben. Ich denke sogar eine 10 wĂ€re absolut gerechtfertigt gewesen. Schade, da habe ich versĂ€umt mir mehr Zeit zu nehmen. DafĂŒr muß ich mich entschuldigen, was ich hiermit tue.

Ich kann ganz klar keine Kritik Ă€ußern. Was meinen ganz persönlichen Geschmack anbelangt, so klingen mir die „erwĂ€rmenden Strahlen“ und das „zĂ€rtliche Durchtönen“ etwas zu sanft und kraftlos. Aber das liegt im Auge des Betrachters.
Am besten gefiel mir die letzte Zeile. Sie beschreibt genau das, was dir in diesem Gedicht so schön gelungen ist, du hast starren Worten Leben eingehaucht. In diesem Punkt erinnerten mich deine Verse an MallarmĂ©, dessen Gedichte in meinen Ohren nichts als Musik sind. Die Worte stehen da, als hĂ€tten sie sich selbst erschaffen. Jedes Einzelne ist klanglich ganz in Harmonie mit dem Nachfolgenden, und so entsteht eine nicht nur hörbare sondern auch fĂŒhlbare Melodie.

So soll es sein. Das ist Lyrik.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vieillir

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hazweio
???
Registriert: Apr 2005

Werke: 14
Kommentare: 39
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es ist.....

rund, klangvoll und aussagekrÀftig....da gibts nichts zu meckern.
LG Lothar

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Hallo Vieillir,

"Die Worte stehen da, als hÀtten sie sich selbst erschaffen"

Wumm! Volltreffer!

Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt reagieren soll, ich gehöre nĂ€mlich zu den SchwĂ€chlingen, wenn es darum geht, Lob entgegen zu nehmen, und so ein starkes Wort hat mir bisher niemand gesagt.

Aber ich weiß natĂŒrlich, dass Du das ernst meinst.

Irgendwie stimmt es auch, denn Texte ĂŒberfallen mich oft und ich muss selbst beim ZĂ€hneputzen manchmal Gedichte schreiben, obgleich ich das dann natĂŒrlich nicht will.
Insofern schreibt sich Vieles ohne mein Zutun.

Nun möchte ich Dir aber gerne noch sagen, dass die feinstofflichen Dinge oft die stĂ€rkste Kraft haben. Wie macht es so ein kleines Veilchen, dass es eine Steinplatte am Rande emporheben kann, um dann darunter hervorzublĂŒhen?

Wie kommt es, wenn man jemandem zulĂ€chelt, der krank ist, und man hat kein einziges Wort gesagt, und er fĂŒhlt sich trotzdem etwas besser?

Nach meiner Erfahrung verhĂ€lt es sich so, dass das Feinstoffliche eine große Kraft hat, und das ist natĂŒrlich dann in diesen Text mit eingeflossen.

Dass Du eine Melodie bei diesem Text fĂŒhlen kannst, das ist wirklich eine große Sache.

Wenn ich Deine Antwort erst einmal "verdaut" habe, werde ich bestimmt anfangen können, mich zu freuen.

Ich danke Dir herzlich

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Lieber Lothar,

auch ĂŒber Deine Anmerkung freue ich mich.

Danke!

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
Kommentare: 875
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Beschwörung von Hoffnung

liebe vera-lena,

es ist im grunde ein melancholischer text,
die erste strophe in jedem fall.
danach will das lyri zwar positiven
einklang herstellen, aber die erste strophe
weht subkutan nach in allen zeilen.
sie bestimmt die melodie.

dies aber macht die schönheit des textes aus.
beschwört er doch zum ende hin das seufzer
hoffnung schaffen,
ich als leser, irrtiert durch den grundton
der ersten strophe, zweifle...

wunderbar und authentisch dein gedicht.
die frage, was denn melancholie sei,
beantwortet dein text auf tiefgrĂŒndige
weise, obwohl das sicherlich
nicht die absicht des lyri war.

dir alles liebe

herzlich

montgelas

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